RTF Bernau-Oder-Bernau

Ein Ritt durch die Barnimer Heide – an die Oder – und zurück

Mit An- und Abfahrt macht das 152 Kilometer

Peter will sein neues Genesis „artgerecht“ einweihen! Was wäre dazu besser geeignet als eine leistungsbezogene Ausfahrt mit anderen Stahl- Alu- und Carbonrennern nebst den dazugehörigen Fahrern!

Der ESV Lok Schöneweide ist stolz darauf eine eigene RTF zu veranstalten. Sie führt von Bernau zur polnischen Odergrenze und wieder zurück. Diesmal erreichen auch die 3-Punktefahrer die Oder.

So beschreibt der ESV – EisenBahnerSportverein – auf seiner Webpage die Veranstaltung.

Peter und ich treffen uns am 10. Mai um 9.30 Uhr im Sportforum Bernau.

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Hier warten schon mehr als 200 Radler und auch einige Radlerinnen auf das Startsignal. Die „Bernauer Leisetreter“, Gerhard und auch der Oldie Hans haben sich aus unserer Brevettruppe eingefunden. Die Startnummern werden angeheftet, unruhig scharren bereits einige mit den Cleats. Anders als bei Brevetfahrten geht schon am Anfang die Post ab. Ein ganzer D-Zug von ehrgeizigen Fahren überholt uns locker. Wir fahren, wie oft geübt, unser eigenes Tempo.DSC00089 DSC00091

 

Das Genesis, Peters individuell für ihn aufgebauter Stahlrenner, glänzt in der Sonne. Ein sehr edles Teil hat er sich zum eigenen Geburtstag gegönnt. Rot eloxierte Naben, Leuchten und Nabendynamo von Supernova: ein idealer Langstrecken-Randonneur!DSC00094

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ein stolzer Genesis-Besitzer

Auch ich führe ein neues Teil aus: das Oregon 650, sogar mit Kamera ausgerüstet. Mein treues Oregon 300, das mir so treue Navi-Dienste geleistet hat, kann in Ruhestand gehen.

Der Track weist nach Nordosten in Richtung Schiffshebewerk Niederfinow. Wir fahren über sanfte Wellen und herrliche Wälder. Ein spürbar schiebender Rückenwind verhilft uns zu einer Marschgeschwindigkeit von knapp 30 km/h. Ein Radlerkollege hat sich wie ein Schatten hinter uns geklemmt. Sagt kein Wort und genießt das leichte Rollen.

An der ersten Kontrolle nach 30 Kilometern – Gersdorf– zeigt Lok Schöneweide, dass der Verein ein wahrer Top-Veranstalter ist. Ncht nur die Streckenhinweise sind erstklassig, auch die Verpflegung ist bestens. Nur nicht lange aufhalten! Mit den „Leisetretern“ um Frank Sommer rollen wir weiter und stürzen uns den Hügel hinab zum Schiffshebewerk.

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alter Stahl und neuer Stahl vorm Monument

Beeindruckend, wie hier eine neue Betonkonstruktion neben dem altehrwürdigen, stählernen Koloss in die Höhe wächst!

Hier hält ein Fahrzeug des Veranstalters hinter uns und die Kollegen schießen einige Fotos. Schaun mer mal, wo die demnächst zu sehen sind…

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wartet noch auf Renovierung

Weiter geht es in die kurzen Wellen des Oderabbruches nach Oderberg. Wir fahren zwischen flugplatzgroßen blühenden Rapsfeldern hindurch und erreichen dann den Oderbruch.

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Gut, dass Peter den richtigen Track für die Strecke gespeichert hat – im Gegensatz zu mir! Ich lasse mich überzeugen , dass seiner der offizielle ist. Und er hat Recht. Was nützt das so klar ablesbare Display des Oregon 650, wenn dort der Track vom Vorjahr gespeichert ist! Und das passiert mir, dem selbsternannten Garmin-Navigationsexperten!

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100 m vor der Kontrolle – ein Fluch auf den armen Schlauch!

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ein echtes GIOS in GIOS-blau – whow!

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Peter sei Dank bleiben wir auf Kurs. Hohensaaten, Hohenwutzen, die polnische Grenze auf Tuchfühlung links von uns. Zweite Kontrolle, Altglietzen; 64 km sind abgerollt. Kuchen essen, Saft trinken, ein paar Worte mit den Veranstaltern. Ab geht es weiter nach Bad Freienwalde.

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sechs Tonnen Stier– eine Skulptur von Louis Tuaillon aus dem Jahr 1924

 

Hier verfahren wir uns: Gottseidank! Denn sonst hätten wir nicht den erstaunlich schönen Kurpark mit einem riesigen Marmorstier in der Mitte entdeckt. Wir bewundern das Kunstwerk gebührend und stellen weiter fest, dass hier mal überaus wohlhabende Zeitgenossen vor über hundert Jahren herrliche Villen gebaut haben, die sich mittlerweile wieder in alter Pracht präsentieren.

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Die NPD in Freienwalde – schön, dass es keinen kümmert!

Dieser Umweg hat sich gelohnt, da sind Peter und ich uns einig.

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Jetzt geht es den Berg rauf, jedenfalls, was man in dieser Gegend einen Berg nennen kann und darf. Wir kommen schließlich an der „nördlichsten Skisprungschanze“ Deutschlands vorbei und fühlen uns kurzzeitig regelrecht alpin.

Ein paar hundert Meter weiter weist uns ein freundlicher Hinweisgeber des Veranstalters den Weg nach rechts in den tiefen Wald. Ein paar Kilometer geht es sanft ansteigend durch einen wunderbaren alten Mischwald. Dann eine kurze Abfahrt und nach einem „Gefahrenhinweis“ eine fiese Betonplattenrampe den nächsten Hügel steil hinauf. Ein paar Kollegen müssen hier runter vom Rad. Nicht wir – das ist Ehrensache!

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Wir hängen uns an eine Gruppe, die uns zügig überholt hat. Dann findet sich aber Peter als „Frontarbeiter“ vorn wieder und muss schaffen! Sollten die Kollegen etwa schwächeln?

Letzte Kontrolle Gersdorf: Wir entschließen uns, zügig weiterzufahren. Schließlich sind wir keine „Punktefahrer“ und brauchen auch keine Stempel. Das verhilft uns wieder zu Vorsprung. 20 Kilometer vorm Ziel überholt uns eine schnellere Gruppe, und ich beschließe, mich reinzuhängen. Mit 30 bis 35 km/h rauschen wir bis an den Rand von Bernau, wo uns die Ampeln und der Stadtverkehr runterbremsen. Um 15 Uhr stehen wir wieder vorm Sportforum.

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auch nach 147 km bester Laune!

 

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der Kollege vom Projektmanagement holt sich sicher Anregungen für eine perfekte Organisation!

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Auch Peter hat seinem neuen Genesis die Sporen gegeben und rollt auch ohne Gruppenunterstützung wenige Minuten nach mir ein. Die „Leisetreter“ sind auch im Ziel, wir begrüßen Gerhard und löschen den Durst mit köstlich kühlem Weizenbier.

Das war mal eine schöne Trainingseinheit genau eine Woche vor unserem 400er Brevet.

Und die neue Ausrüstung ist auch hinreichend und erfolgreich getestet.

Und die 22 km Nachhauseweg sind schon der erste Schritt in eine erholsame Regenerationsphase.

 

p.s : alle Fotos sind mit dem Oregon 650 gemacht – ordentliche Kamera!

außer Peters natürlich!

 

 


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