Gerade, kreuz und quer – eine Buchbesprechung

Für mich ist das Buch von Rahel Straubel und Dirk Reuber ein ganz Besonderes. Schon allein deshalb, weil ich die beiden gut kenne und weil sie meine Leidenschaften teilen. Radfahren und wandern; dabei Kultur, Natur, Land und Leute kennenlernen.

Als Dirk mir vor gut zwei Jahren von dem Buchprojekt erzählte, hatte ich sofort einige schöne Bilder und Geschichten aus der Region vorm geistigen Auge. Wie schön, dass die beiden mich freundlicherweise auch noch baten, eine Story zum Inhalt beizutragen. Sie kannten mein Blog und meinen Stil. So fing das Ganze für mich an. Und für Dirk und Rahel stand ein ordentliches Paket Arbeit ins Haus.

Vorige Woche hielt ich das 240-seitige Ergebnis ihres Schaffens freudig und erwartungsvoll in Händen. Es ist gut gelungen, das sage ich schon einmal vorab.

Rahel und Dirk haben sich nicht die üblichen Ziele und Wege vorgenommen, die schon vor ihnen viele Autoren beschrieben haben. Sie haben genau hingeschaut im westlichen Brandenburg.

“ Die Tage sind hell, kein Berg begrenzt die Sicht. Die Nächte sind oft so dunkel, dass man dem Sternenhimmel ganz nah zu sein scheint“

“ Uns interessiert Kultur besonders jenseits großer Namen oder wichtiger Stätten“

So haben die Autoren ganz besondere Orte mit interessanten Menschen entdeckt und beschrieben. Sie sind eingetaucht ins Land und ihre Begeisterung fürs Unspektakuläre wird greifbar. Ganz im Sinne des großen Fontane, der im Vorwort zu seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg schrieb: “ Der Reisende in der Mark muß sich mit einer feineren Art von Natur- und Landschaftssinn ausgerüstet fühlen. Es gibt gröbliche Augen, die gleich einen Gletscher oder Meeressturm verlangen, um befriedigt zu sein. Diese mögen zu Hause bleiben“.

Rahel und Dirk beschreiben in ihrem Buch eine Reihe von kreativen, engagierten und mutigen Menschen, die in kleinen Dörfern, oft weit abgeschieden, Initiativen entwickelt haben und für den Ort und die Region Positives bewegen. Sie machen all das im Text und mit den Fotos greifbar und erlebbar.

Gerade, kreuz und quer“ sind sie gewandert, mit dem Rad gefahren und mit dem Hausboot über die Seen geschippert. Wanderrouten und parallel etwas längere Radtouren in der jeweiligen Region führen an den schönen, an den einsamen, an den interessanten Orten vorbei. Beim Lesen habe ich spontan Lust bekommen, aufzubrechen und dorthin zu fahren, wo ich bisher noch nicht war, wo auch für mich „Kreuz und quer-Radler“ Neuland zu entdecken ist. Umso schöner, wenn das so greifbar beschrieben ist und auch noch zu jedem Ziel eine Karte hinzugefügt ist mit der besten Wander- oder auch Radroute.

Warum nicht einmal auf der Pilgerroute von Hennigsdorf nach Bad Wilsnack zur Wunderblutkirche laufen… Die Autorin Ute Gottesmann beschreibt ihre sechs Pilgertage und 130 Wanderkilometer kurzweilig und anschaulich.

Oder einmal bei Vehlefanz und Schwante um den Mühlensee laufen und anschließend ein Salonkonzert bei Monta Wegmann im ehemaligen Stall neben dem Wohnhaus erleben und dabei mit den Künstlern ins Gespräch kommen und ein Glas Wein trinken…

Gerade, kreuz und quer ist ein herrliches Buch zum Lesen, zum Nacherleben, zum Verschenken an jeden, der Land und Leute besser kennenlernen will.

Danke Rahel und Dirk!

LESEN!

Rahel Straubel/ Dirk Reuber, Gerade, kreuz und quer. Wandern & Radfahren durchs westliche Brandenburg

240 Seiten, Broschüre, 16×22 cm, ISBN 978-3-95894-240-0

18 Euro

Überall im Buchhandel oder unter http://www.omnino-verlag.de

2 Kommentare zu „Gerade, kreuz und quer – eine Buchbesprechung

  1. Man hätte vielleicht ein Foto der „inneren Werte“ und eine kurze Leseprobe dazusetzen können?

    Hört sich ansonsten erstmal sehr interessant an.

  2. Sehr schön, lieber Dietmar. Danke für den Buchtip.
    Wir sind auch schon 2 x den Pilgerweg nach Bad Wilsnack gelaufen und haben bei vielen netten Leuten Quartier bekommen. Und das war oft interressanter als ein großer Berg oder Gletscher.
    Liebe Grüße
    rainer

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