Diesmal darf das Basso ran

Ran an die Kunst! Artfahren ist eine anspruchsvolle Sache, und ich war faul die letzte Woche. In Hobrechtsfelde stehen mindestens 40 Skulpturen, die ich noch nicht mit Rennrad abgelichtet habe. Aber dorthin zu fahren, wäre ja geradezu unfair. Soviel Kunst auf so wenig Quadratkilometern. Also beschließe ich, weiter nach Bernau zu fahren. In der Stadt, die älter ist als Berlin, wartet bestimmt eine schöne Skulptur auf mein Basso und mich.

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„Wandlung Doppelkreuz“ hat der Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach sein Werk genannt. 2011 ist es entstanden, und der Stein ist ein Spektrolith. Labradorit, so würde ich den Stein nach meinen rudimentären Kenntnissen aus dem Mineralogie-Grundstudium nennen. Ein ganz tiefer, schillernder Glanz ist auf den geschliffenen Flächen zu bewundern. Das Basso lehnt sich wohlgefällig an.

Durch die Altstadt von Bernau rolle ich nach Osten durch das Stadttor hinaus wieder in den Stadtpark hinein. Eine riesige Plastik aus Bronze springt mich geradezu an:

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„Stehendes Paar“, geschaffen von der Bildhauerin Margit Schötschel-Gabriel in den 80er Jahren. Ganz schön mutig waren die Bernauer Stadtvertreter, diese erotische Skulptur mitten in den Stadtpark zu stellen.

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Und Frühling wird es auch: Die Osterglocken strecken keck ihre Hälse gen Himmel. Und mein Basso will sich unbedingt niederlegen:

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„Basso an gelber Narzisse“, so heißt dies frische Kunstwerk.

Dämmrig wird es, und ich drücke auf die Pedale. Über Lanke und Wandlitz wartet  noch eine schöne Sonnenuntergangsrunde bis nach Hause:

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Oben auf dem Obelisk am Ehrenmal für die Gefallenen der Roten Armee thront dieser leuchtende Stern.

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Und in Wandlitz dann noch ein abendliches Schauspiel: Rote Sonne überm See – über den Enten, über dem Kirchturm.

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Schön ist es hier. Friedlich und erhaben.

Die letzten 20 Kilometer nach Hause sind lockerer, purer Genuss. Die E3 leuchtet prächtig. Das Basso ist bester Laune. Genau wie ich.

 


2 Gedanken zu “Diesmal darf das Basso ran

  1. Ach wie schön! Es wird mal wieder offensichtlich, man muss nicht in die Ferne schweifen… Ich bin sehr gespannt, ob „Basso an gelber Narzisse“ einen Punkt ergibt. Braucht so eine Skulptur nicht einen abstrakten Namen? Vielleicht „Basso stirbt zu Winterende“, wo es jetzt doch wohl öfter im Keller bleiben wird…

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