Verwunschenes Briesetal

Mein Cannondale Taurine mag am liebsten Gravel und Waldwege, weniger den glatten Asphalt und noch weniger den lästigen Feierabendverkehr. So fahre ich über den Radweg hin nach Schönfließ, am „jwd“-Bahnhof vorbei genau nach Norden. Der Stromtrasse folgend bin ich nach einer halben Stunde am Forsthaus Wensickendorf. Der Wirt macht bis Ende August Sommerpause. Ich werfe einen Blick auf die glücklichen Hühner und einen Esel, der auf der Weide umherschreitet.

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Försterei Wensickendorf

Von hier aus folge ich dem rechten Ufer der Briese und lasse mich hineinziehen in das Grün des Waldes und das noch grünere Grün der Wasserlinsen.

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Wasserlinsen bedecken die Briese 
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Fleißige Biber waren am Werk
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Die Natur malt herrliche Bilder

Total ruhig ist es hier, kein Mensch ist zu sehen, oben im Totholz klopft ein Specht.

Fast wäre ich versucht, mein Taurine auf den grünen Teppich zu schieben, so dicht liegt Linse an Linse.

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Die Briese weitet sich – ein Motiv wie aus den Everglades
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Aus dem Linsenteppich werden Linsenpunkte – noch eine Biberfamilie hat hier ganze Arbeit geleistet

Ich steige ab und steige auf, schiebe wieder ein paar Meter. An jeder Ecke warten Fotomotive im Überfluss. Satt fotografieren und sich satt sehen, das kann man im Briesetal. Nach knapp fünf Kilometern erreiche ich die Kolonie Briese mit dem um 1900 angestauten Briesesee. Torf wurde hier einmal abgebaut. Heute gibt es eine Waldschule für Kinder und Erwachsene – Schauen und Lernen und Klettern.

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Dem lange Zeit liebevoll betriebenen Briesekrug ist endgültig die Luft ausgegangen. Als ob der Wirt Hals über Kopf das Haus verlassen hätte…

Eine „Wunderbar“, Elektrogeräte und herausgerissene Heizkörper zieren die ehemals gastliche Terrasse.

100 Meter weiter biegt der Weg ein zum Briesesee, der einst eine veritable Badeanstalt gewesen ist. Für ein erfrischendes Bad lädt das klare Wasser immer noch ein.

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Ein zutraulicher Schwan nimmt Kurs auf mich und posiert in nächster Nähe.

Am See führt der schmale Weg weiter Richtung Birkenwerder, durchfließt den Ort, um dann bei Hohen Neuendorf in die Havel einzumünden. Insgesamt misst die Briese vom Ausfluss aus dem Wandlitzsee bis zur Mündung ungefähr 17 Kilometer. Ein wunderbares Ziel für jeden Naturfreund, mit dem Mountainbike genussvoll zu erradeln. Zu Fuß noch intensiver zu erleben. Es lohnt sich!

Und wer enttäuscht, hungrig und durstig den verlassenen Briesekrug passiert, der möge noch 500 Meter durchhalten, dann kommt der Boddensee und eine schöne Gaststätte. Noch ein paar Meter nach Süden, am Rand von Hohen Neuendorf, wartet die „Himmelspagode“ mit exotischen Speisen und einem Bauwerk, das man gesehen haben muss.

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Chinesische Esskultur in der Himmelspagode

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Also: Auf geht es – es lohnt sich.


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