Gran Fondo 100

Im Dezember werden die Tage kürzer und kürzer. Auch die Streckenlängen meiner Ausfahrten schrumpfen. Auf STRAVA gibt es die „Herausforderung“ Gran Fondo 100. Eine wahre Kurzstrecke für einen Randonneur. Aber trotzdem nicht zu verachten bei frischem Südwind und gerade mal zwei Grad beim Start. Wohin soll ich eigentlich fahren heute? Selten war ich so unentschlossen – Der Wind treibt mich nach Norden: Wandlitz, Zerpenschleuse, Schönebeck… Saftig grün sind die Weiden, braun und laubig die Wälder. Bei Klosterfelde steht ein riesiges Schild an der Straße: „Stöberjagd – freilaufende Hunde“ Ich bekomme weder Jäger noch deren Hunde zu Gesicht, aber die Jagdabsperrung ist absolut sehenswert: Über mehr als einen Kilometer haben die Veranstalter Absperrungen gespannt, die wie überdimensionale Wäscheleinen ausschauen.IMG_0205

Hier im Barnim und der Schorfheide gingen schon Kaiser Wilhelm II, der „Reichsjägermeister“ Hermann Göring und in DDR-Zeiten Erich Honecker mit Staatsgästen aus Ost und auch West auf die Jagd.

Die Dorfschule in Groß Schönebeck sieht aus wie ein Denkmal aus der braunen Zeit.IMG_0207.jpg

Schön geschmückt und sorgfältig restauriert steht sie da – wie auch das schlichte Jagdschloss Schönebeck. Neben der Ausstellung „Jagd und Macht“ zeigt das Museum auch eine kleine Präsentation über die Boxlegende Max Schmeling, der auch ein passionierter Jäger war.

Hinterm Schloss biege ich ab nach Westen in Richtung Böhmerheide. Kein Auto auf der Straße, aber ein aufwendiger Radweg daneben. Schön – ich beschwere mich nicht. IMG_0209.jpg

Wer hier lebt, lebt einsam. Ruhig und beschaulich auf jeden Fall.

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Bald habe ich Hammer erreicht, einen kleinen Ort, dessen Bäckerei beim letzten 400-Kilometer-Brevet Kontrollpunkt war. In Liebenwalde entscheide ich mich für eine Schleife nach Norden über Zepernick nach Liebenberg.

Herrlich zu fahren bei mildem Licht und würziger Luft. IMG_0216

Am Voßkanal wird aufgeräumt. Forstarbeit wird hier vom Wasser aus erledigt.

Das winzige Kirchlein von Krewellin ist leider geschlossen. Für alle, die im Sommer hier vorbeikommen: Reinschauen!

Der nächste größere Ort meiner Runde ist Zehdenick. Neben der  verwunschenen Ruine  eines Zisterzienserklosters hat das Städtchen eine hübsche Altstadt zu bieten. Im frisch restaurierten Haus der Volkssolidarität ist eine soziale Einrichtung untergebracht.

80 Kilometer bilanziert mein Garmin bis hierher. Ich könnte also direkt nach Hause fahren, und der Gran Fondo 100 wäre erledigt. Schöner ist aber die Strecke über Falkenberg und Liebenberg. IMG_0228

Der traditionelle Weihnachtsmarkt auf Schloss Liebenberg ist nur an den Adventswochenenden geöffnet. Schade, ich hätte so gerne ein paar leckere Quarkkeulchen verspeist. Ersatzweise kaue ich ein paar Nüsse und Rosinen.

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Die Eismeerstraße bei Hertefeld ist gesperrt. Ich hatte eh keine Lust aufs Eismeer.

Und Schluss für heute.

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Nachklapp: So sieht mein liebstes Winterrad aus – solange es nicht schneit. Dann muss das Taurine ran.

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Basso-Stahl-Crosser

 

 

 


2 Gedanken zu “Gran Fondo 100

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