Wildes Brandenburg – 1400 Trainingskilometer im Juli

Vorfreude, Respekt, Bammel… Am 14. August starten wir gen Paris. Also nur noch gute zwei Wochen, dann müssen wir zeigen, ob unser Training Früchte trägt, ob die Körper genügend Kilometer verarbeitet haben. Im Juli haben wir bis heute 1400 km gesammelt. Ein paar Eindrücke davon nun hier: aus dem wilden Brandenburg.

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Auf dem Gelände des FTZ Potsdam, Außenstelle Michendorf, sind mehr als 3000 ausgemusterte Telefonzellen gelagert. Ein eifriger „Bediensteter“ macht uns unmissverständlich darauf aufmerksam, dass hier das Fotografieren verboten ist!!! Ich muss mir einen lauten Lacher verkneifen, so aberwitzig erscheint dieses Verbot. Von außen sieht das so aus.

Und wieder auf eine 150er Runde in den Süden von Berlin: Peter hat als Ziel einen weiteren „Lost Place“ ausgesucht: den ehemaligen Flugplatz von Rangsdorf, ganz nahe bei Schönefeld. Hier standen die Bücker-Werke, in denen bis zum Kriegsende Fluggerät gebaut wurde. Hauptsächlich in Lizenz von Messerschmitt, Heinkel etc. Die eigenen Flugzeuge waren wohl zu harmlos für den Kriegseinsatz. P1030225

Das riesige Gelände ist mit einem vergammelnden Stacheldrahtzaun abgesperrt. Um diesen Blick zu erhaschen, rumpeln und laufen wir zwei Kilometer über die alte Landebahn.  P1030244Auf der anderen Seite müssen wir die Räder über die Bahngleise tragen, um wieder zurück in die Zivilisation zu gelangen.

Nach mehr als 300 Kilometern im Süden der Hauptstadt wenden wir uns nun wieder dem Norden zu: Auf dem Weg nach Anklam, nahe bei Woldegk, empfängt uns diese lautstark meckernde Gänseschar.P1030347

Im Schlosspark von Boitzenburg gibt es die Gelegenheit zu einer herrlichen „Kunstperspektive“.

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Und 100 Meter vom pompösen Schloss entfernt dann dies:

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Brandenburg hat noch reichlich brutale Gegensätze parat.

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In Anklam, nach 200 Kilometern durch die Hügel, reicht es uns für diesen Tag. Wir gehen zum gemütlichen Teil über und fahren mit der Bahn zurück nach Berlin

Peter will am nächsten Tag unbedingt wieder in den Norden, wieder ins wilde Brandenburg. Diesmal werden wir das Christkind in Himmelpfort suchen. Wir finden es nicht, wohl aber diesen neugierigen Herrn, der wie ein Überbleibsel aus gewissen DDR-Zeiten erscheint.

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Oder ist er einfach fasziniert  von diesem Trafo-Häuschen-Kunstwerk gegenüber?

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Der Radweg bei Lychen ist eine treffliche Trainingsstrecke zum Crossen.

Über Templin und Zehdenick rollen wir wieder gen Berlin. Und heute kommt auch mein Allergie-Notfallset zum Einsatz, nachdem mir eine in voller Fahrt gerammte Wespe zum Andenken den Stachel ins Knie sticht. Cortison und Antihistaminikum zeigen sich wirksam, und so erreichen wir unsere Stamm-Pizzeria um halb neun.

Nach Westen, oder doch mehr in den Norden? Der stramme Westwind lässt uns beidrehen, und wir sind wieder unterwegs Kurs Nord. Peter will unbedingt erkunden, ob auf dem ehemaligen Flughafen Groß-Dölln Siemens seine Oberleitungs-LKWs testet.

„Siemens-Highway“ steht in der Karte eingetragen.

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Unsere Erwartungen werden enttäuscht. Weit und breit kein „LKW-Stromer“ zu sehen. Nur die einsame Teststrecke können wir bewundern. Stattdessen lassen es auf dem Driving-Center die Motorradfahrer krachen. Hier ist was los! Und den Bereich für die Fahrertrainings sehen wir uns an: Vor zehn Jahren hatte ich das Vergnügen, dieses Gelände mit Mercedes aus dem Tiefschlaf zu wecken. Heute können Kunden die neuesten Mercedes testen. Auch Audi und Porsche sind präsent. Leichte Nostalgiegefühle machen sich bei mir breit.

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Peter kraftmeiert
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Peter liebt sein Genesis trotzdem

Wir arbeiten uns über endlose Betonwege und zwischen riesigen Solaranlagen wieder vom Flugplatzgelände herunter.

Ab nach Zehdenick –  schon wieder. Dieses Mal dürfen wir die architektonischen Meisterleistungen der Anwohner bewundern. Dieses zum Beispiel:IMG_0551

Und dann hinein ins Zentrum am Filmtheater der Werktätigen vorbei.

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Alles nur Theater

Noch mehr fürs Auge in Zehdenick

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Kunst im Garten. Ob die verfallene Scheune Teil der Installation ist – wer weiß
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Und wie lange noch?
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Aber kämpfen könn’se!
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Und noch ein Kunstwerk – Brückenkunst in Zehdenick

Nach so viel Augenschmaus entschließen wir uns, doch wieder über Malz und Friedrichsthal nach Berlin zu fahren. Nicht, ohne uns an diesem letzten „Schilder-Schreib-Kunstwerk“ zu erfreuen:

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Und immer sind die Bretter zu kurz

Erschöpft gönnen wir unseren geschundenen Körpern eine Trainingspause. Bis zum nächsten Mal. Dann geht es wieder in den Süden. Der Fläming lockt und die verlassenen Heilanstalten in Beelitz.

>>>>> noch 18 Tage bis zum Start

bis denne in Paris


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