Kilometer fressen vor PBP

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Croustillier – ein kleiner Ort im Oderbruch mit hugenottischen Wurzeln

In den nächsten Tagen wird es warm, dann heiß, und dann noch heißer! Wir nutzen die Gelegenheit, bei herrlichem Wetter um 12 Uhr zu starten, und erst einmal nach Osten zu rollen. Bernau-Tempelfelde-Heckelberg ( Pflasterpassagen!) Und flugs hinunter nach Bad Freienwalde. Sanft schiebt der Rückenwind. Wir wollen bis an die Oder fahren und dann auf dem Deichweg weiter.  Über groben Asphalt, Betonplatten und Schotter rumpeln wir durch die kleinen „Kolonistendörfer“, die alle um 1750 entstanden sind.

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Sogar ein kaiserliches Postamt mit Telegraph gibt es zu bestaunen. P1020983

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Endlich stoßen wir auf den Oder-Radweg und beschließen, mit Rückenwindunterstützung oderaufwärts zu fahren. Störche ziehen ihre Jungen groß, Frösche quaken in den Teichen. Ansonsten bekommen wir erstaunlich wenig Tiere zu Gesicht. Na gut, dann genießen wir eben die Weite der Wiesen, die Eichenreihen am Oderdeich, die Cumuli am knackblauen Himmel.

In den nächsten zwei Stunden bleibt unsere Tachonadel bei 30km/h angenagelt. P1020994

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Bei Kienitz werden wir an die jüngere deutsche Geschichte erinnert.

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„Die Offensive verleiht uns ein grenzenloses Maß an Energie, um noch schneller dem faschistischen Unrat ein ende zu setzen“, so schrieb ein russischer Leutnant im April 1945 an seine Familie in Moskau. Irgendwelche Hohlköpfe haben schon auf dem Denkmal herumgekratzt und ihre eigene Dumpfheit unter Beweis gestellt.

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„Schlafwagen“ in Groß-Neuendorf

In Groß-Neuendorf bewundern wir das ideenreich gestaltete Hotel, ziehen aber für einen kleinen Imbiß den Laden um die Ecke vor.

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Im Radler-Imbiß gönnen wir uns ein Weizen alkoholfrei und zwei fette Kirschkuchenteilchen

Die Oderauen nördlich von Küstrin zeigen im Spätnachmittagslicht ihre ganze Schönheit.

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Noch 30 Kilometer bis Frankfurt – die Zivilisation rückt wieder näher, mit stillgelegten Fabrikgebäuden, zugewucherten Abbruchhäusern…

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Jakobswege gibt es nicht nur in Spanien! und der „Kietzer Berg“ hat es auch in sich.

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In Frankfurt suchen wir, in konzentrischen Kreisen fahrend, den ominösen Bahnhof. Irgendwie müssen hier Hinweisschilder ziemlich teuer sein, oder warum stehen sie so spärlich und vereinzelt?

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Eine alte Dampflok vorm Frankfurter Bahnhof – bezeichnenderweise auf dem Dach einer Autovermietung

Um kurz vor sieben weisen uns zwei wenig nette Damen im „Reisezentrum“ der DB darauf hin, dass in vier Minuten geschlossen würde! Wir fragen leicht ironisch, ob es denn noch möglich sei – in dieser knappen Zeit – zwei Fahrkarten nach Berlin auszustellen. Widerwillig begeben sich die zwei Musterdienstleisterinnen an die Arbeit. Fünf Minuten später sitzen wir im Regionalzug nach Berlin.

Für Peter waren es heute um die 190 Kilometer, für mich knapp 170. Ordentliches Training für PBP. Rollen, Intensives Powern, ein paar Hügelchen – alles drin.

Am Samstag haben Klaus, Ingo und Ralf zum ersten Treffen der ARA-BB-Teilnehmer eingeladen. Ins Café L Ètape in Wilmersdorf. Davor werden wir bei vorhergesagten 36℃ in einer kleinen Hitzeschlacht über 110 Kilometer zeigen müssen, was Randonneure so aushalten.

Schaun mer mal.


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