Wind, Regen und Schnee – mit welcher Ausrüstung!?

Als ich zehn Jahre alt war, stand neben dem Weihnachtsbaum ein wunderbares, türkisblaues Tourenrad. Marke Vaterland, mit Fichtel und Sachs-Torpedo-Dreigang-Schaltung. Den ganzen Heiligabend verbrachte ich damit, das Rad anzusehen, den Rahmen anzufühlen, die Reifen zu beschnuppern. Am ersten Weihnachtstag hielt mich nichts mehr drinnen. Ich wagte bei Schnee und glatten Wegen die erste Testfahrt. Beim herzhaften Tritt auf die Pedale im ersten Gang rutschte das Hinterrad durch! Ein herrliches Gefühl! Balancieren und rollen. Spaziergänger fragten mich voller Mitleid, ob ich denn keinen Schlitten hätte. Ich strafte die Unkundigen mit verständnislosen Blicken. Ein Schlitten, das ist doch was für kleine Kinder!

Heute steige ich immer noch bei Schnee und glatten Wegen auf mein Rad und nehme nicht den Schlitten. Nur die Ausrüstung sieht etwas anders aus.

Bei mäßigen Bedingungen und nicht zu hohem Schnee oder Matsch steige ich auf meinen Basso-Crosser.

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Für Matsch und Schnee gut gerüstet: Schutzbleche von SKS, Crossreifen Schwalbe CX Pro 30 mm, eine isolierte Trinkflasche mit Schmutzkappe auf dem Trinkventil.

Wenn es ganz hart wird, wähle ich mein Cannondale Taurine.

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Bereifung: Conti RaceKing 2.2, über dem Hinterrad ein „Schmutzlöffel“ von SKS,sks-schutzblech+x-blade+hinten-1-768_1024_75-6528280_1 sattes Akkulicht mit Magic Shine 808 vorn und Sigma-Rücklicht. Gesehen werden ist bei Schnee und Matsch und Dunkelheit lebenswichtig!

Und spätestens bei Minustemperaturen und Wind wird gute Winterbekleidung zu einem entscheidenden Faktor bei Touren über zwei Stunden Dauer.

Fangen wir ganz oben an: auf den Kopf gehört eine wärmende Helmmütze. Zum Beispiel diese: http://www.roseversand.de/artikel/vaude-windproof-iii-unterhelmmuetze/aid:732110

Stirn und Ohren sind besonders empfindlich. Drüber kommt natürlich ein Helm, bei mir der Giro Ionos mit zusätzlich schützendem Inlet.P1140392 Und auf die Nase setze ich meine Adidas Evil Eye, die seit 7 Jahren wackere Dienste tut, hier mit Anti-Fog-Gläsern. P1140398Das verschafft Durchblick und hellt die Stimmung auf.

Um den Hals trage ich einen Buff. Das elastische Tuch ziehe ich notfalls bis über die Nase und die Wangen hoch. So habe ich auch das 200er Kältebrevet bei Schnee und minus 10 Grad 2013 gut überstanden. Der Körper wird mit mehreren Schichten eingepackt: Funktionsunterhemd und Unterhose ( ja, unter die Radhose gehört im Winter eine wärmende Unterhose, die mit flachen Nähten versehen ist). Darüber Langarmtrikot, lange Winterhose und Winterjacke. Gute Qualität zu nehmen lohnt sich allemal. Also Löffler, Gore, Vaude… und wer das Kleingeld hat, greift zu Assos-Produkten. Zweirad Stadler und andere Fachgeschäfte machen in der Mitte des Winters, wenn die Lagerbestände mächtig drücken, auch gute Sonderpreise. Fragen lohnt sich immer!

Die kälteempindlichsten Teile des Radlers, die Hände und die Füße, gehören besonders geschützt. Wenn Zehen und Finger auskühlen, hilft die beste Kondition gar nichts mehr, dann geht die Motivation zum Teufel! Also gut isolierte Langfingerhandschuhe an die Tatzen. Roeckl Vreden z.B. oder wenn es ganz fies kalt wird, meine neueste Errungenschaft nehmen. Die Specialized Sub Zero.

P1140400Damit bleiben auch bei Minusgraden die Hände über Stunden warm.

Und die Füße sind gut eingepackt in hohe MTB-Winterschuhe. Z.B. den Gaerne Artix MTB oder den noch besser isolierenden Polaris von Diadora. P1140391Bei zweistelligen Minustemperaturen kann man noch Winterüberschuhe drüberziehen und in die Schuhe Wärmepads einlegen.

So, Freunde des Langstreckenradelns, jetzt runter von der langweiligen Rolle, raus auf die Winterstraßen und mit Freude Kilometer machen!

 

Wie war das noch: Es gibt kein schlechtes Wetter, nur ungeeignete Ausrüstung!


8 Gedanken zu “Wind, Regen und Schnee – mit welcher Ausrüstung!?

  1. Ich nutze zwei selbsttönende Brillen von Alpina mit Anti-Fog und bin sehr zufrieden. Lediglich bei starken Anstiegen und mit einem Tuch vor dem Nase/Mundbereich beschlägt die Brille – ist aber schnell wieder weg bei normaler Fahrt. Allerdings meine ich, dass sich die Beschichtung nicht ganz so gut reinigen lässt wie normale Gläser.

  2. Seit zwei Wochen habe ich eine neue Adidas EVIL EYE Pro mit AntiFog „in Betrieb“. Meine bisherige EvilEye hatte nach über Sieben! Jahren Einsatz langsam Altersschwäche. Auch die Beschichtung der Gläser war nicht mehr o.k und löste sich nach und nach ab.

    Die „Neue“ funktioniert wesentlich besser. Auch bei Schneeregen satt bleiben die Gläser während der Fahrt beschlagfrei. Beim Anhalten leichter Beschlag, der sich aber sofort bei Fahrt wieder verflüchtigt. Innen nutze ich einen Optikclip, den ich ab und zu mit einem Antibeschlagtuch einreibe. Sonst bleibt das Deckglas klar – was nützt es aber, wenn der Clip beschlägt!

  3. Funktioniert das mit dem Anti Fog eigentlich zuverlässig? Ich bin neulich bei Schneeregen extra mit Kontaktlinsen und ganz ohne Brille gefahren wegen des Beschlagens. Mit der Radbrille auf war bei jedem Anhalten im Nu die Sicht weg.

  4. Auch die Specialized Sub Zero haben einen dünnen Handschuh drunter, der sogar ganz gut bei deutlichen Plusgraden allein funktioniert. Nur die Nähte innen sind mir etwas hart geraten. Nichts für zarte Hände. Danke für den Tipp mit den Seal Skinz.

  5. Mit den Conti Race King bin ich auch gerne unterwegs. Sie rollen auch auf Asphalt richtig gut für einen MTB-Reifen.

    Lobster Gloves kann ich auch von Seal Skinz empfehlen. Mit den ersten Überziehhandschuhen von Assos war ich damals nicht zufrieden, sie zeigten schnell Mängel. Ein zweites Paar ist allerdings nicht zu beanstanden. Vielleicht war ich zu rabiat mit ihnen umgegangen.

    Die Lobster Glosse nehme ich allerdings nur, wenn es deutlich unter Null geht, über Null werden mir die Finger schnell zu warm und schwitzig. Da ist das Prinzip der Assos Lobster Shell Gloves besser: Einen dünnen Handschuh zum wärmen drunter, die anderen gegen Wind und Wasser drüber.

    https://guterbubi.wordpress.com/2013/02/09/das-eiskalte-handchen/

  6. Hallo Dietmar,

    danke für die Infos, werde ich beim nächsten Kälteeinbruch mal testen. 3 Stunden Wärme ist doch schon ganz gut.

    Ride on, Stefan

  7. Zustimmung auf ganzer Linie! Gut sind auch „normale“ Skihandschuhe – zwar etwas dicker, aber saumässig warm! Nur meine Füsse kriege ich nicht wirklich warm bei längeren Strecken. Extragrosse Winterschuhe mit dicken Wollsocken halten auch nur 1 1/2 Stunden bei unter 0°, bevor es echt kalt wird. Vielleicht probiere ich doch mal Wärmepads – welche nimmst Du?

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