Brevets – Wissenswertes

das Notwendige...
zu sehen an einer Giebelwand in Templin

Brevets sind Prüfungen oder Aufgaben für Langstreckenradler.

Offizielle Webseite der Audax Randonneurs Allemagne (ARA): ARA Deutschland

Auf dieser Seite sind alle Brevets mit Terminen, die Regeln, Homologationen, und alles Offizielle zu finden.

Die Serie von vier Brevets: 200, 300, 400, und 600 km, berechtigt zur Teilnahme am Radmarathon Paris-Brest-Paris. ( Grundsätzlich ja, wenn genügend Startplätze zur Verfügung stehen) Bei mittlerweile über 5000 Startern entscheidet das längste im Vorjahr absolvierte Brevet über den frühestmöglichen Anmeldetermin. „PBP“ wurde zum erstenmal 1891 ausgetragen und ist die bedeutendste Veranstaltung für Langstreckenfahrer weltweit.

Das Regelwerk ist gegenüber dem vor über 100 Jahren nahezu unverändert. Auf der 1200km langen Strecke darf unterwegs keine fremde Hilfe angenommen werden. Einzig an den Kontrollstellen darf man sich verpflegen und kann, wenn nötig,  technische Hilfe in Anspruch nehmen. Gefahren wird entlang einer vorgegebenen Strecke. Dazu gibt es ein Roadbook und den entsprechenden GPS-Track. Anzufahren sind Kontrollpunkte, wo man sich mit Stempel und Uhrzeit bestätigen lässt, dass man dort war. Mittlerweile wird jeder Fahrer mit einem Transponder ausgerüstet und so auch elektronisch erfasst. Paris-Brest-Paris wird alle 4 Jahre durchgeführt, das nächste Mal 2019.

Paris-Brest-Paris ist das „Königsbrevet“, auf das viele Randonneure hintrainieren. Aber: Der Weg ist das Ziel – alle Brevets sind interessant, und PBP ist wahrlich kein „Muss“.

 

Brevets werden in vielen Ländern der Erde gefahren. Mit möglichst wenig Aufwand organisiert: von ehrenamtlich agierenden Organisatoren, ohne jede Vereinsstruktur oder hierarchische Konstruktionen. Und es FUNKTIONIERT!

Für Brevets gelten Maximalzeiten:

200 km- 13  h 30,

300 km- 20 h,

400 km- 27 h,

600 km- 40 h,

1000 km- 75 h,

1200 km- 90 h

Das hört sich nicht nach Schnellfahren an! Aber, aber! Wer glaubt, das sei eine leichte Übung, der wird spätestens nach 10 Stunden im Sattel merken, wie wichtig langsamfahren und das Planen von rechtzeitigen Pausen zum Essen und Ruhen sind.

Die Brevets sind Übungsschritte, die zur Erlangung eines PBP-Reifegrades erforderlich sind. Los geht es mit 200 km, die im beginnenden Frühjahr zu fahren sind. Da kann man als Neuling Tuchfühlung mit der Langstrecke nehmen, ohne gleich den großen Kilometerschock zu bekommen. Oftmals ist das Wetter und sind Navigationsprobleme die größte Herausforderung.

Das 300 km Brevet stellt die erste Herausforderung für den Willen dar. Oftmals gilt es, bei dieser Distanz mit einem Durchhänger zurechtzukommen. Das ist der zweite Lernschritt. Nach einem Hänger geht es weiter. Man muss lernen, die Krise schnell und effizient zu bewältigen.

Beim 400er hat man das erste mal vermutlich länger in der Dunkelheit zu fahren. Da gilt es, Reserven einzuplanen. Hier lernt man Strategien. Vielleicht ist man schneller, wenn man langsamer fährt, dafür aber weniger Pausen macht. Die Ruhe bewahren und gerade dann, wenn man meint,  es eilig zu haben, keine falschen Entscheidungen treffen, das schreibe ich dem 400er zu.

Der 600er ist die erste Distanz, in der man wahrscheinlich über 30 Stunden in einem Stück mehr oder minder mit dem Rad fährt. Gut beraten ist der, der nachts um 4 Uhr, wenn es am kältesten ist, nicht übermüdet, hungrig und erschöpft ist. Das Timing lässt sich lernen. Abends empfiehlt es sich, wenn es noch warm ist, noch einmal gut zu essen, auch wenn man keinen Hunger zu haben glaubt. Dann vielleicht ein kleines Päuschen. Auch ein Nickerchen für eine Stunde ist nicht schlecht. Dann locker in die Nacht fahren, damit man, wenn es kälter wird, mit Kraft fahren kann. Das hilft gegen Frieren.

 Quelle: In Anlehnung und im Gedenken an Christian von Ascheberg, der mit seinem Milan so unfassbar schnell unterwegs war.

 

Ultra-Brevets

Für die Randonneure, denen 1200 km noch nicht genug sind, werden noch längere Brevets veranstaltet.

Zum Beispiel:

1001Miglia in Italien, 1610 km,  http://www.1001migliaitalia.it/

LEL, London-Edinburgh-London, 1400 km

DCT Dutch-Capitals-Tour, 1425 km

Und hier sind noch reichlich Adressen für Randonneure: Randonneur Events 1200+

9 Gedanken zu “Brevets – Wissenswertes

  1. Schöner Blog!!! Radeln … nach einer Schulter-OP blieb mir nichts anderes übrig als das Radfahren zu forcieren … bin mein erstes Brevet gefahren … drei Tage vor Weihnachten, nachts um den Gardasee (solstizio d’inverno) und war infiziert. Da darauf (2015) einige längere Brevets folgten kam dann irgendwann mal die Schnapsidee … wenn man doch nur einen Startplatz bei der PBP bekommen könnte … aus dem könnte wurde dann Wirklichkeit … 2015 PBP, dieses Jahr 1001miglia … und nächstes Jahr wäre unser Traum die LEL, wenn wir doch nur einen Startplatz ergattern könnten …
    Viele schöne Radkilometer!!
    Gabi alias lumacagabi (schneckegabi)

  2. Hallo Randonneur Didier,

    das ist tatsächlich das erste Mal, das ich einen Kommentar verfasse, aber Deine / Ihre Seite hat mir so gut gefallen, daß das jetz nötig ist :).
    Ich habe in den letzten Woche so ziemlich jeden Beitrag hier gelesen, sehr viele Anregungen und Tips mitgenommen und es hat mich tatsächlich soweit motiviert, das ich seit Anfang Dezember meine magere Kilometerleistung der letzten Jahre wieder nach oben schraube.
    Von daher einen ganz herzlichen Dank für diesen exzellenten Blog

    Gruß aus dem Frankenland

    Andy Huber

    1. Hallo Andy, es freut mich sehr, dass ich solch eine Wirkung mit meinen Beiträgen bei Dir erzeuge. Und es ist eine schöne Motivation für mich, den Blog noch besser, noch nutzenreicher zu gestalten. Bleib auf dem Radl, es lohnt sich!

      keep on riding

      Dietmar

  3. Hallo Dietmar,

    sag mal bitte, mit welcher Durchschnittsgeschwindigkeit bewegst Du Dein Rad, wenn Du Brevets fährst…sagen wir die 200 und 300er. Und gehen wir von denen mit weniger Steigung aus, da gibt es ja auch durchaus Unterschiede.

    Gruß Manfred

    1. das Ziel ist natürlich, innerhalb der Limits zu bleiben. Bei 200 und 300 km ist das relativ einfach. Beim 200er und fiesen Bedingungen hatte ich dieses Jahr einen Schnitt von 26 km/h ( in Fahrt) Beim 300er war ich schon mal mit 27 km/h unterwegs. Immer abhängig von der Gruppe, in der man fahren kann. Mir persönlich liegt es am besten, wenn ich recht langsam fahre, dann aber nur kurze Pausen mache. Beim 200er z.B einmal ca. 30 Min. und zweimal 15 Min. Du solltest in der Lage sein, ca. 25 km/h über einige Stunden gleichmäßig fahren zu können, sonst hast Du zuwenig Möglichkeiten, Dich zu erholen. Bei 400 und 600km wird das immer wichtiger.

  4. Hallo Randonneur „DiDier“

    Ich bin begeistert!
    Habe den Link zu Deiner Blogseite durch Zufall erhalten.
    Lese die Blogs mit Begeisterung.
    Bin gerade 73 geworden und fahre seit meinem 14. Lebensjahr begeistert Rad.
    Bis 2013 Tourenrad. Ab März 2013 auch ein „einfaches“ Rennrad. (Steppenwolf)
    Randonneur will ich nicht mehr werden.
    Hatte aber die Idee, euch „Buddies“ vielleicht ein kleine Anregung zu geben.
    Schaut mal auf meine Homepage:
    http://www.franz-hajek-fotografie.de –>Andermatt 2010–> Reisenotizen…
    Die Sache wäre für euch sicher noch ausbaufähig.
    So viel für heute.

    Liebe Grüße
    Franz

    1. hallo Franz, es freut mich sehr, dass Dir der Blog gefällt. Deine Homepage ist eine sehr gute Anregung, mehr Links und auch Multimedia einzubauen. Das beherrscht Du offensichtlich meisterhaft. Und die Fotos sind auch erste Klasse. So werde ich Deine Adresse mal in meinen Blog aufnehmen. DANKE.

      1. Hallo Dietmar
        Freut mich sehr dass Dir meine HP gefällt
        und vielen Dank
        dass Du meine Adresse aufnehmen willst.
        Vielleicht gibt es den einen oder anderen der auf meinen Webseiten die eine oder andere Anregung findet

        LG Franz

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