Was der Basso-Crosser zu sehen bekommt – 99 km Wind und Regen

Sonntag. Mistwetter ist angesagt: Sturm, Regen… Und am Samstag war es doch so schön. Schluss mit Wehklagen, rauf auf den Crosser, sonst meint er noch, er würde nicht mehr gebraucht. Bildschirmfoto 2015-03-30 um 15.27.35Die ersten 40 Kilometer laufen gut. Rückenwind! Bernau-Drewitz-Biesenthal. Diesmal wähle ich den Nordabzweig an der Eberswalder Straße. Immer geradeaus, und dann am ehemaligen Munitions- und Bombenlager der 24. Luftarmee vorbei. Lange Mauer, verfallene Gebäude, Tristesse pur. Die asphaltierte Straße endet hier, jetzt wird es für die nächsten fünf Kilometer „crossig“. Immer durch den Wald bis zum Flugplatz Eberswalde/Finow.

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Die Finow Air Service GmbH hat offensichtlich schon bessere Zeiten gesehen. Auf dem Flugplatzgelände wurde 2012 die größte Photovoltaikanlage Europas in Betrieb genommen.

Die Flugplatz GmbH sieht den Verkehrslandeplatz „im Aufwind“. Na, dann hoffe ich, dass der graue Schein trügt.

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47 Kilometer zeigt das Oregon – Zeit, jetzt gegen den Wind nach Hause zu kreuzen.

Rumpelweg mit Pfützen bis zum grau daliegenden Finowfurt. Hier biege ich ein auf den Oder-Havel-Radweg, der durch die Wälder wieder nach Bernau führt.

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Die „Hinweisrakete“ zum Luftfahrtmuseum ist genauso vergammelt wie das Museum selbst. Irgendwie aus der Zeit gefallen. Wieder mal  ein „Lost Place“ in Brandenburg.

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Am Nordrand von Biesenthal erfahre ich, dass dieses Örtchen schon mehr als 750 Jahre alt ist. Stolz reckt sich der „Kaiser-Friedrich-Turm“ gen grauen Himmel. Erst 1907 wurde er auf dem Schloßberg errichtet.  Das Tor zum geschichtsträchtigen Gelände ist noch verschlossen. Heute ist kein gastlicher Tag, garstiges Wetter – der Regen rinnt, der Wind bläst. Ich schwinge mich auf das Basso-Pferd und sehe zu, dass ich nach Hause komme.

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Zwischen Schönerlinde und Mühlenbeck dann dies:

Angriff auf die Geruchsnerven im Preis inbegriffen! Eine Kantine im Klärwerk und gegenüber eine Schweinemastanlage! Ich bin schon froh, dass ich nach zwangsweiser, windbeflügelter Inhalation des bestialischen Gestanks, unbeschadet überlebt habe. „Tausend Nasen müsste man haben“!

Oh, wie sehne ich mich nach dem Duft von frischem Brot, von Apfel, Zimt, Aprikose und Jasmin. Zu Hause werde ich sofort ein Duftbad nehmen!


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