Das Basso auf dem Eis

Mietropa in Klosterfelde wird unser erstes Ziel sein heute. Endlich mal ein vernünftig genutztes Bahnhofsgebäude – ohne Unkraut und Müll, ohne mit Brettern zugenagelte Fensterhöhlen. Die Heidekrautbahn führt hier vorbei bis Groß Schönebeck und wird von immer mehr Pendlern aus dem erweiterten Speckgürtel nach Berlin hinein genutzt.

Auf der Homepage von Mietropa lesen wir:

„In guter alter Tradition der Mitropa bieten wir Ihnen deftige Hausmannskost zur Stärkung der arbeitenden Bevölkerung. Egal ob Rentner, Erwerbsloser, Handwerker, BĂĽro-Angestellter oder Unternehmer bei uns kommen alle auf ein frisch gezapftes Berliner Pilsener zusammen. Viele unserer Speisen sind nicht aus Zufall Speisen, die sich schon in der DDR groĂźer Beliebtheit erfreuten. Wir selber sprechen von gehobener Imbiss-Gastronomie“

Ob diese Beschreibung stimmt, wollen wir heute testen auf unserer Tour nach Templin.

MiETropa im alten Bahnhof Klosterfelde

Die Winterluft ist wĂĽrzig heute, aber sehr kalt. Basso und Granfondo binden wir am Stahlgitter neben dem Eingang fest. Vorbei an einer Theke mit Stullen und Baguette, vorbei an einem veritablen Angebot an Bieren gehen wir in den hinteren Teil des Ladens, wo ein paar StĂĽhle und Tische zum Verweilen einladen. Die Damen hinter der Theke sind ĂĽberaus freundlich und erfĂĽllen die erstaunlichen Ă–ffnungszeiten – 365 Tage im Jahr – von 04.00 – 22.00 Uhr !!! sehr gelassen mit Leben und Gastlichkeit .

DDR-Nostalgie
VE-Militärhandelsorganisation Neubrandenburg. Was gab es hier wohl zu kaufen?

Wir gönnen uns Kaffee und Knackwurst, halten ein Schwätzchen, staunen über die alten Schilder aus alten Zeiten und begeben uns nach einer halben Stunde zufrieden und durchgewärmt wieder auf die Strecke.

MiEtropa im Bahnhof Klosterfelde

Test mit „sehr empfehlenswert“ bestanden, lautet unser unbestechliches Urteil.

Die nächsten 20 Kilometer gönnen wir uns die – Gottseidank heute wenig befahrene – B 109 nach Norden bis Ahlimbsmühle und biegen hier nach Templin ab auf den wunderbaren Uckermärkischen Radrundweg.

Basso an Schneekugel am Templiner See

Die Strohschirme am Templiner See tragen SchneemĂĽtzen – die noch dĂĽnne Eisdecke hält schon mein Basso ĂĽber Wasser. Eine Ăśberfahrt ans Nordufer ist noch nicht zu empfehlen. Laut VBB-App fährt der nächste Zug nach Berlin um 16.34 Uhr. Noch eine halbe Stunde bleibt uns zum Laben an einem Berliner Pils im Imbiss „Zur Schranke“. Hier sprechen wir nur eine halbe Empfehlung aus. Sehr improvisiert und auch nicht besonders sauber sieht es hier aus. DafĂĽr ist die Gaststube total verqualmt. Im Zug ist die Luft besser.

Am Abend schauen wir noch bei Rapha in der Alten Schönhauser Straße rein. Big-Forest- Rahmenbauer Robert Pointek aus Potsdam breitet per Präsentation sehr ausführlich seinen interessanten Lebenslauf aus. Danach bleibt leider recht wenig Zeit für das eigentliche Thema Stahlrahmenbau.

Glücklicherweise führt uns Bernd Hoppe von Veloline-Berlin noch hinüber in seinen wunderbaren Laden in der Linienstraße. Räder vom Allerfeinsten, klasse Präsentation. Echte Preziosen gibt es hier zu sehen und zu kaufen. Tommasini-Räder in allen Variationen gibt es zu bestaunen. Wir kommen wieder, wissen wir nach der ersten Minute. Und dann nehmen wir uns mehr Zeit für Bernd und seine Räder.

Tommasini vom Besten ( Foto Veloline-Berlin)

2 Gedanken zu “Das Basso auf dem Eis

  1. hallo Gero, ja ja die Sauerländer… Immer, wenn ich die typische Mundart irgendwo höre, fĂĽhle ich mich irgendwie heimisch.

    Wenn Du im Frühling mal in den Norden starten willst, stelle ich mich gerne als Guide zur Verfügung. Ich fahre auch gerne ganz gemütlich und mit dem Blick auf Natur und Kultur. All the best und vielleicht demnächst mal auf den Rädern. Dietmar

  2. Danke fĂĽr Deinen abermals einfĂĽhlsamen, unterhaltsamen Bericht ĂĽber eine Templin-Tour, die ich bei höheren Temperaturen auch machen werde. GroĂźen Dank auch wieder fĂĽr Tipps und Hinweise betreffend Verpflegungsstationen, Zugverbindungen, Berliner Radshops usw. VernĂĽnftig, dass Ihr keine abschlieĂźende Dunkelfahrt gewagt habt, wie z.B. bei Deiner letzten (Allein-)Fahrt (ca. 160 km) von vor ein paar Tagen. Damalige Dunkelfahrt erschien grob fahrlässig, weil ĂĽberflĂĽssig, da Du selber die S-Bahn „Hoppegarten“ erwähntest. Aber eine lässliche SĂĽnde, weil, natĂĽrlich, man bleibt ja, insbesondere als Sauerländer „Young at heart“.
    Gero, ein Dortmunder in B.

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