Radeln bei Schnee und Eis

Endlich ist er da, der Winter. Mit minus 9 Grad in der Frühe, geschneit hat es die ganze Nacht. Der neue Schneeschieber kommt zum Einsatz, fast 10 cm dick liegt die weiße Pracht in der Einfahrt. Ich arbeite mich durch zum Bürgersteig und werde schön warm unter meinem Parka. Wie wäre es, wenn ich die schönen Schwalbe Ice Spiker teste heute – und zu dem edlen Spender der Winterwaffe fahre. Peter hatte keine Verwendung mehr für die fast neuen 26er Reifen. Sein Genesis ist mit einem 29er Radsatz ausgerüstet. Wie schön für mich!

Schnee würde reichlich fallen, das war gestern Abend schon abzusehen. Also schnell die neuen Spike-Reifen aufziehen. Um 23 Uhr stand das Taurine frisch beschwalbt mit 2 Bar Druck in den Schläuchen im Fahrradkeller. Es schneit weiter bis zum Mittag. Dicke Winterwatte liegt auf den Wegen.P1040454

Um 13 Uhr sitze ich endlich auf meinem Taurine. Auf den ersten Metern eiere ich noch etwas unsicher über die mehr oder weniger geräumten Gehwege und Straßen. Ich lasse noch etwas Luft aus den Pneus. Jetzt ist es genau richtig. Die Spikes und die Stollen greifen besser bei knapp unter zwei Bar. Und ich gewinne wieder Zutrauen zu meiner eigenen Fahrtechnik. Kleiner Gang, hohe Trittfrequenz, dann balanciert es sich leichter.P1040458

P1040461Nach einer halben Stunde beginnt die Ausfahrt richtig Spaß zu machen, wenngleich das Kurbeln auf dem satt verschneiten Mauerweg zwischen Hennigsdorf und Spandau in Arbeit ausartet. Mein Tacho zeigt muntere 12 bis 15 km/h.

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Das Eis auf dem Havelkanal sieht aus wie ein Schlangenrücken. Irgendein eisbrechender Lastkahn hat heute schon eine Mittelrille gepflügt. In Spandau angekommen, muss ich wohl oder übel wieder auf die Straßen. Und da sind viele Autofahrer offensichtlich so heftig mit dem Fahren beschäftigt, dass sie nicht auch noch Abstand zu einem verrückten Mountainbikefahrer halten können. Bevor ich irgendwann umgefahren werde, begebe ich mich wieder auf die Gehwege. Laaangsaaam, aber sicher. Um kurz nach zwei begrüßt mich Peter mit einem heißen Milchkaffee. Meine Füße werden wieder warm, der zweite Milchkaffee taut mich vollends auf. Wir räsonieren über die beste Winterausrüstung: Spikereifen sind klasse bei diesen Bedingungen, bremsen und lärmen aber  leider, wenn die Straße frei von Eis und Schnee ist. Man kann halt nicht alles haben. Ein langes Schutzblech hinten hält den Rücken frei vom Schlabber,  vorn habe ich neben einer Sigma-Speedster noch meine bewährte Sanguan montiert, ein fetter 5600-mAh-Akku stellt sicher, dass ich, wenn nötig, sie auf der hellsten Leuchtstufe powern lassen kann. An der Sattelstütze sorgt die Cube Pro  dafür, dass mich bei der Heimfahrt im Dunkeln keiner übersieht. Über den Helm habe ich das Regencap gezogen. Das hält warm, und die Sichtbarkeit wird deutlich besser. Meine Hände werden von den trefflichen Specialized-Lobster-Handschuhen geschützt, die empfindlichen Zehen freuen sich über die warmen und wasserdichten Polaris2 von Diadora.

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Wann wird es endlich richtig Winter … singe ich vor mich hin.

 

P.S.:Die Klickpedale locker einstellen, dann gelingt der Ausstieg, bevor der Radlerkörper auf der Eisplatte aufschlägt. Noch besser: Die Klickies gegen Plattformpedale tauschen.

 


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