Sanddorn, Sonne, weites Land

Das wird was werden: Am Vortag unserer geplanten Freitag-Schönwetter-Tour kann ich nach einer blöden Bewegung den Kopf kaum noch nach rechts drehen, Schulter und Nacken schmerzen. Ab in die Apotheke und nach einem Wundermittel fragen. Thermacare heißt die Antwort – ein 8-Stunden-Wärmekissen auf den Nacken packen. Und siehe da, es wirkt! Am Freitagmorgen bin ich fast schmerzfrei und meine um mich besorgte  bessere Hälfte klebt mir ein neues Wärmepflaster auf den Nacken. Nicht ohne mir zu raten, doch besser zu Hause zu bleiben, anstatt bei 2 Grad und Wind auf das Rad zu steigen. Sie weiß genau, dass diese Botschaft in den Wind gesprochen ist.

Um 9.30 Uhr sitze ich auf dem Basso. Ingwertee mit Honig in der Thermotrinkflasche. Am S-Bahnhof Mönchmühle wollen wir uns um 10 Uhr treffen, Peter, Wolfgang, Henning und ich.P1040540

Der Sanddorn hat den Winter locker weggesteckt. Die Vögel haben die herben Früchte geschmäht. Offensichtlich war genügend Nahrung der leckeren Sorte verfügbar.

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Die Männer haben beste Laune mitgebracht. So rollen wir nach kurzem Plausch über die heutige Streckenführung los nach Norden. Station eins wird die Bäckerei in Hammer sein. Knapp 40 Kilometer bis dorthin. Und die Aussicht auf heißen Kaffe und leckeren Kuchen beflügelt uns.

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In Lehnitz staunen wir über das „Kanzleramt – ab 23. März!“ Da wird sich die Angela freuen.

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Mohnkuchen, Himbeertorte… Randonneur, was willst du mehr.

Kilometer machen mit dem sanft schiebenden Wind im Rücken. Ich habe nicht lange gebraucht, die drei davon zu überzeugen, dass das Oderbruch heute wieder ein lohnendes Ziel ist. Am Werbellinsee sausen wir vorbei und dann in den Hügel von Joachimsthal hoch. Pause natürlich – same procedure – beim Mammut.

Und, oh Wunder, auch unser Fotograf Henning hat eine Kamera dabei. Und knipst mich beim Knipsen.

Groß Ziethen, Ziethen, Klein Ziethen… ziehen vorbei.

In Ziethen fanden französische Glaubensflüchtlinge, sogenannte Refugiés oder Hugenotten, eine neue Heimat in Brandenburg. 1686 wurden die ersten 16 Flüchtlingsfamilien (aus dem Hennegau im heutigen Belgien) in Klein Ziethen angesiedelt.

Angermünde streifen wir heute nur, wir biegen ab nach Osten und stürzen uns über Crussow hinunter nach Stolpe an der Oder. 52 km/h zeigt mein Tacho. Schade, dass die Abfahrt so kurz ist. Wo ich doch für mein Leben gern mit Speed den Berg runterrausche.

Heute macht das besonders viel Freude mit dem neuen Giro-Air-Attack-Shield auf dem Kopf ( mehr zu diesem Helm in Kürze im Kapitel Ausrüstung).

Die Brücke in Stolpe ist endlich fertig, so können wir ohne Schwimmübungen die alte Oder queren und auf dem wunderbar glatten Radweg nach Schwedt rollern.

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Henning zieht noch ein „Affenschnitzel“ ( Banane) aus der Tasche, stärkt sich und gibt für die letzten 15 Kilometer die Speed vor. Schauen, schauen, schauen… das Oderbruch präsentiert sich im sanften Licht der tief stehenden Sonne. Der Wind schiebt niedrige Cumuli sehr dekorativ über die herrliche Landschaft.

Schauen!

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Das war Spitze, findet auch der Wolfgang

In Schwedt stehen wir um vier Uhr vorm Bahnhof und entlocken dem Fahrkartenautomaten die Tickets für die Heimfahrt nach Berlin. Eine Stunde Zeit noch – Hunger und Durst haben wir, finden aber in der „beschaulichen“ Stadt auf die Schnelle keine Labestelle. So steigen wir nur besänftigt durch einen  Milchkaffee im Salzgrotten-Café  in den Zug.

Licht, Luft, Landschaft – Naturgenuss – das ist auch eine treffliche Nahrung.


6 Gedanken zu “Sanddorn, Sonne, weites Land

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