27. September 2021

Warm und trocken

Trocken und warm bei Nässe und Kälte, da freut sich der Randonneur!

Bekleidung: 

Winter-Kollektion

Hier der Link zu meinem Artikel:

Winterbekleidung

Eine grundsätzliche Erkenntnis aus reichlich Brevets: Die Kleidung sollte sich immer ergänzen, redundante Schichten bringen nur Zusatzgewicht, aber keinen Zusatznutzen. Das bedeutet: Im Frühjahr fahre ich entweder mit kurzer Hose und habe Knie-oder Beinlinge dabei, oder ich fahre gleich mit ¾ Hose los. Dazu ein Funktionsunterhemd, ein Kurzarmtrikot mit Armlingen oder gleich ein Langarmtrikot. Darüber eine Jacke mit abnehmbaren Ärmeln. Abhängig davon, wie die Wettervorhersage aussieht. Die angesagten Temperaturen sind ja einigermaßen verläßlich, ob es aber Niederschlag gibt?? Also gehört eine leichte Regenjacke und auch eine Regenhose ins Gepäck. Für die Schuhe habe ich immer „Überzieher“ dabei–wasserdicht. Die wärmen in der Nacht und halten bei einer Regenschlacht dem Wasser stand. Kalte und nasse Füße sind absolute Motivationskiller.

Kommen wir zu Kopf und Händen: Im Frühjahr geht es manchmal bei niedrigen einstelligen Graden auf die Strecke, da sind Langfingerhandschuhe nötig. Und unter den Helm gehört ein Buff, das absolute Multifunktionstuch. Zum Ohrenwärmen, Schweiß abfangen, als Halstuch und und. Ich nehme manchmal sogar zwei dieser Tücher mit. Kaum Gewicht, maximaler Nutzen.

Bei langen Brevets, bei denen die Nacht durchgefahren wird, ist man froh, gegen vier Uhr in der Frühe, wenn die Nacht am kältesten ist, die Regenjacke über die andere ziehen zu können und schon ist es wieder angenehm warm.

Über die richtige Kleidung bei miesen Bedingungen ist in diesen Tagen in den einschlägigen Magazinen, wie Roadbike und Mountainbike, reichlich zu lesen. Da könnte ich mich zurückziehen auf einen schlichten Verweis darauf. Ich meine aber, dass die eigene Erfahrung doch noch einen Zusatznutzen bieten kann. Wer der Redakteure wird schon nächtens im Winter auf den Straßen unterwegs sein!?

Also habe ich mal zusammengestellt, mit welchen Kleidungsstücken ich auf der Kältefahrt von Berlin nach Moers und auch darüber hinaus bei Eis und Schnee unterwegs bin. „Ohne Gewähr“, sozusagen.

Fangen wir ganz oben an:

Ganz oben sitzt bekanntlich der Helm. Hier gibt es die klassischen Versionen der verschiedenen Hersteller. Ich habe mich vor vier Jahren für den GIRO Air Attack Shield entschieden und es bis heute nicht bereut.

Das Visier ist mit Magneten befestigt und lässt sich umdrehen – dann sitzt es oben auf dem Helm. Bei sehr kaltem Wetter schützt der Shield Augen und Jochbeinpartie. Bei fiesem Wetter oder bei Dunkelheit benutze ich einen nur leicht grau getöntes Visier – Wenn der Frost beißt, klebe ich die vorderen Lüftungsschlitze mit Klebeband ab.

Auf den Kopf gehört eine warme, aber doch noch etwas atmungsaktive Helmcap. Ich habe zwei davon: eine von Gore und eine von Vaude. Beide sind so geschnitten, dass die Ohren und die Stirn gut geschützt werden. Sie passen gut unter den Helm und drücken auch bei stundenlanger Fahrt nicht.

Als Halstuch nehme ich ein Buff-Tuch, das ich bei eiskalter Luft von unten über Mund und Nase ziehen kann. Perfekt, wenn es ganz hart wird.

Eine warme Softshelljacke, ich trage welche von Löffler und Gore. Die halten nicht nur warm , sondern haben auch nochReflexstreifen am Rücken. Drunter ziehe ich ein Langarmtrikot und darunter ein Merino-Funktionsunterhemd von Rapha. Das reicht bis minus 10 Grad.

Die Hände bleiben auch bei Minusgraden in Lobster-Handschuhen warm. Beine und Rumpf und was da sonst noch dranhängt, halte ich funktionsfähig mit einer Rapha Winter Bib – schweineteuer, aber haltbar und warm und auch mit Reflexstreifen ausgerüstet.

Natürlich machen auch  Gore, Sugoi etc. gute Hosen. Hier lohnt es sich, sehr ordentliche Qualität zu kaufen. Im Sonderangebot bekommt man gute Sachen schon für ca. 120 €.

Drunter trage ich eine Funktionsunterhose, die ohne störende Nähte gearbeitet ist. Das schützt die empfindlichen Partien zusätzlich. Und über Füße und Waden ziehe ich ein Paar knielange Strümpfe.

Ja, und bei den Schuhen kommt’s drauf an! Welche halten die Füße wirklich warm? In welchen haben auch die Zehenspitzen nach fünf Stunden Kältefahrt noch Gefühl?

Ich trage seit drei Jahren mit besten Erfahrungen einen hohen Winterschuh, der auch noch wasserdicht ist. Das ganze Gefummel mit verschiedenen Überschuhen, die allesamt nach wenigen Einsätzen durchgelaufen und mehr oder weniger löchrig waren, hatte ich satt. Ich kann den und besonders, wenn es ganz hart wird, den Mavic Crossmax SL Pro Thermo MTB empfehlen. Den gibt es im Sale um die 160-180 €.

Den ganz empfindlichen Frostbeulen kann ich zusätzlich Wärmepflaster für Schultern und Nacken empfehlen. Die spenden Wärme über Stunden.

11 Gedanken zu “Warm und trocken

  1. hallo Mark, manche Menschen schwitzen halt recht schnell – dann ist es sehr hilfreich, Kleidung zu tragen, die saugfähig ist, aber auch schnell wieder trocken wird. Trikots und Jacken mit hohem Merino-Anteil sind sehr gut geeignet. Halten warm und sind doch nicht schwitzig. Nachteil ist der relativ hohe Preis von wirklich guten Sachen. Ich trage seit vielen Jahren Rapha und warte immer, bis die Sale-Aktionen laufen. Dann kann man recht günstig fündig werden. Lieber wenige gute Teile als viele ungeeignete. Ich bin auch ein Freund des „Zwiebel-Prinzips“ Dünne Lagen übereinander, dann kann man eine Jacke ausziehen, dann in einer Pause schnell wieder drüber zum Warmbleiben und wieder rein in die Trikottasche, wenn es weiter geht. Z.B die Rapha-Brevet-Kleidung. Das hört sich an wie Werbung, ich bin aber über die Jahre nicht einmal enttäuscht worden. Nur die Hosen arbeiten sich eben nach vielen km eben durch. Aktuell trage ich die Cargo Bibshorts. Ich hoffe, Du wirst fündig. Bleib munter und neugierig. Beste Grüße Dietmar

  2. Hallo Dietmar, eine wirklich tolle Seite die du hier hast. Vielen Dank für die ganzen hilfreichen Infos. Mein Problem bei Wintertouren ist oft, dass ich ziemlich viel Schwitze. Ich habe schon viel ausprobiert, aber leider Schwitze ich ziemlich schnell. Wenn ich dann weniger bzw. dünnere Kleidung anziehe kann es schnell kalt werden. Wenn ich dann ersteinmal am schwitzen bin kann ich kaum eine längere Pause mehr machen, denn wenn ich dann stehe wird schnell extrem kalt. Daher muss ich immer Ersatzsachen dabei haben. Bei einer länger geplanten Pause muss ich mich zumindest oben rum komplett umziehen, sonst gehe ich vor Kälte ein. Das umziehen funktioniert natürlich nur einmal, da man die getragenen Sachen nicht mehr trocken bekommt und nicht so viel mitnehmen kann das man sich zig mal umziehen kann. Das hindert mich im Winter länger Touren zu fahren.
    Ich werde es in diesem Winter nochmal mit unterschiedlicher Kleidung versuchen, bin aber skeptisch das es funktioniert. Vielleicht hast du den ein oder anderen Tipp für mich.

  3. Hallo Jan, die „ideale Hose“ gibt es nicht,bzw. habe auch ich für mich noch nicht gefunden. Ich achte auf einen für mich passenden Schnitt: D.h. die Beinabschlüsse müssen schön fest am Oberschenkel anliegen, besser lang geschnitten als kurz. Der Beinabschluss ist am besten sehr breit gehalten und nicht nur ein schmales Band mit Silikonstreifen. Die Träger sollten ordentlich breit sein, damit sie nicht nach langen Stunden im Schulterbereich einschneiden. Die Rücken/ Nierenpartie ist idealerweise recht hoch geschnitten, um diese empfindliche Partie, besonders bei Nacht und Kühle zu schützen. Polster definiert fest und sehr sorgfältig vernäht.

    Bei den Hosen ab ca. 130 € ist da einiges zu finden. Meine Lieblingshose für lange Brevets ist seit zwei Jahren die „in-R-cool“ von Pearl Izumi. Auch nach ca. 10.000 km ist kein Bereich durchgescheuert und das Sitzpolster ist noch fest und intakt. Weitere Hinweise kannst Du in der „Roadbike“ von Juni nachschauen. Kommt gerade mit einem Hosentest in den Verkauf. Allerdings haben die Tester kaum eine Chance, die wirklichen Langstrecken-eigenschaften und die Dauerhaltbarkeit zu beurteilen. Da hilft nur die eigene Erfahrung.

    Ich hoffe, diese Infos helfen Dir ein wenig weiter.

    keep on riding

    Dietmar

  4. Hallo Dietmar,
    wirklich eine super Seite und ich habe mir da schon einige Tips abgeschaut. Ich plane selbst immer Sommer eine 1.000 KM Tour. Kannst Du eine spezielle Radhose empfehlen?
    Danke
    Jan

  5. Hallo Dietmar, echt eine super Seite und sehr inspirierend. Eine Frage habe ich: Welche Radhose würdest Du empfehlen? Plane eine 1.000 km Tour im Sommer.
    Danke
    Jan

  6. Moin moin, können sie mir vielleicht helfen? ich habe die Contis 4 seasons in 25er breite. passt de crud mk2 Schutzblech? Vielen dank, tolle seite.

  7. hallo Arne, ich habe eine Men’s Spray 3/4 Pants III von Vaude. Die kannst Du gut über die bibshort ziehen, die ist absolut wasserdicht, hält warm, und es schlabbert auch nichts zwischen den Schuhen und den Pedalen rum. Kostet ca. 85,-€ Ich drücke Dir die Daumen für Dein Abenteuer.
    Dietmar

  8. Hallo Dietmar, am Sonntag ist bei Albextrem den ganzen Tag Dauerregen angesagt. Was für eine Regenhose kannst Du mir bei Tempofahrt und vielen Höhenmetern empfehlen?
    Weisst Du wo es so eine kurze oder halblange Radlerregenhose gibt, wie sie Astrid im Februar beim Training dabei hatte oder was ähnliches?
    Gruß, Arne

  9. Hallo,
    ich bin nu schon zum zweiten Mal auf Deiner Page.
    Das 1. Mal zufällig. Hat mich gleich ne knappe Stunde „gekostet“.
    Und nun beim zweiten Mal … bin ich schon wieder voll begeistert.
    Story, Info-Gehalt und Schreib- Style ist voll „mein Ding“.
    Hut / Helm ab !!!
    Gruss vom Deister

    Andreas

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