Winterlichter

Gestern stieg ich aus der S-Bahn und rollte gemeinsam mit einem jungen Mann und seinem Specialized-Stumpjumper MTB auf die dunkle, nasse Straße. Dunkle Jacke, kein einziges Lichtlein am teuren Rad, alles sehr stylish. Ich dagegen hatte meine „Festbeleuchtung“ eingeschaltet und meine Mavic-„Bauarbeiterjacke“ angezogen. Nicht so stylish, aber umso besser sichtbar.

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Peter und Albrecht mit Reflexjacken – nicht zu übersehen!

 

 

 

Wie lebensmüde muss man sein, um ohne Licht und in dunkler Kleidung in die Dunkelheit und Nässe zu fahren. Nun bin ich nicht unterwegs, um oberlehrerhaft anderen vorzuhalten, wie blöde sie sich meiner Meinung nach verhalten. Für diejenigen, die aber eine Ausrüstung suchen und nur noch nicht die richtige haben, hier ein paar Vorschläge für das Winterlicht.

Beleuchtung – Sehen und gesehen werden

Noch wichtiger als selber zu sehen, wo man hinfährt, ist von überholenden oder abbiegenden Autofahrern gesehen zu werden. Also hat die Wahl des richtigen Rücklichts höchste Priorität.

Helligkeit, Seiten-Sichtbarkeit, Akku-Batteriestandzeit, Wasserdichtheit, Art der Befestigung, Materialqualität. Mit diesen Kriterien im Blick habe ich meine Favoriten gewählt. Zuerst die Dynamoleuchten, die ich bei meinen Langstreckenfahrten und Nachtfahrten einsetze.Hier gilt es, keine Kompromisse bezüglich Leuchtdauer und Zuverlässigkeit einzugehen.

Rücklichter:

Für Stromversorgung per Dynamo/ vom Frontlicht aus

  • Supernova E3 Taillight 2
  • SON LED Rücklicht

Das Taillight von Supernova ist nach meiner Erfahrung das mit Abstand hellste, am besten sichtbare und das stabilste Teil.Unknown Jeder, der es anbaut, wird seine helle Freude daran haben. Der Preis ist mit um die 45 € hoch, aber angemessen.

Das SON- Rücklicht liegt auch etwa bei 50 €, erscheint mir aber als eine besser gemachte Ableitung vom BuM-Rücklicht, mit der Möglichkeit der Sattelstützenbefestigung.images

 

 

 

 

 

Beide Rückleuchten sind erstklassig für den harten Einsatz geeignet. Das E3 Taillight hat bei mir schon stundenlange Regen-und Schlammfahrten locker überstanden.

 

Frontlichter:

Dazu passen natürlich am besten die entsprechenden Frontlichter von Supernova, bzw. SON

  • Supernova E3 Pro 2P1140497
  • SON Edelux IIson_edelux_son_delux

Die Investition von jeweils knapp 200 € für eine Kombination von Front-und Rückleuchte halte ich für überaus vernünftig, zumal über lange Jahre hinaus dann keine neuen Lampen mehr erforderlich sind.

Ich habe seit drei Jahren die Kombi von E3 pro 2 mit Taillight 2 im Einsatz. Befeuert wird sie von einem SONdelux Nabendynamo, der zu Recht einen legendären Ruf genießt in der Randonneur-Szene. Leistungsfähig, leicht laufend, unzerstörbar.

Hier zu sehen am Endurace und Colnago verbaut.P1140505

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Neben den Dynamoleuchten von SON und Supernova haben aber auch die Akkuleuchten eine Daseinsberechtigung. Sie sind flexibler einsetzbar, und gute Qualität muss hier nicht teuer sein.

Bei den Rückleuchten besitze ich eine „Tailguard“ ( die allerdings nur in USA und GB angeboten wird) und eine Hiro von Sigma. 600x600-67513-SIGMA-Eclairage-Arriere-HIRO-19100Die Hiro ist besonders klein und hat trotzdem mit 2-AAA-Batterien eine Leuchtdauer von 60 h ! Ein Batteriestandindikator zeigt, wann neuer Saft erforderlich wird. Nur die Befestigung sieht sehr filigran aus und ist ein wenig wackelig. Trotzdem hat sie bisher alle Belastungen ausgehalten.

Geradezu brutal hell ist der Knog-Blinder mit seinen 4 LEDs. 600x600-82939-knog-blinder-4v-pulse-argentEr ist absolut wetterfest und lässt sich per USB laden. Leuchtdauer Dauerlicht 5 h, Ecoflash bis 30 h

Und die Cube Pro für kleine 16 € mag ich sehr. Cube-Ruecklicht-PRO-mit-StVZO-Zulassung_b4Sie ist mit den drei LEDs schön hell, gut von der Seite zu sehen, hat auch einen Batterieindikator und hält mit den 2-AAA -Batterien ca. 30 h durch.

Alle aufgeführten Leuchten sind sehr schmal und lassen sich auch am Hinterbau bzw. an der Sattelstütze befestigen.

Und für die, die nach vorn nicht genug Licht haben können: Viel Licht lässt sich am besten mit Hochleistungs-Akku-LEDs produzieren. Allerdings ist das im deutschen Straßenverkehr offiziell nicht zugelassen. Ich nutze solche Kracher als Zusatzleuchte, wenn ich allein auf weiter Flur bin, bei nassen Straßen, schnellen Abfahrten und und. Wie einen Fernscheinwerfer beim Auto auch.

Bei den Akku-Leuchten sind die  Produkte von Lupine erste Wahl für den Profi-Einsatz. Edel, teuer und brutal leistungsfähig.

Wer sich eine „Betty R7/14“ leisten kann,betty_r14_03 lässt jeden konventionellen Autoscheinwerfer alt aussehen, muss aber auch dafür 800 € lockermachen.

Für die Normalos gibt es mittlerweile ein großes, gut sortiertes Angebot von klasse Frontleuchten. Beispielsweise von Magicshine. Seit 4 Jahren habe ich davon eine im Einsatz. Die 808E P1140546überzeugt immer noch  beim Fernlicht. Und da hält sich die Investition mit unter 100 € inkl. 5600-mAh-Qualitäts-Akku in Grenzen.

Für mich sieht die Top-Lösung so aus:

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Supernova E3 Pro  und die Magicshine als Fernlichtergänzung
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Supernova Taillight und Sigma Tailguard am Basso-Crosser

Die Supernova konnte ich gut an dem Bügel festschrauben, der auch die Revelate Viscacha Satteltasche abstützt und vom Bremszug der Canti-Bremse fernhält.

Wer bis dato noch keinen Wunschzettel ausgefüllt hat, der kann jetzt loslegen. Oder sich selber schenken. Da weiß man, was man hat!

Und dann mit herrlicher Festbeleuchtung die „Festive 500“ in Angriff nehmen. Vom 24.12. bis zum 31.12. 500 Kilometer fahren. Das hält den Winterspeck auf Abstand.

Erleuchtete Festtage wünsche ich.


8 Gedanken zu “Winterlichter

  1. ….jaja iss ja schon gut, ich habe verstanden.

    Bis dahin werde ich aber wohl noch meine Akkus aufbrauchen müssen. Geschätz hält so ein „Pack“ bei intensiver Nutzung mindestens 4 Jahre, ohne dabei nenneswert an Leistung einzubußen.

    Habe aber „leider“ erst noch einen Viererpack mitkommen lassen. Versandkosten sparen war dann so auch mit drin.

  2. Beifall!!! Deine Erfahrungen decken sich absolut mit meinen. Und einen blau leuchtenden Ring auf der Rückseite einzusetzen, halte ich bestenfalls für einen modischen Gag. Bei sehr schlechten Sichtbedingungen könnte der sogar blenden. Und dann bleibt nur die Supernova😎

  3. Gerne. Den LUMOTEC IQ-X kannte ich schon. Trotz Aluausführung finde ich die Optik des Scheinwerfers für meinen Geschmack recht konservativ und zu wenig modern. Hatte über die Jahre auch schon verschiedene LUMOTEC’s in Verwendung und war – trotz Lobeshymnen – sehr enttäuscht von der Leistung und Ausleuchtung. Zudem kann ich mit den Lux-Angaben nichts anfangen. Ich erinnere mich auch dunkel, in einer ersten Vorstellung des LUMOTEC IQ-X (Messe?) gelesen zu haben, daß der blaue Ring an der Rückseite im Betrieb dauerhaft leuchtet. Falls das den Tatsachen entspricht, frage ich mich wirklich, welcher Ingenieur bei BuM in dieser Entwicklungsphase gerade Urlaub hatte. Daher werde ich wohl dem Supernova-Pärchen eine Chance geben…

  4. Dank dir für die Ergänzung deiner Langzeiterfahrungen. Das ist allemal aussagekräftiger als die üblichen „Langzeittests“ der Zeitschriften, die meistens bei 3-5000 km enden. Beim Aufbau deines neuen Rades kannst du ja auch mal ein Auge in Richtung der neuen BuM LUMOTEC IQ-X werfen. Da haben die Kollegen endlich mal Plastik durch Alu ersetzt. Bin gespannt, wie wertig das Ding gemacht ist. Nach meinen Erfahrungen mit BuM bin ich allerdings sehr skeptisch. Die sind technisch gut, wenn es aber um die Umsetzung in Material-und Fertigungsqualität geht, wird es dünn.

  5. Hey Didi,

    eine schöne Zusammenfassung und Erfahrungswerte gleich dazu – diese kann man eben nicht kaufen. Danke!
    Da ich mir gerade ein Bike aufbaue, denke ich auch auf den diversen Beleuchtungen herum, aber das Supernova-Gespann steht ganz ober auf meiner Agenda.

    Alex, ich fahre einen SON an meinem Reiserad noch aus der ersten Generation und habe jetzt irgendwas zwischen 35000 und 40000km damit runter. Bis auf das Salzlaugen verblichene Alu-Finish, kann ich kein Unterschied zu meinem ersten Tag der Nutzung feststellen.
    Da ich auch mit dem MTB unterwegs bin, würde ich mal ganz kühn behaupten, das die Belastung unter dem voll bepackten Reiserad mit vier Taschen und Gerödel nicht ohne ist und dem Geländeeinsatz mit dem MTB in nichts nachsteht. Ich habe mein Rad, bzgl. des Untergrundes, nie geschont. Von daher und wie es Didi schon angeschnitten hatte, kann ich ohne Einschränkungen zum SON raten, auch wenn er vergleichsweise teuer ist. Das Teil ist verdammt gut gelagert, kann viel ab, sieht nebenher noch gut aus (im Vergleich zu Shimano) und wenn man sich um gar nichts mehr kümmern muß und immer Licht am Rad haben möchte ohne sich mit leeren Akkus herum schlagen zu müssen, weiß man die Investition erst richtig zu schätzen. Zudem ist er von allen bekannten Nabendynamos immer noch der effizienteste (SON 28). Für mein neues Rad sind die Laufräder mit – natürlich einem SON – schon fertig aufgebaut und warten nur darauf montiert zu werden :- )

  6. Hi Alex, die E3Pro2 und das Taillight sind beide StVO-konform. Und einen vernünftigen Nabendynamo kann ich dir nur empfehlen. Es ist einfach beruhigend, immer eine zuverlässige Stromversorgung zu haben. Ob du dabei einen günstigen Shimano, z.B den DH-3N80 für ca. 75 € verwendest oder einen SONdelux für mehr als den doppelten Preis ist von Geldbörse und persönlichem Anspruch abhängig. Zuverlässig ist auch der Shimano. Wenn du einen SON „cx-mäßig“ einsetzen willst: Nur zu! Er wird das länger aushalten als deine Felgen, dein Rad und wahrscheinlich auch du selbst.

  7. …da sieht ja meine Beleuchtung noch „schmal“ aus. Klar kostet auch nur einen Bruchteil von den Superkrachern, ist aber dafür rundum StVZO zugelassen ( meine ich, sodenn ich das noch im Kopp habe ).
    Mit Nabnedynamo spielt seid neusten mein Kopf, weil ich ja nun wieder länger im Dunkeln unterwegs bin. Hier sind mir aber die Kosten für einen SON noch zu heftig. Außerdem habe ich bis jetzt auch noch keine Ansagen gefunden, wie sich jener im harten Geländeeinsatz machen würde. Denn so CX-mäßig ist bei mir manche Heimfahrt.

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