Granfondo frio 102km

Mit „Granfondo“ wird eigentlich ein Radmarathon bezeichnet und nicht eine Spazierfahrt von 102 Kilometern. Nun gut: Strava hat fĂŒr Januar einen „Granfondo“ 100 ausgelobt. Da machen wir natĂŒrlich mit. Meine bessere HĂ€lfte kommentierte das Vorhaben heute morgen beim Start und minus 8 Grad mit: „Ihr wĂŒrdet wohl alles fahren, egal wie das Wetter ist, nur weil es da einen sogenannten Wettbewerb gibt.“ Irgendwie hat sie Recht. Und wieder auch nicht. Wir wĂŒrden nĂ€mlich auch bei jedem Wetter ohne jeden Wettbewerb fahren. Warum: Weil wir es wollen – und weil wir es können.

Heute morgen ist es wirklich saukalt. Aber die Sonne scheint. Scheinbar hat das Scheinen keinerlei Auswirkung auf die Lufttemperatur. Die bleibt nÀmlich schön weit unten.

Fahren kann man bei jedem Wetter, entscheidend ist die geeignete Bekleidung, das geeignete Rad mit ordentlichen Stollenreifen – und wollen muss der Randonneur. Also ziehe ich eine lange Odlo-Unterhose unter die genauso lange Löffler-Radhose. Dicke Mountainbike-Wintersocken von X-Bionic schĂŒtzen die empfindlichen FĂŒĂŸe. Die Polaris2-MTB-Schuhe von Diadora reichen mir heute nicht, deshalb ziehe ich noch Überschuhe von Gore drĂŒber. Das sollte fĂŒr mein Fahrgestell reichen.

Und nun zum oberen Bereich des Randonneurskörpers: Auf die Haut das bewĂ€hrte Unterhemd Spring/ Fall von Assos, drĂŒber ein Langarmtrikot und als Außenschicht meine bewĂ€hrte Gore-Thermo-Jacke. Über den Kopf ziehe ich mir eine „BankrĂ€uber-Haube“ von Meru. Die HĂ€nde packe ich in meine Lobster-Handschuhe von Specialized.

So angezogen kommt man ĂŒber fĂŒnf Stunden Fahrt ohne Schaden zu nehmen an Körper und Seele.

Auf geht es: P1140972

Schlittschuhlaufen wĂ€re heute auch nicht ĂŒbel gewesen. Aber Peter und ich haben unsere Crosser gewĂ€hlt. Peter hat heute Kaltstartprobleme. Die hintere Bremse will nicht bei seinem schönen Genesis. Also macht er einen Boxenstopp bei seinem Lieblingsmonteur. Der taut das GerĂ€t auf, lĂ€sst das Wasser aus der ZughĂŒlle raus, und – oh Wunder, die Bremse funktioniert wieder. So treffen wir uns heute verspĂ€tet gegen Mittag am Rande von Spandau und kurbeln dann nach Westen.IMG_0357

„Einfach atmen“ hat ein Zeitgenosse auf einen verlassenen Kiosk gesprĂŒht: Passt!

Auf den Wegen ist heute sanftes Fahren angeraten. Verdammt glatt sind manche Passagen. Da hĂ€tte ich mir die MTB-Spike-Reifen gewĂŒnscht. Aber wir wollen mindestens 100 Kilometer fahren, das funktioniert besser mit den Schwalbe-30-mm Crossreifen.

P1140967

Als wir die große Stadt verlassen haben, prĂ€sentieren sich die Straßen sehr fahrbar und trocken. Nur verdammt kalt ist es immer noch. Peter fragt ganz zaghaft: Kaffee in Pausin? Jaaaaa! Also kehren wir in der „Auszeit“ ein und belassen es nicht beim Kaffee. Eine fette Currywurst mit Pommes bekommt der Körper auch noch.

IMG_0360

Nicht vegetarisch, nicht gesund, reichlich Transfette, es ist uns sowas von egal jetzt. Ausnahmen bestÀtigen die Regel, habe ich mir mal sagen lassen. Und lecker war das Zeug.

P1140983

An dem uns wohl bekannten Spargelfeld bei Staffelde machen wir eine Erleichterungs-und Fotopause. Der Spargel hat sicher kalte FĂŒĂŸe. In 100 Tagen wird er hier seine Spitzen herausstrecken. Dann werden wir wieder hier sein!

In meine Thermo-Trinkflasche habe ich heißen Ingwertee mit Honig eingefĂŒllt. Auch abgekĂŒhlt schmeckt er ausgesprochen lecker. Peter und ich kommen endlich in einen halbwegs vernĂŒnftigen Kurbelrhythmus und fahren mal 25 Kilometer am StĂŒck. Dann muss die Kamera wieder raus: In Marwitz werden historische Baumaterialien verkauft. Also rollen wir auf den Hof. Irgendwie sind wir ja auch historisch. Zumindest mein ĂŒber 20 Jahre altes Basso passt genau hierher.

P1150003

P1150004

Wir sind uns einig: Landschaft und Natur sind uns viel nÀher als der alte Tand.

IMG_0366

P1140991

Und jetzt ab nach Hause, WĂ€rme tanken und Tee trinken!


2 Gedanken zu “Granfondo frio 102km

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darĂŒber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.