Die Uckermark durchstreifen

Einfach nach Norden und dann im groĂźen Bogen nach Osten und wieder nach Hause. Mal schauen, was ich zu sehen bekomme. Lockere Trainingskilometer will ich vor dem epischen Holland-Trip sammeln. Heute lacht die Sonne wieder einmal bei uns, und ich bedaure die Freunde in NRW, Hessen und Bayern, wo es wieder mal schĂĽttet wie aus KĂĽbeln. „Hier ist der Sommer“, so möchte ich ausrufen. Hier könnt ihr fahren, schauen und genieĂźen. Nur heute bin ich allein unterwegs. Bis Zehdenick sehe ich kaum Menschen, ein paar Autos, Lieferwagen der DPD auf schneller Tour… Templin ist bald erreicht, das Endurace fĂĽhlt sich wohl mit seinem Ortlieb-BĂĽrzel hinten dran. P1060223

Die sanften Wiesen-Wellen der Uckermark lassen die Cumulus-Wolken friedlich hinüberziehen. P1060225

Friedenfelde, Gerswalde, „WĂĽste Kirche“. Die StraĂźe ist ein Asphalt-Flickenteppich und rĂĽttelt mich ordentlich durch. Herrliche Ausblicke machen diese kleinen Unbequemlichkeiten locker wett. P1060221

Auf dem „Klein Fredenwalder Grossmarkt“ werden köstliche Erzeugnisse der Gärten feil geboten.

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In Gerswalde leuchtet ein frisch restauriertes Herrenhaus hinter  fettgrünen Eichen.

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Diesen Weg werde ich demnächst mit dem Mountainbike erkunden. Das könnte interessant werden.

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Weites Land, eine Kornkammer mit sanften HĂĽgeln und Wäldern wie aus dem Bilderbuch. „Wer das nicht genieĂźen kann ist selber schuld“, hätte meine Mutter gesagt. P1060207In Friedrichswalde am GroĂźen Prässnicksee gönne ich mir ein fettes StĂĽck Apfelkuchen und einen groĂźen Milchkaffee. Die Bäckersfrau ist freundlich, der Kuchen schmeckt köstlich. Allein die dunklen Wolken verheiĂźen nichts Gutes. Die Bäckersfrau meint, heute wĂĽrde es wohl nicht mehr regnen. Meine Wetterkenntnisse sagen mir aber: Gleich geht es los  mit Wasser von oben! Die Schauerfront erreicht meinen Kurs fĂĽnf Kilometer nördlich von Joachimsthal, mitten im Wald. P1060227

Und genau da wartet schon eine WandererhĂĽtte auf mein Endurace und mich: FĂĽr ein ViertelstĂĽndchen machen wir es uns gemĂĽtlich, während es auf der StraĂźe gischtet und die Regentropfen auf das Holzdach prasseln. Als ich wieder losfahre, dampft die StraĂźe ihre Nässe wieder nach oben zur Sonne hin ab. In Joachimsthal am Bahnhof lassen mich drei junge Damen wissen, dass der nächste Zug erst in einer Stunde fährt. Und nach Berlin geht es nur mit Umsteigen in Eberswalde. Na, dann kann ich ja gleich auf meinem Carbon-Pferdchen bleiben und die letzten 60 Kilometer auch noch abreiten. Durch den dampfenden Wald rausche ich zum „Werbellin“ hinunter. Lustvolles Radfahren! P1060229

Der Schauer ist durch – der Werbellin glänzt.

Auf dem Radweg Berlin-Usedom lässt es sich trefflich gleiten – gegen 19 Uhr bin ich in Zerpenschleuse. P1060240

In den nächsten Tagen werden die Sonnenblumen sich voll zu einer Gelb-Grünen Farborgie entfalten.

Meine Trinkflaschen sind trocken-getrunken. In der Esso-Tanke in Basdorf fülle ich mit Mineralwasser auf. Und entdecke wieder einmal etwas Neues:P1060245

Von 1936 bis 1945 stand in Basdorf und Zühlsdorf  ein Zweigwerk der Brandenburgischen Motorenwerke. Die BRAMO-Motoren wurden hier gebaut. Dies und noch reichlich Hintergrundinformationen sind an der Esso-Tankstelle zu finden. Dem rührigen Pächter und Historiensammler sei Dank. Übrigens werden in den ehemaligen Gebäuden von BRAMO in Berlin Spandau heute wieder Motoren und Motorräder gebaut – die von BMW!

Zu Hause angekommen zeigt mein Oregon 180 gefahrene Trainings-, Landschafts- und Historienkilometer an. Jetzt schmeckt der Rosé auf der Terrasse besonders gut.


9 Gedanken zu “Die Uckermark durchstreifen

  1. Hallo Christoph, schön, dass Du noch ein Topeak-Ei ergattert hast. Ich habe meine Zusatzleuchte rechts am unteren LenkerbĂĽgel befestigt – genĂĽgend Freiraum ist zwischen Tasche und BĂĽgel vorhanden. Einen Minoura-Besso-Halter habe ich mittels Alurohr um ca. 2 cm verlängert und daran die Leuchte montiert. Fotos davon habe ich auf meinem Blog unter der Seite „Galerie“ eingestellt.

  2. …………….und ich hatte GlĂĽck. Der Radhändler in der nächsten Kleinstadt hatte noch ein Ex. von der „Bar Pack“, die ja wirklich leicht ist. Die Nachfolger orientieren sich stark an den Mustern von Haberland, Orlieb, rixenkaul, etc . . ., denn aus dem Katalog ist das „Ei“ verschwunden. Soweit ich sehe, gibt es auch keine ähnliche Tasche aus diesem material (leicht UND steif) und um die 2l. Volumen. FĂĽr die Aufstecklampe muĂź natĂĽrlich eine andere Lösung her, vielleicht geht da etwas relativ hoch an der Gabel. maal sehen.
    Erstmal freue ich mich ĂĽber das neue Ăśberraschungsei.

  3. hallo Rainer,
    Peter W. berichtete, dass Du gegen 19.30 am „Verpflegungspunkt-Punkt warst. Und bis dorthin war es offensichtlich echte Knochenarbeit.Ich habe die ganze Zeit in den Wetter-Radar geschaut. Da bin ich neugierig auf Deine EindrĂĽcke. “ Vom Winde verweht“, wäre wohl ein treffender Titel?! Bei Strava konnte ich die ganz Schnellen sehen, und dann auch die Abbrecher auf RĂĽgen, Stralsund… Wir sehen uns nach dem Holland-Abenteuer. Mit hoffentlich besseren Bedingungen.
    Dietmar

  4. Hallo Dietmar,
    wieder einmal (zum wievielten mal eigentlich?) vielen Dank fĂĽr Deine EindrĂĽcke aus unserer Heimat (eigentlich war dieses Wort ja mal schlecht besetzt, aber Du arbeitest sehr gut an einer Verbesserung der Auslegung – auch hierfĂĽr mein Dank).
    Eigentlich wollte ich ja nur das letzte Foto kommentieren: die (neue) Technik an Deinem Lenker harmoniert sehr gut mit der alten Motorentechnik – gute Bildkomposition :).
    Kurz zum 1000er: der war geschichtsträchtig… .
    Viel GlĂĽck wĂĽnsche ich Dir in Holland – ´bin schon auf Deinen Bericht gespannt.
    Liebe GrĂĽĂźe
    rainer

  5. Danke: das klingt gut. Ich merke mir beide Namen und fahre zum Händler, der diese Marke im Programm hat. Manche haben eben vaude, andere ortlieb, dann wieder topeak . . . . .Der Taschenmarkt ist ein Dschungel . . . .
    WĂĽnschen wir den Restlichen 1000ern ein gutes Ende.

  6. der 1000er scheint offensichtlich stark zu selektieren – schon auf dem Weg bis Usedom waren einige wegen Regen und Sturm arg am kämpfen. In Stralsund war das Ziel für weitere der Bahnhof. Und mein Freund Peter, der in Börgerende eine Proviantstation aufgemacht hatte, berichtete mir von reichlich abgekämpften Randonneuren. Auf dem Stück von Lübeck nach Berlin kommt zu allem Überfluss noch satt Regen dazu.
    Kurz noch zur Topeak: Mein Bar Bag, Inhalt max. 2l, ist offensichtlich nicht mehr im Programm. Die aktuelle „Tourguide Kompakt“ kommt ihr am nächsten. Eine Ortlieb war mir am Ende zu breit und zu hoch. Neben der Topeak ist noch gut Platz fĂĽr eine LED Frontleuchte, die ich im Lenkerbogen an einem Rohr befestige. Und in die Topeak passen Geldbörse, Telefon, Kabel, Riegel und alles, was ich gerne direkt im Zugriff habe. Und das Ding ist beim Lenken wirklich nicht zu spĂĽren.

  7. Da war ich doch gerade noch am Ăśberlegen… Aber Dein schöner Text hat mich ĂĽberzeugt, dass es das Beste fĂĽr mein Rad ist (und mich natĂĽrlich auch), wenn es noch eine kleine Runde durch Wälder und Felder rollen kann 🙂

  8. Sehre feine Bilder geliefert und wieder neue historische Details. Ich glaube, die vVermeidung des 1000ers in diesem Jahr war klug, nach allem was ich über die Sommerwinde dort oben höre . . . .
    Umsomehr GlĂĽck fĂĽr die „dutch capitals“, den Hauptstädten der Radwege…
    1 Frage noch: wie und warum hast Du Dich fĂĽr das topeak bar bag entschieden? Waren ander Lenkertaschen zu groĂź? Schlechtere Fahreigenschaften? Mangel an Alternativen?
    Danke
    Christoph

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