Ernesto mit Irio und Ugo in Neuruppin

Peter und Henning kommen mit Irio und Ugo zum Treffpunkt unserer Nordtour.Pünktlich um halb zehn stehen wir vorm Bahnhof in Hennigsdorf. Irio Tommasini, Ugo de Rosa und Ernesto Colnago sind die Namengeber und Erbauer unserer italienischen Räder.

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Passend zu Ernesto C. hat Peter mir eine stilvolle Colnago-Kappe mitgebracht, dementsprechend machen wir recht bedeutsame Gesichter.

Eine Kult-Tour könnte diese Tour heute werden. Neuruppin, die Geburtsstadt von Fontane, habe ich in den  Nord-Track eingebaut. Der Weg dorthin führt über Bötzow, Marwitz und Kremmen. Lockeres Fahren in Frühlingsluft und -Duft.

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Irio und Ernesto posen auf dem Anlegesteg im Ruppiner See vor der  ehrwürdigen Klosterkirche

Am Rande des Sees begrüßt uns Parzival, eine 17 Meter hohe Stahlskulptur, die 1998 hier anläßlich der Verleihung des Namens „Fontanestadt“ für Neuruppin aufgestellt wurde.

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Parzival von Matthias Zágon Hohl-Stein trägt in der einen Hand die Arche und in der anderen ein Windrad

Heute zeigt sich Neuruppin von seiner schönen Seite. Gut gelaunte Menschen flanieren an der Uferpromenade oder sitzen schon auf einer einladenden Restaurant-Terrasse. Ich muss Peter und Henning an diesen Verlockungen erst einmal vorbeilocken. Unbedingt will ich die Fontaneskulptur mit dem Colnago für das Artfahren fotografieren. Also ziehe ich die beiden noch einmal in die Stadt hinein.

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Am 8. Juni 1907 wurde die Bronze-Skulptur enthüllt. Max Wiese, der schon zuvor das Schinkel-Denkmal für Neuruppin entwarf, hat auch den lässig mit Notizbuch und Stift da sitzenden Fontane geschaffen.

Nach diesem Fototermin führe ich Ernesto, Irio und Ugo zurück an die Uferpromenade auf eine herrliche Terrasse, wo wir uns Weizenbier und dazu ein Matjesbrötchen gönnen. Wir ziehen in Erwägung, dem ersten Weizen weitere folgen zu lassen und mit der Bahn nach Berlin zurückzufahren, so schön ist es hier. Nach kurzem inneren Disput siegt der Randonneur in uns und schickt uns wieder auf Kurs.

Nach Norden führt uns der Seen-Kultur-Radweg aus der Stadt hinaus. Molchowsee, Zermützelsee, dann schwenken wir nach Osten in Richtung Gudelacksee und Lindow. Zwei Kilometer des ansonsten wunderbar angelegten Radweges sind gespickt mit Wurzelbuckeln. Die rütteln unsere Italiener und uns ordentlich durch. P1050887

Dann der Wegehinweis auf den „Laufpark Stechlin“. Dahinter verbirgt sich ein traumhaft angelegter Radweg, der bis Lindow führt. In Lindow führt uns der Track weiter nach Osten zum Schloß Meseberg und dem Gästehaus der Bundesregierung. Die Straßen dorthin glänzen mit famos rollendem Asphalt. Schließlich sollen sich die Staatsgäste, wie schon George Bush, Jaques Chirac und und, wohl fühlen auf dem Weg durch das wilde Brandenburg. Aber wahrscheinlich sind sie ja mit dem Hubschrauber eingeflogen. Was soll´s. Dann haben zumindest die Radler, die Lieferanten und die 150 Meseberger etwas davon.

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Drei stolze Italiener begehren Einlass. Vergeblich! Doppelt vergittert und verrammelt präsentiert sich das Schloss.

Gastlichkeit wird hier nur für Staatsgäste und Parlamentarier zelebriert. Der „Otto-Normalverbraucher“ bleibt außen vor! Bürgernähe sieht anders aus. Warum wird diese wunderbare Anlage nicht geöffnet für Jedermann, wenn keine Staatsgäste eingeladen sind???

Es könnte so schön sein, so gastlich. Isses aber nicht!

Nun weiß ich ja, wo Gastlichkeit groß geschrieben wird. Also führe ich die Mannen nach Zehdenick und dem dortigen Wasserturm. Nach ein paar Biegen durch den Ort und einer Schotter- und Sandpassage stehen wir vorm Turm und im Café-Garten. Die Wirtin ist freundlich, wir haben beste Laune, der Kuchen schmeckt köstlich.

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Am Kanal entlang führt der glatte Radweg bis Oranienburg-Lehnitz. Hier bringe ich Henning und Peter zum Bahnhof. Die Verbindung ist perfekt. Ein Bier noch mit Henning,  und heim geht es.

170 wahre Genusskilometer mit Trainingseffekt waren das heute.

Neuruppin

 


6 Gedanken zu “Ernesto mit Irio und Ugo in Neuruppin

  1. Gutes Gelingen für Morgen wünsche ich! Wettermäßig wird es ja interessant. Ich bin gespannt wo es diesmal hingeht und freue mich auf den Bericht!

    1. DANKE Eva, für ein 400er ist Zuspruch schon mal von gutem Nutzen. Es ist das Brevet, das noch ohne Schlafpause gefahren wird. Und irgendwann nach 16-18 Stunden fällt einen die Müdigkeit an. Dann sind Kaffee, wache Mitfahrer oder einfach eine gute Moral vonnöten. Diesmal geht es nach Angermünde-Kienitz, Beeskow, Dahme… Die Strecken sollten Dir bekannt sein.

  2. Das ist ein Bericht, der zum Nachfahren reizt (Auch wenn ich keinen Italiener habe) Danke! Vielleicht ist Meseberg ja zu, weil dort am Wochenende das Bundeskabinett dort eine Klausurtagung hat…. Viele Grüße, Fritz

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