Dynamo Harvester – Strom ernten und Akkus füttern

Meine neueste Errungenschaft hat den ersten Praxistest hinter sich. Der Dynamo Harvester von „be on bike“ hat mich zuverlässig und sehr zufriedenstellend auf dem 400er Brevet begleitet. – Mittlerweile war der Harvester auch beim 600er zuverlässig dabei. Das Oregon blieb die ganze Nacht hindurch mit beleuchtetem Display eingeschaltet. Zwischendurch bekam auch mein iPhone eine Ladung Strom ab! Alles funktionierte bestens.

Seit Mitte Juni gibt es ein Update für die app. Die aufgezeichneten Strecken lassen sich jetzt exportieren.

Den Harvester gibt es in der neuen Variante Dynamo-Harvester Plus. Harvester-Upgrade

Dabei hatte ich doch schon eine ordentliche Stromversorgung am Rad. Das E-Werk von Busch und Müller ist auch ein zuverlässig arbeitender Stromumformer, der den Nabendynamo nutzt, um dann Navi, iPhone etc. laden zu können. Wenn da nicht der Hinweis von Peter, dem Technikfreak, auf den Harvester gewesen wäre. Die Beschreibung des technischen Konzeptes mit vielen neuen Möglichkeiten fixte mich an. ( http://be-on-bike.de)

Also wünschte ich mir kurzerhand das Teil zum Geburtstag. Mein Wunsch wurde erhört, und ich konnte vor zwei Wochen das handliche Päckchen mit dem Harvester öffnen. Dynamo-Harvester-Ansicht-von-schräg-rechts

Thomas Treyer, ein junger radbegeisterter Ingenieur aus München hat sich dieses Stück innovative Technik einfallen lassen und ist auch noch in der Lage, es zu vernünftigen Kosten zu produzieren und anzubieten.

Doch zurück zum Päckchen: Ein Carbonrohr mit 148 mm Länge und 30mm Durchmesser nimmt die komplette Technik auf, inklusive eines 3000mAh LIon Akkus, der den meisten Platz beansprucht.

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Zur Technik: ( die folgenden Angaben stammen von der Homepage von „be-on-bike“)

Ladefunktion:

Kompatibilität: Getestet mit iPhone und iPad, Samsung Galaxy 4S mini, Samsung Galaxy S3, Motorola Razr i, HTC desire HD
Interner Akku:
Typ: Li-Ion single cell Samsung ICR18650-30B
Kapazität: 3000 mAh @ 3,7 Volt
Gewicht: 42 g
Ladebuchse
USB-Buchse: Typ A (USB 2.0)
Ladespannung: 5 Volt
Ladestrom: 1 Ampere
Sensoren

Funkschnittstelle: Bluetooth LE

Unterstützte Bluetooth-Profile (Standard): CSC
Unterstützte Bluetooth-Profile (Proprietär): Be on bike App
Sensortyp 1: Strecke, Auflösung typ. 15 cm (Abhängig vom Raddurchmesser)
Sensortyp 2: Höhe, Auflösung 0,4 Meter
Sensortyp 3: Temperatur, maximale Abweichung -1° .. +3°
Mechanik

Abmessungen: 148 mm Länge x 30 mm Durchmesser (ohne Befestigungsmaterial)
Gehäuse: Carbon-Präzisionsrohr, Außenlage Carbon-Leinwandstruktur, hochglänzend
Schutzart: IP43
Montageart: Waagerecht unter Lenker ( dazu nachher mehr)

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Die technischen Möglichkeiten des Dynamo Harvester übertreffen alles, was ich bisher in diesem Bereich kennen gelernt und erprobt habe.

Also, ran an die Montage. Zunächst befestige ich den Harvester mit den beiliegenden Gummistücken unterm Lenker. Wie vom Hersteller empfohlen. Das geht ganz ordentlich, sieht aber nicht besonders elegant aus. Also sinne ich nach einer anderen Möglichkeit. Der Dynamo Harvester als Space Bar für Navi und Tacho, das müsste doch gehen, zumal ich eh eine ähnliche Halterung montiert hatte.

Thomas Treyer bestätigt mir die notwendige Belastbarkeit des Carbonrohrs ( 1mm Wandstärke) und freut sich über die neue Idee.

Ich begebe mich ans Basteln: Zwei Halter von Minoura baue ich um und spanne das Rohr an beiden Seiten in die ursprünglichen Lenkerschellen ein. Die drehbaren Arme vom Minoura Space Bar schraube ich solide rechts und links am Halter für meine Topeak-Tasche an. Passt!

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Mit VDO-Computer und Oregon 650
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links die USB-Buchse, rechts die Stromzuführung vom Nabendynamo und die Zuleitung zur Supernova E3 Pro
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sichere Befestigung am Fronttaschenhalter
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Das Oregon 650 hängt am Harvester – die zu langen Kabel verschwinden im Rohr des Acros-Fibre-Steuersatzes
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mit Topeak-Bar-Pack und links am Steuerrohr Tasche für Lumix-Kamera
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Verkabelung mit Supernova E3 pro, das LED-Fernlicht ist autark versorgt
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etwas „Kfz-mäßig“ in der Optik, aber sehr solide

Bewertung

Konstruktion

+ Fliegengewicht mit 42 Gramm

+ Abmaße mit 148×30 mm sehr kompakt

+ integrierter Akku mit ordentlicher Kapazität ( 3000 mAh, 3,7 V)

+ leicht montierbar/anschließbar, gute Beschreibung incl. online-Video

+ sehr stabil, stoßunempfindlich

+- Ladebuchse gut erreichbar, aber Abdeckung fummelig einzudrücken

+- Stromeingang solide, aber wenig elegant gelöst

Praktischer Einsatz

+ wird durch wenige Radumdrehungen „geweckt“, kein Schalter

+ erkennt automatisch, ob Zubehör zum Laden angeschlossen ist

+ setzt Priorität für Licht und lädt dann Zubehör aus dem Akku

+ Akku wird bei mehrstündiger Fahrt voll geladen

+ Oregon-Stromversorgung und Akkuladung parallel möglich

+ Oregon wird problemlos über 8h aus dem Akku geladen. Interner Oregon Akkupack danach komplett voll, Oregon wurde in der Nacht mit gedimmter Beleuchtung gefahren.

– keine Ladestandanzeige für den Akku

– keine ( einfache) externe Lademöglichkeit an Ladegerät etc.

Zusatzfunktionen – „be on bike- app“

die Fähigkeit des Harvester, Streckendaten aufzuzeichnen, die Temperatur und die Höhe sehr exakt zu messen, ist einzigartig . Die app ist gut praxistauglich für den Einsatz mit iPhone oder Android-Smartphone. Wird kontinuierlich upgedated und verbessert.

Hier die Infos dazu vom Hersteller: http://be-on-bike.de/de/be-on-bike-app

Erstes Fazit: absolut für den Langstreckenradler zu empfehlen!!!

PREIS: 97 € bei Amazon, kostenlose Lieferung


11 Gedanken zu “Dynamo Harvester – Strom ernten und Akkus füttern

  1. Wir sind zwei Reisetadler ( 2x Spanien, 2 x Italien je ~ 6.000 km in 8 Wo. ) und ich verwende das Top-Gerät ( Harvester ) seit 4 Jahren. Er ist ein zuverlässiger Akku und lade diesen mit den Narbendynamo auf.
    100 x zuverlässiger als Solaranlagen ( für Rad od. Radtasche ausgelegt ).
    Ich werde bei meinen weiteren Touren nur dieses Top-Gerät verwenden.

  2. Hallo Dieter,

    mir ist nach ganz klar, wozu du noch eine zusätzlichen Akku brauchst, wenn du bereits einen Nabendynamo + E-Werk hast. Oder hält der Oregon nicht so lang?

    1. Hallo David, der Oregon hält ca. 10-12 Stunden, dann braucht er entweder neue Akkus oder eine Stromfütterung von außen. Der Akku im Harvester stellt dann die Stromversorgung auch während einer langen Nachtfahrt sicher. Am besten ist es, wenn der Oregon-interne Akku schon am Tage gefüttert wird, so geht es in die Nacht mit ordentlichem Ladestand. Nachts wird nochmal mehr Strom verbraucht, weil das Display erhellt werden soll.

      1. Verstehe! Ich glaube, dass war auch der Grund warum ich einen Etrex gekauft habe. Der hält mit 2 AA Nihm Baterien ca. 24 Stunden. Für Brevet ist der Etrex super, für längere Reise ohne Track würde ich aber natürlich auch den Oregon bevorzugen.

  3. Hi Alex, ich bin halt ein Technikfreak. Das bedeutet aber wirklich nicht, dass man nur 1 km/h dadurch schneller wird. Leider! Ich sehe erfreulicherweise bei unseren Brevets alle Spielarten: Fahren mit Roadbook und Karte, und dann auch mit smartphone immer online. Nachts mit alter Halogenleuchte, oder auch mit schweineteurer Lupine -LED. Alte Stahlrenner und daneben Carbon mit Carbonlaufrädern. Alles darf, nichts muss!!!!

    mit besten Grüßen

    Dietmar

    1. Ich glaube ich wäre mit so viel Technik überfordert. Kein Wunder, habe ja auch erst seit letztem Herbst ein Smartphone. Und ganz ehrlich, so prall ist das auch nicht. Mußte das Teil schon zweimal ausschalten, weil der Bildschirm einmal ganz schwarz war, also keine Bedienung mehr möglich war und einmal weil sich eine ÄP aufhängte.
      Bei meinem alten Mobil, das problemlos über drei Jahre am Stück lief, gab´s eben keine Probleme. Auch die Vorgängermodelle wurden nur getauscht, weil die Akkus nach mehreren Jahren nicht mehr so super waren.

      Bei dem jetztigen kann-muß ich alle zwei Tage laden und ich nutzte es nicht viel.

      Ich habe aber auch den Vorteil, das ich mir Strecken recht gut merken kann und mich dann auch gut durchfinde. Hab´s dann aber auch kaum eillig.

  4. Die Hompage ist ja ganz interessant, da wundert es mich dann doch, das ich das noch immer alles ganz traditionell, so zu sagen analog, schaffe. Nun gut, so lange Strecken mache ich ja auch noch nicht.

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