Artfahren

Das „Artfahren“ wurde von Kreuzbube ins Leben gerufen. Als kleiner Wettbewerb, bei dem es gilt, das edle Rennrad zusammen mit möglichst vielen zeitgenössischen Skulpturen abzulichten:

Hier sammle ich meine „Punkte-Skulpturen“. Die mit „♣“ beginnenden sind bereits gewertet.

Schon Picasso hat gesagt: Ich suche nicht, ich finde

Fast ein Jahr ist es her, seit Kreuzbube den Artfahren-Wettbewerb offiziell beendet hat. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich beim Weg durch die Stadt, durch die Parks, Skulpturen mit offenen Augen sehe und wissen will, wer sie geschaffen hat.

Am 20. Oktober zogen mich drei Skulpturen von Volkmar Haase förmlich auf die Parkwiesen von Spandau-Pichelsdorf:

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Schild und Wehr, Volkmar Haase 1991

Scharfe Lanke (Bocksfeldstraße (zwischen Nr. 21 und 23)), Berlin-Spandau

P1090255.jpg „Hochwendelnd“ von Volkmar Haase 1972,

Uferpromenade Scharfe Lanke, Höhe See
in Berlin-Spandau (Pichelsdorf)

 

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Freud´sches Schwert, Volkmar Haase 1990, nahe der Dorfkirche Berlin-Kladow

Ein „Denkzeichen“ zum Abschluss des Artfahrens – gesehen in Berlin Buch , Campus C.W. Hufelandp1160802

Denkzeichen, Patricia Pisani, 2013

Das Denkzeichen besteht aus einem Objekt aus Kunstharz, das in Form eines überdimensionierten weißen Kopfkissens auf der Rasenfläche platziert ist. Dieses übergroße Kissen ist Symbol für das Ausmaß der Verbrechen an den Patienten. Mit dem Abdruck des Kopfes werden die Abwesenheit der Schutzbefohlenen und damit der Verlust, der im Ergebnis der Verbrechen entstanden ist, thematisiert. Gelände der Helioskliniken, Berlin-Buch. 300 x 300 x 80 cm, 2013.

 

Nachlese vom 15.12. 

Entdeckt bei einer Weihnachtsmarkt-Tour durch das Havelland. Hier ein „Waldmops“ an einer Treppe eines Hauses in Brandenburg. Ein Werk zu Ehren Loriots, der ein Sohn dieser Stadt ist. fullsizeoutput_2b55

Am 17. April 2015 wurde das Waldmopszentrum vom Bundesaußenminister und Vorsitzenden des Kulturvereins Frank-Walter Steinmeier eröffnet, dabei wurden die aus Bronze geschaffenen Figuren offiziell übergeben. Die Figuren wurden in stehender, liegender, lehnender und sitzender Haltung an verschiedenen Stellen in der Innenstadt Brandenburgs in der Nähe der BUGA-Stätten aufgestellt, etwa um die Johanniskirche, im Humboldthain und am Packhofufer.

♣︎ Berliner Künstler Clara Walter und Raphael Danke sind die Eltern der „Waldmöpse“. Und hier zur Information über diese neue Spezies: Der Waldmops

Und hier noch ein ernst zu nehmendes Werk, gesehen in der Optik-Stadt Rathenowp1060986

♣︎ Der Ziegeljunge, Karl Mertens 1987/2012, August-Bebel-Platz in Rathenow

Die Abtragejungen ( Ziegeljungen)

„Die 12- bis 14jährigen Jungen mussten helfen die Haushaltskassen aufzubessern. Sie schufteten den Sommer über in den Ziegeleien. Auf Antrag der Eltern waren sie während des Sommerhalbjahres vom Schulunterricht befreit. Um 6 Uhr früh begann der Dienst und dauerte bis Sonnenuntergang. Der Tageslohn betrug etwa 75 Pfennig. Bestenfalls brachten sie 100,- Reichsmark für das Halbjahr nach Hause.
Der Ziegelmeister Max Condula der Ziegelei Matthes hatte die Abtragejungen auch zu beköstigen. Sie erhielten fünf Mahlzeiten. Morgens Brotsuppe, zum Frühstück Brote mit Butter oder Schmalz, mittags Eintopf, nachmittags wieder „gestrichen Brot“ und abends Kartoffeln mit Hering.
Wegen dem Handstrichverfahren, das lange Zeit in den Ziegeleien praktiziert wurde, waren diese Abtragejungen aus dem Betrieb nicht wegzudenken, sie mussten die aus dem nassen Ton in Holzkästen geformten Rohlinge aus der Streicherei in die Trockenschuppen tragen. Nur gut getrocknete Rohlinge konnten gebrannt werden. Transportiert wurden jeweils drei Stück, in jeder Hand einen und den dritten auf dem Kopf. Damit dieser sicher lag, trugen die Jungen eine Kappe, die innen mit einem Strohwulst versehen war.
Diesen jugendlichen Arbeitern hat der 1988 verstorbene Rathenower Bildhauer Karl Mertens ein bleibendes Denkmal in Gestalt des „Abtragejungen“ in Bronzeguss gesetzt. Es war sein letztes Werk und stand bis 2011 in Rathenow auf dem Platz direkt vor dem Gebäude der Deutschen Post, nach den Umbaumaßnahmen des Stadtzentrums wurde das Werk 2012 am Kreisverkehr auf dem August-Bebel-Platz aufgestellt. Vor 1945 stand auf dem Platz vor dem Postgebäude, dem ehemaligen Zietenplatz, die Statue des Generals Rosenberg.“

Im Hof des Ministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:p1160863

Kopf“ , Franz Bernhard, 2000

Kunst, die hinter gut bewachten Zäunen ihr Dasein fristet. Rostiger Stahl, vom dahinter stehenden Gropius-Bau aufgewertet.

 

Und das Erlebnis des Tages: Der liegende, verdreckte, nachlässig-peinlich platzierte „Fall Daidalos und Ikaros“  von Rolf Scholz im Terminal des Flughafens Tegel.p1060915

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Dies ist darüber zu lesen in der Berliner Morgenpost aus dem  Jahre 2012 – treffend!

„Wenn sie denn entdeckt wird. Denn das bronzene Abbild Otto Lilienthals – 1985 von Rolf Scholz erschaffen und „Der Fall Daidalos und Ikaros“ betitelt – verbirgt sich in einer Ecke des Flughafens Tegel, der seit 1988 den Namen des Fliegerpioniers trägt. Dem Reisenden, der den gestürzten Ikarus in Fliegerkluft und mit ausgebreiteten Flügeln am Boden links neben der Besucherterrasse liegen sieht, wird bewusst, dass sein Urlaubsflug ohne die Genialität, die Mühe und den Mut Lilienthals nicht möglich wäre. Die letzten Worte des 1896 bei einem Probeflug verunglückten Erfinders: „Opfer müssen gebracht werden.“ Umso beschämender der aktuelle Umgang mit dem Kunstwerk. Stillos die seit 2000 bestehende Nachbarschaft zum Kult-Imbiss „Ess-Bahn“, einem umfunktionierten S-Bahn-Waggon. Die Reisenden essen, trinken und rauchen an hohen roten Stehtischen. Reste, auf den Boden geworfen, landen auf der Skulptur.“p1060906

 

fullsizeoutput_2b4bVor der Humboldt-Bibliothek in Berlin-Tegel: Die Gebrüder Humboldt von Detlef Kraft,  1997 am Hafen aufgestellt und aktuell vor die Humboldt-Bibliothek umplatziert .

Hier ist die Frage: Skulptur im Artfahr-Sinne oder Denkmal? Entscheide bitte.

Zu lesen im Magazin „Kiezekatze“ vom 16.10.2016

„Wir haben mal beim Künstler, Detlef Kraft, persönlich nachgefragt.
Die Lösung: „Die Schriftzeichen gehören zum Doppelportrait der Gebrüder Humboldt.
Sie beziehen sich auf die Tätigkeiten Wilhelm von Humboldts als Sprachforscher.
In dem Buch, das er in der Hand hält, finden sich die gleichen Schriftzeichen und ihre Übersetzung ins Deutsche. Der Text stammt aus der Edo-Zeit, Japan, zweite Hälfte 17. Jh. und schien mir passend, um die humanistische Gesinnung der Humboldt-Brüder zu verdeutlichen.
Die Übersetzung lautet: Verweile in der Menschlichkeit, gründe dich auf Rechtlichkeit „(Gerechtigkeit).“

 

Update vom 10.12. 

Der Himmel ist grau, die Luft ist mild. Warum also nicht noch einmal in Berlin auf die Suche gehen: Und einen Lüpertz wollte ich noch in meine Sammlung aufnehmen. Und hier ist er:fullsizeoutput_2b44

p1160900Der gestürzte Krieger“ von Markus Lüpertz (aufgestellt 1995)
auf dem Kant-Dreieck vor dem KapHag-Hochhaus
gestiftet von KapHag der Stadt Berlin für die Berlinische Galerie

 

 

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♣︎ „Der Rufer“ Gerhard Marcks, „Ich gehe durch die Welt und rufe ‘Friede, Friede, Friede’.“ Dieses Zitat des italienischen Dichters Francesco Petrarca ergänzt die Plastik „Der Rufer“, die auf der Straße des 17. Juni steht. Der Bildhauer und Grafiker Gerhard Marcks hat die drei Meter hohe Bronze 1966 geschaffen.

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♣︎ Die Liegende von Henry Moore liegt schon seit 1956 vor der Akademie der Künste. Das Akademiegebäude macht einen leicht angegammelten Eindruck. Der Waschbeton mit den dicken Kieseln ist für mich einfach nur hässlich. Zumindest der Vorplatz wird aktuell restauriert. Wie schön für die Liegende.

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Vor der Berliner Schaubühne, auf dem Mittelstreifen vom Ku´Damm trotzt das ♣︎ Auge der Nemesis von Bernhard Heiliger dem flutenden Verkehr seit 1979

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Dieses Werk bringt zwar keinen Punkt, aber der Kommentar eines Wachmannes: „Det ist von irgend ner Veranstaltung mal hier stehen geblieben“, war so typisch für Berlin.

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♣︎ Treblinka,
1966 von Wadim Abramowitsch Sidur geschaffen und 1979 auf dem Amtsgerichts-Platz in Berlin-Charlottenburg  aufgestellt.p1160888

Und am Savignyplatz finde ich dann dies:

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Die zwei spiegelgleichen Bronzeskulpturen ♣︎ “Knabe mit Ziege” von August Kraus (1928) wurden 1955 neu aufgestellt, wobei nur eine Figur erhalten war, die andere ist ein Nachguss. 1985 wurden sie entsprechend ihrer ursprünglichen Anordnung im nördlichen Teil symmetrisch zueinander, etwa 10 Meter voneinander entfernt aufgestellt. Diese Anordnung entspricht der symmetrischen Teilung des Platzes durch die Kantstraße. Die Skulpturen zeigen jeweils auf einem ein Meter hohen Backsteinsockel einen nackten Knaben, der ein störrische Ziege am Halsband zerrt.

Jetzt biege ich wieder nach Norden ab und komme am Einsteinufer an der TU vorbei. p1160903

 ♣︎ Edelstahlskulptur von Volkmar Haase, 1987, Einsteinufer Charlottenburg

Ist das Kunst? Direkt neben dem Haase liegt ein rotes Ei: fullsizeoutput_2b39

♣︎ 1983/90 Ei in Mulde von Klaus-Friedrich Großkopf, Gußeisen 

Weiter führt mein Weg nach Norden nach Alt-Moabit, am beeindruckenden Fraunhofer-Institut vorbei auf die andere Seite der Spreefullsizeoutput_2b3b

♣︎ Große Stele 2, Rainer Kriester, 1999

Und zum guten Schluss für heute: Ein Riesen-Bismarck für alle Freunde des ersten Reichskanzlers. Zu bewundern am Großen Stern, direkt bei der Siegessäule.p1160843

er möge das Abschneiden des Helmes verzeihen

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Und weil es so riesig ist, hier noch einmal von hinten.

Das Denkmal des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck war das letzte Werk von Reinhold Begas. Es wurde 1901 auf dem Königsplatz (heute Platz der Republik) vor dem Reichstag eingeweiht und 1938 an den Großen Stern versetzt, wo es heute noch ein beliebtes Fotomotiv für Touristen und Berliner ist.
Die 6,6 Meter hohe Bronzefigur Bismarcks auf dem Sockel aus rotem Granit überragt alles. Um den Sockel herum sind vier weitere Figuren zu sehen – Atlas, Siegfried, eine Sibylle auf einer Sphinx und Germania – die die Bedeutung Bismarcks unterstreichen sollten.

Update vom 8.12.

Einer geht noch! Zum Abschluss einer 120 km-Tour nach Schwedt an der Oder sprang mich ein Monument aus Sozialistischer Zeit an:fullsizeoutput_2b27

Auf dem Vorplatz der Uckermärkischen Bühnen steht der grau-beige Betonpfeiler. Auf der Homepage der Stadt Schwedt im Kapitel „Kunstwerke“ ist darüber dies zu lesen:

♣︎ Kraft der sozialistischen Kultur
Prof. Arnd Wittig, 1976–1984
monumentale Stele aus Reinhardtsdorfer Sandstein, Höhe: ca. 700 cm; Ausführung: VEB

Update vom 5.12.

„Warum in die Ferne schweifen, das Gute liegt so nah“

Vor der Grundschule unseres Städtchens Glienicke-Nordbahn wurde in den letzten Wochen eifrig gebildhauert. Eine riesige Katze entstand unter den Händen der Künstler Heike Adner und Knut Seim. Die Stadt hatte 7000 € dafür locker gemacht.

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♣︎ Die Plastik von Heike Adner und Knut Seim wurde am 26.11.2016 enthüllt. Einen Namen hat sie noch nicht.

Ein paar Kilometer nördlich, im Ort Hohen-Neuendorf, sind vor dem S-Bahnhof zwei riesige Bienen zu bewundern. Im weichen Nachmittagslicht funkeln die Facettenaugen prächtig.img_4001

♣︎ Bienentanz, Christine Gersch & Igor Jerschov ,2009

Hohen Neuendorf, Bahnhofsvorplatz
Messing, Stahl, Glasmosaik
Höhe 2,50 m
, “ Der Tanz der Honigbienen auf der Wabe dient der Information über eine entdeckte Nahrungsquelle„, ist auf einer Info-Tafel des ortsansässigen Landesinstituts für Bienenkunde zu lesen.

Wieder nur ein paar Kilometer weiter, diesmal nach Osten über die Havel hinweg, rolle ich zu einer riesigen Holzskulptur, die seit 2000 direkt am Ufer in Nieder-Neuendorf steht.fullsizeoutput_2b15

♣︎ Von Ufer zu Ufer, Lothar Oertel, 2000

2002 wurden drei Figuren, die ursprünglich im Boot saßen, entwendet.

Das von den „Stammfiguren“ getragene Boot weist über die ehemalige Mauer nach Berlin-Heiligensee. Hier versperrte bis 1989 die Mauer die Sicht. Und „Rübermachen“ war fast unmöglich und in jedem Fall lebensgefährlich.

Und hier das Update vom 30.11.

In drei Etappen ins Sauerland – das sollte mein Saisonabschluß bei den langen Strecken sein… Und da hoffte ich auch auf ein paar Kunstwerke am Wegesrand. Das erste am Weg hatte ich schon im Frühjahr abgelichtet. Nur bisher ohne Namen und Künstler: Heute nun die Auflösung:

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♣︎ Spaltung-Scherung I, Karl Menzen, 1994

Steht an den Domlinden in Brandenburg. Warum man praktisch „inkognito“ eine solch eindrucksvolle Stahlplastik aufstellt ohne jede Information… ? Frag einer die Stadtverordneten.

Weiter fahre ich in Richtung Westen, durch Orte wie Kirchmöser und Wusterwitz. In Wusterwitz entdecke ich in einem verwilderten Park die nächste Stahlplastik, offensichtlich älteren Datums. Jedenfalls gewidmet Ernst Thälmann – fullsizeoutput_2ae6

Zu lesen ist: „.reu und fest, stark im Charakter und siegesbewusst im Handeln. So und nur so werden wir unser Schicksal meistern“  Die Umrandung ist nicht mehr komplett. Vielleicht war der schwarze Granit für andere Vorhaben attraktiv… Nur der Edelstahl glänzt beharrlich in sanftem Matt. Einen Punkt erwarte ich nicht für die Plastik. Schließlich kann ich nicht herausfinden, von wem sie stammt.

Auf dem Wege nach Westen sichte ich erst in Braunschweig das nächste Kunstwerkfullsizeoutput_2aed

♣︎ Befreiung des Menschen aus starren Bindungen und Normen, BronzeBernd Altenstein 1981, Braunschweig, Friedrich-Wilhelm Straße

Weil ich diesmal auf Etappentour bin, kurve ich nicht weiter in der Stadt herum und belasse es bei diesem Werk. In Hildesheim sollte sich doch auch etwas finden lassen. In der Fußgängerzone muss ich eh schieben, und so licht ich erst einmal diese Corten-Plastik ab:fullsizeoutput_2af3

♣︎ Zwei Häuser zwischen Stangen, Werner Pokorny (1990)
Corten Stahl , 600 x 18 x 120 cm. 

Wie ich lesen kann, können sich die Hildesheimer immer noch nicht mit dem rostigen Stahl anfreunden.

An der nächsten Hausecke werde ich wieder fündig: fullsizeoutput_2af4

♣︎ Stehende mit Vogel, Karl Ulrich Nuss, 1997

„Die Hildesheimer Bronzeskulptur Stehende mit Vogel (1997) stellt hingegen keine alltägliche Situation dar: einer nackten Frau mit durchgestrecktem Oberkörper sitzt ein Vogel auf dem Haupt. Weder die auf dem Rücken verschränkten Frauenarme, noch die sich an den Vogelkörper angelegten Flügel verweisen auf eine Veränderung dieser Situation. Der Gesichtsausdruck der Frau ist weder erschrocken, noch erstaunt, vielmehr blickt sie gelassen in die Welt. Diese für Karl Ulrich Nuss‘ Skulpturen typische Gelassenheit oder auch Zufriedenheit vermittelt bei der Stehenden mit Vogel ein harmonisches Verhältnis zwischen Mensch und Tier – wie es selbst in dieser Form in der Natur nicht oder nur in einer gezähmten Beziehung zwischen Mensch und Vogel vorkommt. Da dieser Vogel allem Anschein nach weder Zier- noch Hausvogel ist, könnte die Stehende mit Vogel aus der Welt des Traumes, der Phantasie oder des Märchen in die unsrige getreten sein. Gerade im Märchen sitzen die Vögel dem Menschen gelegentlich auf dem Kopf und vermitteln ihm durch ihren Gesang Wahrheiten, welche oftmals geheimnisvoll sind. Karl Ulrich Nuss gestaltet immer wieder Skulpturen, bei welchen einem Menschen ein Vogel auf dem Kopf sitzt.“

In Hildesheim hat zumindest ein Mensch einen Vogel.

Zehn Meter weiter steht der „Huckup“. Was es damit auf sich hat, kann ich in einer Publikation der Stadt Hildesheim lesen:

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♣︎ Huckup, Carl Röder, 1905

Der Huckup ist ein vom Dresdner Bildhauer Carl Röder 1905 geschaffenes Denkmal an der Ecke Schuhstraße und Hoher Weg, also am südlichen Ende der Fußgängerzone in Hildesheim. Es verbildlicht die alten Hildesheimer Sagen vom Huckup (hochdeutsch: „Hock-auf“). Karl Seifart überliefert für Hildesheim eine Huckup-Sage aus dem Ziegenberg bei Söhre und eine zweite über einen Huckup im Itzumer Holze . Das Motiv des Aufhockers, das nach der volkskundlichen Forschung mit der Vorstellung vom Wiedergänger zusammenhängt, wird durch den Bildhauer bzw. durch die Inschrift auf dem Sockel des Denkmals im Sinne einer bürgerlichen Moral rationalistisch uminterpretiert. Aus dem unheimlichen Elementarwesen, dem Aufhocker, wird in der Aussage des Denkmals ein Kobold, der – das schlechte Gewissen verkörpernd – Dieben auf den Rücken springt. In der Darstellung, die allen Dieben zur Warnung dienen soll, ist ein jugendlicher Apfeldieb der auf diese Weise Heimgesuchte.
Die in Hildesheimer Platt verfasste Inschrift am Sockel lautet:
Junge, lat dei Appels stahn,
süs packet deck dei Huckup an /
Dei Huckup is en starken Wicht,
hölt mit dei Stehldeifs bös Gericht.

Diebe, aufgepasst! heißt es also in Hildesheim.

Auf dem Wege hin zum Ruhrgebiet durchradle ich eine eher kunstarme Zone. Zumindest entdecke ich nichts. Und im Dunkeln bin ich froh, meinen Track zu finden, geschweige denn Skulpturen. Erst auf dem Rückweg per Bahn, als ich in Dortmund den Anschlusszug verpasse und zwei Stunden Zeit habe, kann ich wieder Beute machen.fullsizeoutput_2aff

♣︎ Kommunikation?, Heinrich Brockmeier 1982

Bronze auf Betonsockel, Kampstraße, Dortmund

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♣︎ Drei Musen, Theodor Uhlmann 1988, Bronze

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Und auf dem Platz von Amiens liegt dann dieses UFO vor mir.

♣︎ Chip, Stefan Sous, 2007. 9,5 x 7,5 x 1,9 Meter misst der fünf Tonnen schwere Stahlklotz, gestiftet von der Sparda, als die noch Geld hatte.

Und direkt hinter den Bahngleisen beim Bahnhof dann dies:p1060903

Eine Riesenbank aus Beton, die begangen werden darf und sogar sollte. Die Dortmund-Touris sollen hier Fotos machen. Beim Blick hinter den Beton wird es stinkig. Hinterlassenschaften, leere Flaschen, Müll. Nichts wie weg von hier.
AktionsGebiet: 
der öffentliche + der menschliche Raum
Dortmund 
open Air Atelier, Ulrike Fischer, 2010-2011,  ♣︎ Bankobjekt ein Platz im Leben I,

Besucher können sich auf der Bank fotografieren lassen.

Und zum versöhnlichen Dortmunder Schluss für heute nochmal Stahl:fullsizeoutput_2afd

♣︎ Große Flora D, Fritz König, 1980

 

:Update vom 12.11.

Das von Kreuzbube ausgelobte Artfahren geht in diesen Wochen in die heiße Schlussphase. Wie bei der Tour de France – drei schwere Bergwertungen noch, dann irgendwann über die Ziellinie rollen. Heute treffe ich mich mit Peter W. in Potsdam. In dieser Stadt der Kunstmäzene sollte sich gut Art-Beute machen lassen. Zumal ich mit Peter einen ausgewiesenen Potsdam-Kenner an meiner Seite weiß.Vom Hauptbahnhof aus führt er mich auf die Freundschaftsinsel. Was hier auf 300 Metern Parklänge an figürlichen Bronzen aufgestellt ist, beweist, welchen Stellenwert Kultur und Kunst in dieser Stadt haben und hatten:

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♣︎ Schönheit des Menschen in der Natur Am Anfang der Liegewiese befindet sich die 1973/1974 von Margret Middell (*1940) geschaffene Bronzeplastik Schönheit des Menschen in der Natur. Die Darstellung ist durch eine für die Künstlerin typisch starke Ausdruckskraft der Formen und Oberflächen geprägt.

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♣︎ Gärtnerjunge, Auf der Wiese hinter dem Adler-Torhaus steht grüßend der von Karl-Heinz Schamal (*1929) geschaffene Gärtnerjunge. 1963

 

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♣︎ Liebespaar unter dem Schirm, Jürgen von Woyski, 1962
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♣︎ Jugend, Horst Misch, 1979

 

 

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 ♣︎ Schwimmerin von Fritz Cremer (1906-1993),  1959,  Typisches Beispiel für die Bildhauerkunst der DDR jener Jahre. Eine Plastik mit einer individuellen Körperform und ein ihr eigener Gesichtsausdruck stehen hierbei im Vordergrund.
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♣︎ Stehendes Mädchen, Fritz Cremer, 1960
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♣︎ Kämmende, Gerhard Rommel, 1966
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♣︎ Tanzpaar, Ingeborg Hunzinger-Frank, 1966
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♣︎ Inge, Walter Arnold, 1949p1060753

♣︎ Bär, Stephan Horota, 1964

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♣︎ Pelikane, Hans Klakow, 1956
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♣︎ Pony, Heinrich Drake, 1965

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♣︎ Hommage Karl Foerster, Staudenzüchter, (1874-1970) von Christian Roehl, Edelstahl

♣︎ Fliegender Fisch  Gabriele Rosskamp/Serge Petit Edelstahl, 2001

♣︎ Fliegender Vogel, Windspiel von Gabriele Rosskamp/Serge Petit Edelstahl, 2001

Und jetzt noch einige Skupturen des „Walk of Modern Art“

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♣︎ Dynamisches Raumzeichen II, Otto Herbert Hajek, 1988/90
Stahl, bemalt

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♣︎ Ambos Mundos, Jörg Plickat, 1999

Und dann stehen wir vor dem neuen „Museum Barberini“, das Hasso Plattner der Stadt gestiftet hat. Im Januar 2017 soll es offiziell eingeweiht werden. Die Riesenplastik im Innenhof wirkt auch durch das verschlossene Eingangstor:

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♣︎ Jahrhundertschritt, Wolfgang Mattheuer, 1984, 700 kg Bronze

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Könnte gut von Lüpertz stammen – tut sie aber nicht.

♣︎ Der Krieger, Armando, 2013

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♣︎ Flugschiff, Peter Rohn, Christian Roehl

 

 

 

 

 

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♣︎ Großer Fibonacci, Rudolf Valenta, 1993

Und dann, zum guten Schluß, rennt uns noch ein Fischotter an der Baumgartenbrücke über den Schwielowsee um.fullsizeoutput_2adf

♣︎ Fischotter, Stephan Walther, 1908/1994 Baumgartenbrücke, Geltow

DieBaumgartenbrücke wurde 1945 gesprengt, die Figuren Fischotter und Windhund abgebaut und von den Russen in die Kaserne Wünsdorf gebracht. Nach deren Abzug 1994, konnten die Fischotter wieder an ihren angestammten Platz gesetzt werden, die Windhunde von der anderen Brückenseite blieben verschollen.

Für heute haben wir genug von soviel Realismus und Moderne. Peter und ich lassen uns jetzt ein Glas Rotwein schmecken.

KUNST IST FUNDSACHE, so titelt das Kunstamt Reinickendorf eine Ausstellung über Siegfried Kühl. Genau so könnte das Motto für das Artfahren lauten.

Daneben steht diese Skulptur von Lidy von Lüttwitz.

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♣︎ Der stehende Jüngling, 1953/54, Lidy von Lüttwitz

Auf dem Campus in Berlin-Buch warten noch einige Skulpturen, um mitsamt meinem Basso abgelichtet zu werden. Heute kann ich schon kurz vor Mittag nach Osten rollen – über Schönerlinde nach Buch. Dieser Ortsteil von Pankow ist vom Campus, den Wissenschaftsstandorten und den Kliniken dominiert. Seit hundert Jahren ist hier die Wissenschaft zu Hause. p1090302

Südlich von Hobrechtsfelde entdecke ich das 2. ♣︎ Rad der Steinwelten, eine
Assemblage aus Eisen und Steinscheiben aus verschiedenen Kontinenten
2.40 Durchmesser x 1.15 , 2012, „In Erinnerung an Wilhelm Lehmbruck“ haben dazu die Bildhauer Rudolf Kaltenbach und Achim Borsdorf geschrieben

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Nein! Das ist keine Skulptur, wohl aber ein Hinweis auf den Wissenschaftsstandort Buch. Und hier sollen sich noch einige Kunstwerke finden lassen.

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♣︎ Spirale, Max Reiner Rosin, 2013, aufgestellt vor dem Firmensitz von Eckert und Ziegler, Campus Berlin Buch

 

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♣︎ „L’Homme“ von Jean Ipoustéguy, 1963, Mann mit drei Beinen

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♣︎ Aufgehoben von Hella Horstmeier. Marmor/Bahnschwellen, 1990

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♣︎ „DNA-Struktur“ von Sebastian Kulisch, 2000, Robert-Rössle-Straße 10, Berlin-Buchxfullsizeoutput_2acd


♣︎ Viertelmondträgerin, Trak Wendisch, 2000, Wettbewerb zur Gestaltung der Breiten Straße in Berlin Pankow.

 

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♣︎ Grenzsoldat mit Kind, Gerhard Rommel, 1971, Bronze

Bleichröderpark, Berlin-Pankow

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♣︎ Bruch ist ganz, Sabine Teubner-Mbaye und Schüler der JUKS, Sandstein bemalt,2002

Berlin -Pankow, Florastraße

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Und auf dem Heimweg – Kunst ist Fundsache – dann das für mich und für heute aktuellste Kunstwerk. Im Rathauspark Reinickendorf zu sehen

In der milden Herbstsonne  ist zu lesen: ♣︎ “ Jede Weltanschauung, die sich auf Gewalt gründet, rädert den Menschen auf ihren Symbolen“ 

Das Denkmal wurde erschaffen durch Lidy von Lüttwitz und 1954 vor den Standort eines ehemaligen Kriegerdenkmals gesetzt.

 

Update vom 6.11.2016

Die Suche geht weiter…. Auf dem Campus der Helios Kliniken in Berlin Buch sollten einige interessante Skulpturen zu finden sein. Erst gegen 15.30 Uhr mache ich mich auf den Weg – ca. 20 Kilometer Anfahrtweg, da bleibt nicht viel Tageslicht übrig heute.

In Berlin-Buch angekommen, biege ich in ein Parkgelände ein – mit  mächtigen Bäumen, aber Skulpturen sind nicht zu entdecken. Durch einen Torbogen hindurch rolle ich auf den „Künstlerhof“ des Stadtgutes Buch. Treffer! p1160771

♣︎ Windharfe, Ingolf Eschenbach, 2007

Diese Klangskulptur hat der hier arbeitende Künstler geschaffen. 6 Meter hoch. aus Stahl und Aluminium gefertigt.

 

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Direkt daneben steht dieses Werk, auch aus der Hand von Ingolf Eschenbach,

♣︎ „Dreiklang„hat er das 6,20 Meter hohe Werk getauft.  „Mir ging es darum, den Dreiklang von Kopf, Herz und Verstand, der ja zum Lernen wichtig ist, auszudrücken. Die durch den Wind bewegten Metallstäbe deuten an, dass es dabei auf- und abwärts gehen kann, je nach der Kraft, die hier vom Wind kommt.“ So ein Zitat des Künstlers.

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Auch im Künstlerhof des Stadtgutes zu sehen, aber ohne jegliche Information

Und jetzt noch zu einigen Werken aus meinem Archiv der letzten Wochen: Endlich habe ich die Namen der Skulpturen und der Künstler herausbekommen.

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♣︎ „Bär„, Günther Anlauf, 1981, Brückenkopf der Moabiter Brücke

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♣︎ Erdkugel mit Parabelform, Hans-Joachim Roszinski, 1963

Diese Bronze steht in einem Hinterhof der Iranischen Straße, Berlin-Gesundbrunnen. Auf dem Foto nicht zu sehen sind die alten Matratzen, ein Bettrost und ein Kaninchenstall, die in den Büschen unter dem Kunstwerk „abgelegt“ wurden.

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♣︎ „Faltenverwerfung“ Katja Natascha Busse, Granit, Stahl und Granit, Matthäi Kirchplatz, Berlin

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♣︎ Wächter-Freiheits-Engel, Peter H. Wiener,  Sandstein – Aluminiumguss, Matthäi-Kirchplatz, Berlin

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♣︎ „Versus“ von Karl Menzen, 1993, Kurfürstendamm 132a, Berlin-Wilmersdorf,

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♣︎ Gesehen auf einer Spätsommertour in Neuruppin: Zwei Fontanefiguren, Ottmar Hörl, 2016

Insgesamt hat Hörl 400!!! Figuren im Rahmen einer Installation aufgestellt. „Fontane wird sozusagen auf eine menschliche Ebene zurückgebracht, sagte Hörl der Deutschen Presse-Agentur. „Ich will kein klassisches Denkmal, zu dem man aufschauen muss“, betonte er. An Fontane (1819-1898) solle als Schriftsteller erinnert werden – und als Menschen, der seine Heimat sehr geliebt und erwandert habe.

 

Update vom 31.10.2016

Heute ist Reformationstag. Ruhe herrscht in Brandenburg, die Brandenburger fluten in die große Stadt, denn die hat keinen Feiertag. Ich flute mit – auf meinem Taurine. Heute wird „artgerecht“ gejagt. Heute will ich meine Kamera mit reichlich Skulpturen satt machen.  Heute kurve ich mit Plan durch die große Stadt:

Los geht es an der Putlitzbrücke

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Das ♣︎ Deportationsmahnmal Putlitzbrücke befindet sich auf der Ostseite der Putlitzbrücke im Berliner Ortsteil Moabit. Die Brücke überspannt an dieser Stelle den Güterbahnhof Moabit, von dessen Gleisen 69, 81 und 82 ab Januar 1942 mehr als 32.000 jüdische Bürger in die Konzentrationslager deportiert wurden.[1]

Das Mahnmal wurde vom Bildhauer Volkmar Haase im Rahmen des Programms Kunst im Stadtraum gestaltet und 1987 aufgestellt. Es zeigt eine 2,50 Meter hohe Edelstahl-Skulptur, die im vorderen Teil an einen Grabstein erinnert. Gekrönt wird dieser mit einem Davidstern, der als versenktes Relief gearbeitet ist.

Weiter geht die Jagd ins Hansaviertel

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♣︎ Interbau-Freiplastik“ von Hans Uhlmann, 1957/58, Hansaplatz, Berlin-Hansaviertel, Deutschland

 

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♣︎ „Morgendämmerung Nr. 1“ von Berto Lardera,1957, Altonaer Straße 9, Berlin-Hansaviertel, Deutschland

weiter… immer noch das Hansaviertel – Altonaer Straßep1160552

♣︎ „Hand mit Uhr“ von Joachim Schmettau, 1975, Altonaer Straße 26, Berlin-Hansaviertel, Deutschland

Und rüber nach Wilmersdorf an die Bundesalleep1160560

♣︎ „Speerwerfer“ von Karl Möbius, 1921, Bundesallee 162, Berlin-Wilmersdorf, Deutschland

Zur Investitionsbank Berlin

p1160562 ♣︎ „Cerberus“ von Ewerdt Hilgemann, 2000, Bundesallee 208-210, Berlin-Wilmersdorf, Deutschland Am 28. September 2000 wurde rechts neben dem Eingang der Investitionsbank Berlin IBB die Skulptur “Cerberus” von Ewerdt Hilgemann enthüllt. Der Künstler entwarf die sechs Meter hohe implodierte Edelstahlskulptur in seiner Amsterdamer Werkstatt. Mit ihrem drei Millimeter dicken Stahl wiegt sie annähernd 1,5 Tonnen. Inklusive Sockel kostete sie 250.000 DM.

Und zum Lützowplatz

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♣︎ „Herkules und der erymantische Eber“ von Louis Tuaillon, 1904, Lützowplatz, Berlin-Tiergarten, Deutschland

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♣︎ „3-X-90 in Deutschland“ von Ernst Altes (Ates), 1990, Lützowplatz, Berlin-Tiergarten, Deutschland

leider etwas unscharf

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Das Symposium fand 1990 statt, mittlerweile ist zwar die Infotafel heruntergekommen, die Skulpturen sind aber noch ansehnlich und haben Wind, Wetter und farbsprühenden Idioten getrotzt

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♣︎ Volker Bartsch: Torblock (1990)

Granit und Stahl, 210 x 230 x 110 cm; Lützowplatz

Dann zur Württembergischen Landesvertretung, die sich einen riesigen „Hajek“ geleistet hatp1160583

Otto Herbert Hajek

♣︎ Wegzeichen 3A (1990/97)

Bronze; 7 x 2 x 2 m. Standort: seit 2001 vor der ständigen Vertretung des Landes Baden-Württemberg, Tiergartenstraße 15, Berlin-Tiergarten

Um die Ecke an der alten Gemäldegalerie vorbeip1160586

Stimmungsvoll, aber etwas unscharf – langsam dämmert es:

♣︎  Großer Janus II (1985/95)

Eisen montiert, 375 cm hoch; Standort: Sigismundstraße, vor dem Seiteneingang der Gemäldegalerie, Berlin; Eigentümer: Neue Nationalgalerie, erworben 1998 mit Unterstützung von Irene und Rolf Becker, Baierbrunn

 

Und dann auf den Matthäi-Kirchplatzp1160591

1988 wurde die Edelstahl-Skulptur ♣︎ „Altar“ von Volkmar Haase vor der St. Matthäus aufgestellt. Anlässlich des 170. Kirchweihjubiläums übergibt die Witwe des Künstlers, Frau Katja Haase, dieses Kunstwerk in die Kunstsammlung der Stiftung St. Matthäus.

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♣︎ Kinetische Stahl-Aluminium-Skulptur, 8 m hoch

Matthäikirchplatz, Berlin

Vor der Matthäus-Kirche steht die Zeitnadel von Hella De Santarossa. Seit den letzten Tagen des vergangenen Milleniums wird der Platz von dem Obelisken aus Stahl geprägt. Die Nadel im Inneren des Objektes dreht sich stetig abhängig von der Sonne um einen zentrischen Punkt, wie ein immer wiederkehrendes Element symbolisiert sie die ewig laufende Zeit.

Und hin zur Philharmoniep1160609

♣︎ Echo II, Bernhard Heiliger, Eisen, 1987, teilweise farbig gefasst, 300 x 120 x 250 cm; Standort: vor dem Kammermusiksaal der Philharmonie

Und noch ein Heiligerp1160617

♣︎ Echo I, Bernhard Heiliger 1987, ebenfalls vor der Philharmonie

Es fängt an zu regnen, und ich rolle hinüber zum Bahnhof Potsdamer Platz:

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Im Abgang zur S-Bahn-Station dann die riesige, auf dem Kopf stehende Plastik

♣︎ Giordano Bruno von Alexander Polzin, 2008, Potsdamer Platz, Berlin-Tiergarten, Deutschland

Eindrucksvoll! Ein schöner Abschluß der Artfahrrunde.

.Update vom 23.10.2016

Sonntagmittag – die Sonne kämpft sich durch Herbstnebel und -wolken. Wie wäre es, einen Ritt in die große Stadt hinein zu wagen und auf Skulpturensuche zu gehen. Das flüstert mir mein Basso nach dem Frühstück zu. Also Trinkflasche gefüllt, Kamera eingepackt, und ab geht es nach Tegel. Im Humboldthafen schwimmt noch ein stählerner Wal herum, der noch abgelichtet gehört. Ist das Kunst?

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♣︎ Die Figur stammt von dem amerikanischen Architekten Charles Willard Moore (1925 – 1993). Der Vertreter der Postmoderne gewann den 1980 ausgeschriebenen Wettbewerb der Internationalen Bauausstellung für sein Konzept der Gestaltung einer Freizeit- und Wohnanlage am Tegeler Hafen mit Flachwasserbecken und Neubaugebiet rund um den Hafen. Und seitdem schwimmt er nun im Humboldthafen und dient als Landeplatz für Tauben und Ankerplatz für Enten.

Brot ist schädlich für Tiere und Gewässer, kann ich auf dem Schild vor dem Wal lesen. Da werde ich dem Tier mal nichts zu fressen geben.

Am Landwehrkanal entlang rolle ich in Richtung Westhafen und Beusselbrücke.fullsizeoutput_2a37Hier steht ♣︎ „Multiple Fork“ des Schweizer Bildhauers Schang-Hutter. 1991 wurde diese Stahlskulptur an beiden Enden der Brücke spiegelgleich aufgebaut.

Die Auffahrt zur Brücke ist an diesem Sonntagmittag gesperrt. Notarztwagen, Polizeifahrzeuge, ein Kamerateam, um den „Tatort“ genau zu erfassen. Hier ist wenige Minuten vor meiner Vorbeifahrt eine Radfahrerin von einem zum Westhafen abbiegenden Sattelschlepper überrollt worden. Unter einer Plane kann ich noch das Hinterrad erkennen. Ein Menschenleben wurde hier von einem achtlosen Lkw-Fahrer abrupt beendet. Heute habe ich das im Tagesspiegel lesen können. Und ich rolle da ahnungslos vorbei und lasse mich von der fahlen Herbstsonne wärmen… Trauer und Nachdenken!

Nicht wissend, was da passiert war, fahre ich weiter zum Ernst-Reuter-Platz. Auf der Suche nach der „Flamme“ von Bernhard Heiliger. p1060636

♣︎ Diese gewaltige Bronzeplastik hat Bernhard Heiliger 1963 zum Gedenken an Ernst Reuter geschaffen. „Friede kann nur in Freiheit bestehen“, dieses Reuter-Zitat ist in die Steine vor der Bronze eingelassen. Ich mache reichlich Fotos, denn aus jedem Winkel sieht die Flamme anders aus. Faszinierend.

fullsizeoutput_2a35♣︎ Gegenüber, vor dem Hochhaus für Bergbau-und Hüttenwesen, stehen die „Wachsenden Flügel“ von Karl Hartung. Da war wohl noch etwas Bronze übrig. Aufgestellt wurden die Flügel zeitgleich im Jahre 1963. Und mittendrin im Reuter-Rund steht im Wasser ein überdimensionales Mikado aus Edelstahl oder Aluminium.p1060646

♣︎ Eine Installation im Rahmen des Projekts, „Berlin leuchtet“ 2016: Der Brunnen und die dortige Wasserfontäne wurden von dem Künstler Dietmar Korth durch farbliche Animationen in ein Lichtkunstwerk verwandelt. Das verwendete Lisamaterial lässt 15 % UV-Licht durchwandern und streut an den Kanten 85 % ab, dadurch wirkt es schon bei wenig natürlicher Lichteinstrahlung wie von innen beleuchtet.

Um die nächste Ecke herum wartet das nächste Kunstwerk:p1060659

♣︎ Otto Herbert Hajek: Stadtzeichen (Raumzeichen) (1972-74)

Werke mit den Bezeichnungen Stadtzeichen und Raumzeichen sind in Stuttgart und neuerdings auch in Potsdam zu sehen. Hajek muss ein arbeitswütiger Bildhauer gewesen sein. Bis zu seinem Tode im Jahr 2005 zählt sein Werkverzeichnis hunderte von Schöpfungen auf. Hajek-Findbuch:

Stahl, 4 m hoch; Fasanenstraße 87, vor dem Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung, Dienstsitz Berlin

. Dabei komme ich noch an einer interessanten Plastik vorbei – aus Plastik! p1060653

♣︎ „Polyester, schwarz“, 250 x 650 x 350 cm, dreiteilig. 1983 aufgestellt. Standort: vor dem Konzertsaal der Universität der Künste, Fasanenstraße / Ecke Hardenbergstraße, Berlin-Charlottenburg, geschaffen von Hans Nagel. Schönheit entsteht bekanntlich im Auge des Betrachters… Und nutzbringend ist dieses Werk allemal: Als zünftiger Beistelltisch für Prosecco und andere alkoholische Getränke.

Update vom 20.10.2016

Am 20. Oktober zieht es mich zum Artfahren in die große Stadt. Einfach mal mitten rein mit dem Taurine und schauen, was vor die Linse kommt. Wenig kommt heute, kann ich schon mal verraten. Auch in Berlin ist der Skulpturenvorrat begrenzt, besonders wenn man aufs Geratewohl unterwegs ist.

Schon lange hatte ich vor, die riesige Bronze von Henry Moore abzulichten.

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Die Bronzeplastik Large Divided Oval: Butterfly von Henry Moore auf dem Teich vor der Kongresshalle wurde 1986 von der bekannten Berliner Bildgießerei Hermann Noack gegossen. Die Kunstgießerei polierte 2010 die Skulptur wieder auf. Die Bronzeplastik wiegt über acht Tonnen und war mit 3,5 Millionen Mark einer der teuersten Kunstankäufe der Stadt Berlin. Die Skulptur wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 aufgestellt und ist Moores letzte öffentliche Arbeit. Im Gegensatz zum „Haus der Kulturen der Welt“, der ehemaligen Kongresshalle, und davor, so war der ursprüngliche Name: Benjamin-Franklin-Halle, musste die Plastik nur einmal aufpoliert werden. Das „HKDW“ erlebt gerade nach seinem dritten Namen auch seine dritte Renovierung.

Und dann stoße ich auf „wat janz Modernet“. Vor dem Eingang des Kaufhauses Alexa steht diese Riesin:fullsizeoutput_29f5

Die Skulptur kann von der S-Bahn und vom Fernsehturm gesehen werden, sie ist gefertigt aus Edelstahl, Messing und Kupfer, ist 9 m hoch und adaptiert das Buchstaben Logo vom AleXanderplatz in  ihrer Körperhaltung. Der Kopf ist beweglich als Windfahne und im Inneren des Körpers gibt es ein Herz mit Berliner Bär zu entdecken.

Kunsthandwerk oder Kunst, das ist hier die Frage. Entworfen hat die Riesin der Metallbildhauer Mirko Siakkou-Flodin, aufgestellt wurde sie 2007.

Update vom 17.10.2016

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♣︎ Mehr als die auf dem Schild zu lesenden Informationen habe ich über den Künstler nicht finden können. „Soviet and French architect, „sculptor and engineer, one of the founders of Russian Kineticism“ Für eine Stadt wie Wittstock erstaunlich und mutig.fullsizeoutput_20bc

♣︎ 1818 machte die Königin ihrer Familie in Mecklenburg-Strelitz eine Strelitzienstaude zum Geschenk. Zunächst wurde die Staude in Hohenzieritz, später in Neustrelitz in der fürstlichen Orangerie am Schlossgarten gehalten. Dort gelangte sie 1822 zum ersten Mal in Deutschland zur Blüte.

Seit 1995 ist die Strelitzie die Stadtblume von Neustrelitz.
Im Jahr 2008 schuf der Künstler René Winter mit Unterstützung eines Bürgervereins eine Edelstahlskulptur der Strelitzie, die als Wahrzeichen unweit des Schlossgartens aufgestellt wurde.

Update vom 7. Juli

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♣︎“Große Woge“ Volkmar Haase, 2013, Prenzlau, Am Unteruckersee

♣︎“Die Havel“, – drei liegende Havelmädchen – , Knuth Seim, 2009, anzuschauen im Park vor dem Schloß Ribbeck ( wo der Birnbaum stand…)

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Update vom 23. Juni

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♣︎ entdeckt in Biesental, nördlich von Berlin – Zufallsfund

Update vom 7. Juni

Ein paar Fotos habe ich aus meinem Fundus der letzten Wochen geholt, und ein paar neue kommen aus Potsdam dazu:

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♣︎“Heim“, Josef Thorak, 1928
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♣︎“Arbeit“ , Josef Thorak, 1928

Zwei überlebensgroße Skulpturen mit dem Titel “Arbeit und Heim“wurden 1928 von Josef Thorak für den Eingangsbereich der Wohnsiedlung an der Knobelsdorffstraße geschaffen und dort vor den beiden Turmhäusern, Knobelsdorffstr. 94 und 95 aufgestellt. Der Künstler Josef Thorak war später einer der führenden Bildhauer des NS-Regimes.

 

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Diese opulente „Menschen-Löwin“ mit dicken Kindern steht im Park Sanssouci, ich erwarte keinen Punkt, aber „schön isse doch!“
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??? muss ich noch herausfinden
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??? auch der Kopf ist noch ein Geheimnis für mich

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♣︎„Doppelkreuz“ Granit, 2012 Standort Skulpturenlinie „Steine ohne Grenzen“
Berlin-Buch,
Bildhauer Rudolf J. Kaltenbach

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♣︎Jüngling mit gekreuzten, gefesselten Händen, Richard Scheibe, 1953

Ehrenmal Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Bendlerblock, Berlin

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Der Innenhof wurde 1980 vom Bildhauer Erich Reusch neu gestaltet. Die  Bronzenen Balken vor der Skulptur schaffen einen völlig neuen Raumeindruck. Räume und „Erlebnis Raum“ sind große Themen des 90 jährigen Künstlers.

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♣︎MARK DI SUVERO – GALILEO, 1996, Potsdamer Platz

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♣︎Toleranz, Werner Stötzer 1994, Potsdam

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♣︎Nach vorn, Alejandra Ruddoff, 2002, Potsdam

Die 1960 in Santiago geborene Künstlerin zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Bildhauern Lateinamerikas. Seit 2002 bildet ihre Plastik „NACH VORN“ den zentralen Blickpunkt auf Potsdams belebtester Kreuzung am Fuße der Humboldtbrücke. Die Figur, eingespannt in die Kurbelwelle, die sie vorantreibt, ist auch für Alejandra Ruddoff selbst Symbol des modernen Menschen und seiner positiven Energie.

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♣︎Nike 89, Wieland Förster 1999, Glienicker Brücke

Neben der Glienicker Brücke triumphiert seit dem 10. November 1999 auf einer Granitsäule die Nike 89 als Symbol des Sieges und des Friedens. Dem Thema Mensch verpflichtet, schuf der Bildhauer Wieland Förster (*1930) die Bronzeplastik anlässlich des 10. Jahrestages der Öffnung der Schlagbäume an dieser Stelle. Mit dieser Geste soll an den Fall der Berliner Mauer aber auch an die Menschen erinnert werden, die sich für die Demokratisierung in der DDR eingesetzt haben.

Update vom 20. Mai

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♣︎Pendel-Obelisk, Karl Schlamminger, 2003

Der 27 m hohe Obelisk auf einer Kugel mit 3 m Durchmesser von Karl Schlamminger wurde am 19.12.2003 auf dem Joachimstaler Platz enthüllt. Der Pendelobelisk lässt sich in Bewegung versetzen.
Der 1935 in Deutschland geborene Künstler Karl Schlamminger hat in Istanbul und Teheran gelehrt.

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♣︎Buddy-Bear-Quadriga, Marina und Andreas Bitter, 2010

Und noch ein paar Buddy-Bären. Diesmal mit Quadriga hinten dran.

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♣︎ Johannes R.Becher, Fritz Cremer 1960, Bürgerpark Berlin-Pankow

Fritz Cremer schuf auch die Brecht-Skulptur vor dem Berliner Ensemble. Becher war der erste DDR-Kulturminister. Passenderweise stammt auch der Text der DDR-Hymne von ihm.

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♣︎ Dieser Herr in Bronze sitzt in der nach ihm benannten „Fontane-Stadt“ Neuruppin auf der Granitbank. Am 8.Juni 1907 wurde das von Max Wiese geschaffene Denkmal enthüllt.
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♣︎ „Parzival am See“ 17 Meter hohe Stahlskulptur von Matthias Zagon Hohl-Stein

Der Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein knüpfte mit dem PARZIVAL AM SEE an das Epos des mittelalterlichen Dichters Wolfram von Eschenbach an. Seinen Parzival stellt er als Antiritter dar, von schmaler Gestalt, mit dem Windrad in der einen und der Arche, als Symbol des Überlebens, in der anderen Hand.
Hohl-Stein fasst seinen Parzival als ein Zeichen des Aufbruchs auf. Er steht für ein neues Neuruppin, ohne Garnison, die Zeichen der Zeit aufnehmend.

Direkt daneben, vor dem Hotel Seegarten entdecke ich noch eine ganze Gruppe von Skulpturen. P1050862

♣︎ „Burnout“ Eiche und Eisenschrott, von Prof. Wojciech Sęczawa aus Gdansk

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♣︎ „Ikarus,  weiblich“, Peter M. Stajoski aus Lentzke

Neuruppin quillt in diesen Tagen geradezu über von Kunstwerken, oder Werken, die gerne so genannt werden wollen. Bis zum 22. Mai stellt der Aktionskünstler Ottmar Hörl 400 gelbe Fontane-Figuren auf. Zwei davon sichtete ich vor der Fontane-Therme. Als Kunstwerke habe ich die zwei gelben „Zwerge“ beim Vorbeifahren nicht identifiziert. Erst bei der Recherche zu den anderen Fotos wurde klar, hier in Neuruppin entwickelt sich eine Skulpturen-Inflation!

Update vom 12. Mai

Und dann habe ich am Ende meiner Berlin-Wolfsburg-Tour noch diesen „Auswanderer“, der eigentlich ein Einwanderer ist, auf dem Bahnhofsvorplatz von WOB angetroffen. In der Nähe der VW-Arena korrespondiert damit eine Wand mit großen Fotos aus den 60er Jahren und Motiven der „Gastarbeiter“ aus Italien, Spanien…

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♣︎ Der Auswanderer
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♣︎Der Auswanderer: l´emigrante, Provenziani Quinto 2004

Oranienburg feiert im Juni sein 800-Jahre Jubiläum. Dazu wurde ein Kunstprojekt ins Leben gerufen: mit diesen Werken am Havelufer beim Schloß.

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♣︎Irene Anton, Jenseits von Eden?, 2016 Die Künstlerin fragt, welche Ideale der einstigen Oranienburger Vegetariersiedlung Eden in Zeiten von Massentierhaltung und industrieller Lebensmittelproduktion noch geblieben sind. Noch nicht zu sehen war am Donnerstag der goldene Löwe mit „Oranienburger Fischschwanz“ der Künstlerin Ria den Breejen. Die Skulptur soll ab heute das Entrée zur Open-Air-Ausstellung an der Bernauer Straße bilden.

 

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♣︎Ria den Breeijen, „Migration“ 2016, Die Künstlerin vollendet das Werk
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♣︎“Mikado“ von Ushi Frank und Walter Gramming. Mikado sei wie das Leben, sagt Ushi Frank. „Oft fällt es, wie es nicht soll. Man kann es einfach nicht planen.“ Dien Farben der Stäbe machen aber auch Hoffnung. Und mittendrin halten jeweils vier Stäbe eine „Orange mit Stern. Besonders auffällig steht mitten auf der Wiese das bunte „Mikado“ von Ushi Frank und Walter Gramming. Mikado sei wie das Leben, sagt Ushi Frank. „Oft fällt es, wie es nicht soll. Man kann es einfach nicht planen.“ Dien Farben der Stäbe machen aber auch Hoffnung. Und mittendrin halten jeweils vier Stäbe eine „Orange mit Stern“.
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♣︎Der 71-Jährige Egidius Knops hat den Rahmen jetzt gefüllt, mit einem Kurzüberblick zur Geschichte der Stadt. Am Anfang steht eine holländische Mühle, mit der sumpfiges Land urbar gemacht wird. Louise Henriette ist unter einem „Oranjeboom“ zu sehen. Der spiegelverkehrte Schriftzug „Arbeit macht frei“ zeigt die Kehrseite der Stadt. Die Gegenwart wird von einem jungen Skater repräsentiert, der in eine noch ungewisse Zukunft fährt. Mittendrin ist Platz für Menschen, die sich in die Zeitschiene einfügen wollen. Sie können dabei Louise Henriettes Hand halten. Die an dieser Stelle geplante Weltkriegsbombe hat Knops just am Tag der Entschärfung einer echten Fliegerbombe entfernt. Sie war ihm im Weg.

 

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♣︎Karin van der Molen, „Stachel“, 2016

Die dunklen Kapitel der Stadtgeschichte nimmt die Skulptur „Oranienburger Stachel“ von Karin van der Molen auf. Viele kleine, aneinandergeschweißte Flugzeuge erinnern an die Heinkel-Werke und die verheerende Bombardierung der Stadt, deren Folgen durch Bombenfunde bis heute zu spüren sind. Bewusst wurde die Stahlskulptur an die Wand des 1938 eröffneten Hauses 2 der Stadtverwaltung gestellt. Auf dem hellen Putz des Nazi-Baus erzeugen die Flugzeuge stachlige Schatten.

Und hier kommt das Update vom 28. April: Ausbeute von der Taurine-Berlin-Tour.

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♣︎Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Peter Eisenman, Richard Serra, 2005

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♣︎“Adenauer“, Helga Tiemann, 2005

 

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♣︎Der Schmuckbogen am Tegeler See, Gerhard Schultze-Seehof, 1956
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♣︎“Beton-Cadillacs”, Wolf Vostell 1987
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♣︎Skulpturengruppe “Motorradfahrer”, Max Esser 1938/39
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♣︎“Pyramide”, Josef Erben, 1987
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♣︎“Berlin”, Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff 1987
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♣︎“Arc de 124,5 degrées”, Bernar Venet, 1987
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♣︎“Constellation”, Bernard Heiliger, aufgestellt 2001
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♣︎“Boxers”, Keith Haring, 1987 entstanden, 1998 aufgestellt
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♣︎“Berlin”, Eduardo Chillida, 2000
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♣︎“Rolling Horse”, Jürgen Goertz, 2007
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♣︎“Volk Ding Zero” Georg Baselitz, 2011

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♣︎“Mundwerk“ von Konrad Thalmann 2015

Hobrechtsfelde

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♣︎ “Silence” aus brasilianischem Granit, geschaffen 2011 von der polnisch-französischen Bildhauerin Dominika Grieshaber, zu sehen im Stadtpark Bernau.

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♣︎ “Weltachse” von Rudolf Kaltenbach 2011

Stele mit Graniten aller Weltkontinente – im Hintergrund ist der Stummel einer von Günther Schabowski zur Wiederaufforstung der Rieselfelder gepflanzten Tanne zu sehen. Ganz bewusst wurde dieser Standort deshalb für die Stele gewählt. Die Schabowski-Tanne war schon drei Meter hoch gewachsen, als sie ein böser Bube radikal herunter gekürzt hat.

Vielleicht sinnbildlich für das verstümmelte Schabowski-Gestammel.

http://steineohnegrenzen11.jimdo.com/rudolf-j-kaltenbach-skulptur/

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♣︎ “Himmel auf Erden” von Christoph Obst 2015, polierter Edelstahl auf Sandstein

http://steineohnegrenzen11.jimdo.com/christoph-obst-skulptur/

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♣︎ “Ansammlung” Uli Mathes 2015

http://steineohnegrenzen11.jimdo.com/uli-mathes-skulptur/

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Und hier die Venus, die ich endlich identifizieren konnte:

♣︎ Skythische Venus, Eugenia Usimova 2015, Sandstein auf Granitsockel

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♛☹ Denkmal des Kronprinzen Friedrich, späterer „Alter Fritz“ vor dem Rheinsberger Schloß, geschaffen vom Berliner Bildhauer Gottlieb Elster 1903, wieder aufgestellt in Rheinsberg 1995

Der olle Fritz gab leider, aber genauso nachvollziehbar keinen Wertungspunkt, weil Politiker.

Endurace parkt am Alten Fritz vor dem Schloß Rheinsberg anläßlich des 200er Brevets am 9.4.2016

 

 

Bei einer Abendrunde fand ich am Rand von Berlin-Hobrechtsfelde dies:

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♣︎ URSPRUNG DES LEBENS

Rudolf J. Kaltenbach , 2014

Buntsandstein Rheinland-Pfalz

 

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♣︎“Hengst Wohlklang in der Freiheitsdressur“, Schloßpark Celle

gestaltet von Ulrich Conrad, Worpswede 1984

 

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♣︎ Berlin Hobrechtsfelde

Helmut Machhammer / Österreich
“ Purzeln “
Sandstein
2003

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♣︎ Stadtpark Bernau:

Kassian Erhart (Österreich):
Sisyphos, portugiesischer Granit, ein kleiner Stein und ein etwas größerer Findling

2011

„Steine zu bearbeiten erfordert wie Toleranz und Menschlichkeit ungemeine Disziplin“, meint Kassian Erhart, der einen portugiesischen Granit in zwei Stelen umarbeitete. Zwischen den Stelen befinden sich ein kleiner Stein und ein etwas größerer Findling.
Die Skulptur symbolisiert, die nie zu einem Ende führende Arbeit des Sisyphos. Hoffnung liegt darin Spuren zu hinterlassen oder wie der Künstler konstatiert: „Wenn man sich bemüht, bleibt mindestens ein Sandkorn.“

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♣︎ SOS sao sao Foyn, ein „Themenpark“ in Oranienburg, der das Hörspiel von Fritz Wolf aus dem Jahr 1929 als „Freirauminszenierung“ aufgreift. Schön anzusehen, passt aber nicht so recht in die Bewertungskriterien vom Artfahren.

 

 

 

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♣︎ Schlossplatz Oranienburg

„Die Anklagende“ von Fritz Cremer, 1961 von ihm gefertigte Granitkopie seiner Ursprungsskulptur von 1948, die auf dem Wiener Stadtfriedhof steht.

Sinnbildlich für eine von Trauer und Aufbegehren gezeichnete Frau, die den Sinn ihres Überlebens der Schreckensherrschaft des Nazi-Regimes, der unzählige Menschen zum Opfer gefallen waren, als Verpflichtung zur Wachsamkeit
und zur Mahnung versteht.

 

♣ Vor dem Polizeirevier entdecke ich eine Gruppe von Skulpturen – erst auf der Homepage des Bildhauers Jörg Engelhardt wird beschrieben, was es damit auf sich hat. Der Gaukler soll für das alljährliche Hussitenfest stehen.

Skulpturen für den zukünftigen Brunnen in Bernau, Jörg Engelhardt, 2013-15

 

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♣“Wandlung Doppelkreuz“, Spektrolith

Rudolf J.Kaltenbach, 2011

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♣ Stehendes Paar

Margit-Schötschel-Gabriel, 1980

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♣ Klaus Schitthelm / Deutschland
” Pfeil ”
Sandstein, Metall, Holz Robinie
2003

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♣ Peter Schnaak / Deutschland
” toter Ritter ”
Sandstein
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♣ Silvia Christine Fohrer / Deutschland
” Recht auf Unvollkommenheit ”
Sandstein, Granit
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♣ Asri Sayrac / Deutschland
” Taka ”
Holz, Metall, Stein

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♣ Alfridas Pajuodis / Litauen

” Friedensstein ”
Granite
2001