Brevet – Der Film – gesehen im L’Étape

Wolfgang hat sich den Film „Brevet“ besorgt, und Gilles gibt uns im L’Étape im Klausener Kiez die Möglichkeit zum Anschauen. Treffen um 18 Uhr ist vereinbart, schließlich betreibt Gilles ein Café mit angeschlossener Radwerkstatt und kein Kino. Aber er hat einen Beamer, den er im Werkstattraum aufgebaut hat.

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Gilles fragt mich, was er denn dieses Mal wieder falsch geschrieben hätte… Fast perfekt, kann ich nur antworten.

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Ein Montageständer wird zum Beamertisch umfunktioniert, die Kabel angestöpselt, und es kann losgehen.

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Wir sind zu acht, ein kleiner Kreis, der geprägt ist von Randonneur-Senioren, die den Vorzug genießen, schon so früh am Abend einfach Zeit zu haben!

Gilles entschwindet in die Kochecke, in der er köstliche Crêpes zubereitet, damit wir den Film auch gut gestärkt genießen können.

 

Bevor nun der angesprochene Film gänzlich ins Hintertreffen gerät – zur Sache!

Brevet [bre’ve:] ist der Titel der Langversion des Films über Paris-Brest-Paris, der schon im vergangenen September unter dem Titel „Vier Sonnenaufgänge bis Paris“ im NDR zu später Stunde zu sehen war. Brevet

Das Team von Curly-Pictures hat die Stimmung von PBP wunderbar eingefangen. In 79 Minuten erfahren wir, was die Randonneure antreibt, was sie motiviert, warum sie das machen.

Die Protagonisten des Films sind

der Routinier
CLAUS CZYCHOLL
Claus ist ein Urgestein der Randonneur-Szene hierzulande. 1991 war er einer von nur zwei deutschen Startern bei Paris-Brest-Paris. Seitdem hat er die Super-Randonnée nie verpasst. Bei seiner siebten Teilnahme will er zum siebten Mal finishen – im Alter von 72 Jahren.

die Ambitionierte
SINA WITTE
Die 37jährige lebt seit fast 10 Jahren in Frankreich und fährt dort Radrenenn auf der Straße und der Bahn ebenso wie Langstrecken. 2011 war Sina bei Paris-Brest-Paris die fünftschnellste Frau mit 68, 5 Stunden. Diesmal will sie noch schneller sein – auf einem Stahlrennrad, das genau so alt ist wie sie.

der Debütant
MICHAEL KOPMANN
Der 36jährige Ingenieur hat bereits drei Ironman-Triathlons hinter sich. Seit zwei Jahren konzentriert er sich auf die Fahrrad-Langstrecke. Länger als 600 Kilometer ist er bisher aber noch nie mit dem Fahrrad gefahren. Bei Paris-Brest-Paris will er an seine persönlichen Grenzen gehen.

Claus kennen natürlich alle, die hier zusammensitzen. Besonders Peter, der mit ihm gemeinsam die Szene der deutschen Randonneure in den 90er Jahren entwickelt hat und die ersten Brevets in Deutschland organisierte.

Die drei werden in der Vorbereitung und dann über die 1230 Kilometer behutsam filmisch begleitet. Man kann die Leiden, die Freude, die Befriedigung spüren. Wir in der kleinen Runde fühlen uns ganz hineingezogen in den Film. Schließlich waren wir jeden Kilometer dabei.

Nach 79 Minuten sind wir uns einig: Dieser Film ist überaus gelungen und ein Genuss für alle Radsportinteressierten, und er ist geradezu wunderbarer Balsam für die empfindsamen  Seelen aller Randonneure. Endlich sind wir mal im Großformat zu sehen. Das tut auch mal gut. Wenngleich wir auch nicht nach öffentlicher Anerkennung gieren.

Fazit: ANSCHAUEN – ES LOHNT SICHT!

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