Flèche Allemagne 17/18. Mai 2012 Drei Buddies in Fahrt

drei Buddies „on tour“- Flèche Allemagne- 396 km in 24h
die Flèche Buddies Matthias, Andy und Dietmar haben mit der immer spürbaren moralischen Unterstützung der derzeit angeschlagenen Knie- und Bandscheibe-Buddies die Wartburg locker im Zeitlimit erreicht.Locker war indes der Weg dorthin nicht: Buddy Dietmar machte schon am Morgen nach ca. 40km einen veritablen Salto über Andy, der gerade mal „im Wege stand“. Nur der Helm hatte ein paar Kratzer- und weiter ging die Fahrt. Auf der Elbbrücke in Schönebeck wurden wir von einigen sturzbesoffenen „Vätern“ fast ausgebremst. Und überhaupt: Die Dichte der Trunkenen war vormals nie so hoch wie an diesem Tage. In jedem Dorf wurden anscheinend Wetttrinken veranstaltet. Brandenburg, S-Anhalt und Thüringen befanden sich in absoluter Feierhochform.Nach dem Fight gegen den stetigen Westwind mussten wir auf Kurs Süd dann virtuos immer öfter schwankenden Mitbürgern ausweichen.BildNach diesen Herausforderungen hatte der Streckenplaner nach km 208 den rackernden Buddies ein paar ordentliche Hügel in den Weg gestellt. Trotz oder gerade wegen der im Weltrad-Restaurant in Schönebeck genossenen Pasta-Stärkung, beschloß Buddy Matthias nach den ersten Hügeln im letzten Tageslicht , eine „Nutzlastoptimierung“ vorzunehmen ( typisch Physiker). Wie? > natürlich durch eine konsequente Ab- oder Herausgabe seines gesamten Mageninhalts. Nicht bedacht hatte der Physiker und Buddy Matthias den dadurch entstehenden Energieverlust. Durch eine überragende Randonneursmoral und die Unterstützung der beiden übrigen Buddies, gelang es Matthias, wieder in Fahrt zu kommen Bild

Das Licht des unübersehbaren „Son Edelux Lichtfluters“ kam immer näher heran. Matthias hatte sich wieder herangekämpft. Chapeau!

Andy fuhr indes ein eher unauffälliges Rennen. Keine Stürze, nur eine Sonderpause mit „Powernapping“ und Flachliegen am Waldrand. Konsequentes Training bringt doch ne ganze Menge Vorteile.
Seine Bemerkungen, wie z.B.: welche Wahnsinnigen haben mich überredet, mir eine solche Qual anzutun, wie masochistisch muß man veranlagt sein, wie komme ich überhaupt hierher…, wurden von den Mitbuddies eher wohlwollend- mitfühlend zur Kenntnis genommen.

Nach dem Halt in Lutherstadt Eisleben war auch klar, dass wir uns nicht mehr über die Maßen mit der Gestaltung von längeren Pausen aufhalten mussten. Die Reservezeit war nahezu aufgebraucht. Roulieren oder auch einfach rollen, rollen, treten, treten, rollen – und das zehn Stunden lang. Dann würden wir noch im Zeitlimit die  Wartburg erreichen können.

In der 24 h Autobahntanke Sangerhausen hatten sich die Buddies wieder gefunden, die Kampfmoral war intakt. Das Team „Barnimvierer“ saß gemütlich vorm Weizenbier und machte eine Langpause. Die hatten vielleicht Nerven. Wir wollten fix wieder in die Nacht hinaus und Strecke machen. Nun, dabei waren wir so ungeduldig, dass wir noch bei „Fastrot, aber null Verkehr“ an der Ampel losfuhren. Und, auch hier, wie schon beim 300er: Wir werden immer, einfach immer von unseren Freunden und Helfern, auch in der tiefsten, einsamen Nacht, erwischt. Zivilpassat, roter Polizeischriftzug, und gottseidank ein einsamer, letztlich verständnisvoller Gesetzeshüter. Mit 10€ wegen“ nicht vorschriftskonformer BELEUCHTUNG“ und drei handgeschrieben Quittungen, verließen wir erleichtert und geläutert zugleich den Tatort. Wieder ein paar Minuten

weniger Reserve!BildBildDann der Radweg an der Unstrut entlang Richtung Erfurt. Welch wunderbarer Mix von Vogelgezwitscher, quer springenden Hasen und Rehen und dann wieder lauten Lagerfeuern mit brüllenden Ureinwohnern.

In Erfurt Hbf dann die schmerzhafte Erkenntnis, dass im gesamten Bahnhof morgens um kurz nach fünf kein Stempelwilliger zur Bestätigung unseres Kontrollpunktes zu finden war. Dann die Erleichterung in der Nachtrezeption im Intercity Hotel. Freundlich, Bonbons und Erfrischungstücher für die Fahrt, und es ging weiter. Vorher hatte Buddy Dietmar sein schönes Merida Magnesium nochmals testweise seitlich auf den Bahnhofsvorplatz geknallt. Ein Randstein war im Wege! Und wieder: Keine Blessuren, alles frisch! Und wieder keine echte Pause! Die laufende Zeit immer im Nacken.

Ab Erfurt schob uns der auflebende Südost sanft in die Hügel. Treten mussten wir aber trotzdem. Nur leichter fiel es nun im heller werdenden frühen Morgenlicht. So erreichten wir, oh Wunder, die HEM Tanke in Gotha locker um 06.15. FÜNFUNDVIERZIG Minuten Zeit. Luxus pur.

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Eine Dame in der Tankstelle, die uns dann auch noch den Kaffee auf Kosten des Hauses spendierte. Das war ein Auftakt zum Endanflug auf die Wartburg. Wir rauschten inspiriert auf Eisenach zu,- vierzig Minuten Zeit, nur um auf die Wartburg hinaufzufahren, nochmal Luxus.Mindestens fünf andere Teams entledigten sich ihrer Winterhosen und-Jacken am Fuße des Aufstieges. Auf ging es zum „Quäldich- Anstieg“ mit 20 Schlußprozenten Steigung.
IMG_1946Wer seinen Lieger liebt, der schiebt

Matthias auf den letzten Metern

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 Um 8.40 Uhr sind wir oben
schiebend. Mit den Radschuhen mühsam den Grip findend. Fast 400km und 24h lagen hinter uns.Das weitere war „Gänsehaut pur“. Zig Randonneure aus ganz Deutschland, kaputt, zufrieden, mitteilsam, und dann eine atemberaubende Kulisse:

Die Wartburg in der  Morgensonne, Vogelgezwitscher, Stimmengewirr, Lachen…

So hatten wir uns die Ankunft gewünscht. Und so war sie auch.

DANKE Buddies- Es war ein prägendes Erlebnis

Dietmar




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