Ab in die Brandenburger Berge – Eine Cross- Ausfahrt mit Rainer und Ralf

57 Kilometer und 600 Höhenmeter

Waldwege, Singletrails, rauf und runter, immer wieder!

Rainer hatte für den 11.Januar die ganze Berliner Randonneurstruppe angeschrieben:

Eine Ausfahrt über 4 bis 6 Stunden war angesagt – keine Rennen, jeder kommt mit! Wir machen Pausen. Dazu noch später mehr.

Ein geländegängiges Rad mit Bergübersetzung war empfohlen. So freute ich mich auf den Samstag und habe mich intuitiv nicht für meinen erneuerten Basso-Crosser entschieden, sondern mein Cannondale Taurine genommen. Eine weise Entscheidung!

10.15 Uhr soll es am S-Bahnhof Rahnsdorf losgehen– pünktlich! Ich steige in Frohnau in die S-Bahn, fahre bis zum Ostkreuz … und nehme dann die falsche S-Bahn. In Schöneweide steige ich um 9.40 Uhr aus und versuche, die knapp 15 km bis Rahnsdorf in 35 Min. zu packen. Es gelingt mir nicht ganz. Um 10.15 Uhr klingelt mein Handy. Ralf und Rainer warten schon. Um 10.23 Uhr treffe ich die beiden. Wir sind tatsächlich nur zu dritt heute, bei wunderbarem, sonnigem Wetter. Ralf ist mit seinem Diamant Crosser gekommen, Rainer hat sein MTB dabei.

Auf geht es! Nach ein paar Kilometern schönen Waldwegen hat Rainer kurz vor Woltersdorf die erste Prüfung eingebaut. Zack, nach rechts abbiegen und den Hügel hoch.

Vorschau von „Crossrunde mit Rainer und Ralf“
Die Kranichsberge – auch in Brandenburg kann man klettern, nicht hoch, aber oft

Der Weg wird schmal und schmaler, dann zum Singletrail. Ich verliere die beiden und darf zur Belohnung noch mal den Hügel rauf bis zur Kuppe. Rainer schwingt sich gekonnt um die Bäume und über die Wurzeln. Ralf nötigt mir Respekt vor seiner Fahrkunst ab: Mit einem Crosser ohne Federung und mit 30 mm breiten Reifen hier im Sattel zu bleiben ist schon eine Leistung. Ich sitze erfreulicherweise im MTB-Sattel, und die Raceking 2.2 Zoll dämpfen gut.IMG_3072

Nach diesem kleinen Vorspiel lockt uns Rainer über die Woltersdorfer Schleuse zum Kranichsberg hinauf. Schöner Aussichtsturm da oben! Also rauf. Die beiden Bergziegen sind wieder schnell weg. Oben treffen wir uns wieder.

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Rainer erzählt uns von dem Museum, das im Turm eingerichtet ist. Filme wie „Der Tiger von Eschnapur“ und andere Historienschinken wurden hier in der frühen Zeit des Films gedreht! Rainer treibt uns in den sonnendurchleuchteten Wald, mit traumhafter Aussicht nach Süden über die Brandenburger Wälder. Meine Hoffnung, nach diesem ersten Klimmzug ginge es nur noch bergab, erfüllt sich nicht: Rainer ist ein echter Bergfex und IMG_3081
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zieht uns über jeden Hügel mehrmals.

Steil, steiler, Rainer, so könnte man steigern. Rainer bleibt als einziger bei geschätzten 20 bis 25 Prozenten im Sattel. Was Ralf mit dem Crosser zeigt– whow!   IMG_3093

Jetzt zeigt unser Kurs nach Osten Richtung Löcknitztal. Zu früh gefreut! Rainer warnt: Jetzt wird es nochmal spannend! Es wird. So steil geht es zunächst runter, dass vor mir Ralf einen veritablen Salto dreht. Vorwärts! Er schüttelt sich kurz und sitzt dann wieder im Sattel, um die nächste Düne raufzudüsen. Ich hechle hinterher. Rainer präsentiert uns noch eine Rampe, an der selbst er nicht im Sattel bleiben kann. Dann rollen wir ins Löcknitztal, wahrscheinlich etwas aus Mitleid mit mir, der ich doch arg hinter den beiden zurückfalle. Keine Bange, mein Selbstbewusstsein ist heile geblieben. Ich weiß doch, wer vor mir fährt.
IMG_3090 Wir gönnen uns eine kleine Futterpause in Klein Wall, wo ganze Familien in einem echten DDR-Idyll (positiv gemeint) sich an kleinen Teichen im Angeln üben. IMG_3088Wir schauen zu und essen unsere Brote und Riegel. Jetzt kommt das Löcknitztal: Ein schöner Singletrail, leicht zu fahren, meint Rainer… Aha, leicht, leicht untertrieben:

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Auch umgestürzte Bäume sind zu überwinden, und sumpfig wird es. Ralf ignoriert die Wegbeschaffenheit und bleibt im Sattel. Der gerissene Schaltzug vom vorderen Umwerfer ärgert ihn nur kurz. Bei seiner Nähmaschinentretfrequenz braucht er den großen Kranz vorn eh nicht. Nach einigen Kilometern Löcknitz vom Feinsten horche ich in mich hinein und beschließe, beizeiten den Direktkurs nach Erkner einzuschlagen. Die beiden sind noch voller Energie und werden noch durch die  Gosener Wiesen reiten und dann über die Müggelberge. Ich verabschiede mich und rolle im Erholungstempo am Müggelsee entlang, mache einen Abstecher ins Strandbad.IMG_3104 IMG_3105 IMG_3103

Im altehrwürdigen S-Bahnhof Friedrichshagen steige wieder in den Zug und fahre nach Frohnau zurück. Zusammen mit meinen Flachkilometern habe ich die 89 auf dem Tacho. Eine gute Trainingseinheit war das. Mit viel Natur und auch Kultur. Du hattest nicht zu viel versprochen, Rainer.


Ein Gedanke zu “Ab in die Brandenburger Berge – Eine Cross- Ausfahrt mit Rainer und Ralf

  1. Hallo Dietmar,
    schöner Bericht. Ich bin ja froh, dass Du nicht sauer auf mich bist.
    Meine Frau meinte, bei ihr wäre ich nicht so gut weggekommen…
    Bis demnächst.
    Gruß rainer

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