Festive 500 – Finale!

Kilometer machen, so lange das Wetter mitspielt! Mit Rene treffe ich mich beim Barnimer Backhaus in Mühlenbeck. Er hat schon ein Eierbrötchen und einen heißen Tee verarbeitet, als ich um kurz nach zehn eintreffe. P1140893

Gut gestärkt und gut gelaunt machen wir uns auf den Track, den Rene gebastelt hat. Um die 150 Kilometer in den Norden, nach Liebenwalde, Zehdenick und dann nach Groß Dölln, Zerpenschleuse und Bernau. Die Luft ist kühler als am Tag zuvor, aber es weht fast kein Wind. Richtig schön zu fahren ist es. Am Kanal entlang, auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen. Wir haben den Weg fast für uns allein und genießen die Natur. In Zehdenick kann ich mit meiner Ortskenntnis prahlen und führe Rene zur Ruine des Zisterzienserklosters, durch die Altstadtgassen und über die Klappbrücke. P1140899P1140902P1140904

Wie im Mekka des Radsports sieht es hier aus – oder so ähnlich jedenfalls. Ein Specialized Sirrus aus den frühen 90er Jahren steht auf platten Füßen traurig und dreckig im Schaufenster. Im Innenhof türmen sich Fahrräder, die die besten Zeiten hinter sich haben. Aber im Gebäude des ehemaligen Kinos Alhambra sollen tolle neue Räder stehen, sagt uns ein netter Herr, der unsere fragenden Blicke deutet.

Über die Hastbrücke, deren Klappkonstruktion aus dem 18. Jahrhundert stammt, rollen wir vollkommen ohne jede Hast aus dem Örtchen nach Norden hinaus. Dann biegen wir nach Osten ab in Richtung Groß Dölln und fahren gefühlte 30 Kilometer mehr oder weniger geradeaus durch den Wald. Bis nach Groß Schönebeck sind es tatsächlich 26 Waldkilometer. Wir nutzen die Zeit zum Austausch von Erlebnissen aus  alten und neuen Zeiten. Am Nordrand von Zerpenschleuse dann dies:P1140906

„Was tun Sie dem Deutschen Volk an, Frau Merkel???“

Wir fragen uns, wo der Oldtimerverkäufer wohl (ein) sitzen würde, wenn er vor 27 Jahren den Namen Merkel durch Mielke ersetzt hätte.

Da schauen wir doch lieber auf die gerade fertiggestellte Brücke über den Langen Trödel und die alten Schifffahrtshäuser. Ich führe Rene auf dem Radweg Richtung „Schleusengraf“, einer Wirtschaft mit Biergarten, die zu dieser Zeit natürlich Saisonpause hat. Demnächst, im Frühling werden wir sicher hier wieder ein kühles Weizenbier genießen können. Heute stürzen wir uns ohne Pause wieder nach Süden und rauschen durch die Wälder an Biesenthal und Lobetal vorbei nach Bernau. Hier trennen sich unsere Wege. Rene fährt ins große Berlin zurück, ich mache noch einen Bogen über Zepernick, damit ich wenigstens auf 150 Kilometer komme heute. Dunkel ist es geworden. P1140888P1140919

Die festlich beleuchtete Giebelwand kann sogar „Smiley“.

Um halb fünf bin ich wieder daheim. Noch fehlen etwa 80 Kilometer bis zum Festive-Ziel. Das sollte noch zu schaffen sein, auch wenn mich am Abend eine beginnende Erkältung anspringt. Also lasse ich am nächsten Tag Peter, Matthias und Rene alleine auf die geplante Torten-und Pizza-Tour gehen. Erst am Abend treffe ich die illustre Runde in einer Pizzeria in Falkensee und komme so auch noch auf 56 weitere, leichte Kilometer. Am 31.12. fehlen mir noch 24 Kilometer. Die sollten auch mit Erkältung und ganz langsamem Rollen zu verantworten sein. Am Abend verzeichnete mein Garmin Oregon 510 Kilometer als Summe der Festive-Touren. Geschafft! Im doppelten Sinne.

 


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