Langer Trödel, Wandbilder, Ziegeleien und dann zurück über Venedig

Heute soll das Thermometer die 20 Grad-Grenze knacken. Wenn das kein Grund ist, auf das Rad zu steigen und Kilometer wegzurollen.

Das Granfondo freut sich auf eine schöne Runde nach Norden, erst einmal über Wandlitz nach Zerpenschleuse zum Langen Trödel.

In Klosterfelde gammelt das Gebäude des ehemaligen Artistenmuseums vor sich hin. Kein schöner Anblick. Schon 10 Minuten später bin ich am Kanal und biege nach Westen in Richtung Liebenwalde ab.

Der Name „Langer Trödel“ bekommt vor der kleinen Galerie eine zusätzliche Bedeutung: Die Bewohner sind am „ausmisten“. Sogleich werde ich gefragt, ob ich nicht ein paar Spielzeuge für die Enkel mitnehmen will. Klarer Beweis dafür, dass ich als Opa identifiziert werde.

Ein paar Meter weiter stelle ich das Granfondo vor mein Lieblings-Holztor, das regelmäßig mit Sinnsprüchen verziert ist.

Am Langen Trödel lädt eine Holzplattform zum Betrachten eines Keramik-Froschkönigs ein. Daneben steht Janosch´s Tigerente, auf der schon 10 Jahre zuvor einmal Peter platz genommen hatte.

Die Fronten der alten Häuser zeugen von ihrer ursprünglichen Nutzung als Ladengeschäfte. Porzellan, Tabak, Farben, Seifen, Schreibwaren, Besen, Korbwaren… Fast alles konnte man hier kaufen vor 100 Jahren.

Vor der liebevoll gestalteten und sorgsam gepflegten Leselaube, die ursprünglich eine Bushaltestelle war, komme ich ins Gespräch mit einer Einwohnerin, die ganz begeistert von Zerpenschleuse spricht. Nebendran betreibt sie einen Kanuverleih, der seit der 2016 wiederhergestellten Verbindung von Langem und Altem Trödel für Wassersportler und Touristen attraktiv geworden ist.

Schließlich halte ich noch ein Schwätzchen mit Ines Schweighöfer, die mit ihrem Mann Matthias hier wohnt und den wunderbaren Laden mit Café „Emma Emmelie“ betreibt. Stundenlang könnte man hier Schauen, genießen, reden…

Ich reiße mich schließlich los und rolle weiter nach Liebenwalde. Vorbei am Alten Forsthaus mit der Adresse „Angra Peguena“, was über setzt „Walfischbucht“ heißt. Warum allerdings dieser Wohnplatz so heißt, hat mir bisher noch niemand schlüssig erklären können. Ich muss wohl mal den alten Lüderitz befragen.

Am Radweg gibt es einen Weinberg ( der auf den Weinanbau des 18.Jahrhunderts hinweist) und viele Schafe.

Der Voßkanal führt hin nach Zehdenick und ist gesäumt von alten Alleebäumen, die im ersten Grün erstrahlen

Es wird langsam Zeit, dass ich ein paar Kilometer unter die Räder bekomme. In Zehdenick bin ich bei km 50. Und schon wieder leiste ich mir einen Fotostopp: Die Wandbemalung ist es wert.

Ja, schaut mich denn in der Klosterschenke ein Würdenträger an – gar der Papst persönlich?

Ich kann das Rätsel nicht lösen, also radle ich schließlich weiter gen Norden, auf dem Radweg Berlin-Kopenhagen zum Ziegeleipark Mildenberg, wo die alten Brennöfen besichtigt werden können. Schließlich heißt es so treffend: „Berlin ist auf einem Kahn gebaut“, den Lastkähnen, auf denen die Ziegel zur prosperierenden Großstadt befördert wurden.

Weiter geht es nach Norden. Nächster Stopp: Blumenow mit seiner alten Eiche und natürlich jeder Menge Blumen.

Ich schaue auf mein Garmin, es ist 14. 40 Uhr, 75 Kilometer stehen zu Buche. Zeit, wieder Kurs Süd zu setzen. Also ab nach Dannenwalde mit seiner schönen Radfahrerkirche.

Hier kommt keiner unbeobachtet durch!

Die nächsten zwei Stunden bleibe ich bei mir – ohne Fotopausen, sozusagen im gelernten Brevetmodus. Der Wind ist mir dabei behilflich. Wentow, Zabelsdorf, Ribbeck, Zehdenick und wieder ran an den Kanal back home.

In Venedig kurve ich rüber zur Havelbaude, verkneife mir eine Pause und bremse erst wieder beim Heinse Kebap in Glienicke, wo ich mir einen köstlichen Seitan Döner und Pommes gönne, nach 150 Kilometern Kultur, Natur, Landschaft, Menschen.

Allewetter – Endspurt

Alcide und das Topstone haben eine warme Nacht im Konferenzraum genossen. Peter und ich fühlen uns nach dem Frühstück im Best Western gestärkt und bereit, die Schlussetappe unserer Allwetter-Tour anzugehen.

Es ist noch frisch um neun Uhr, aber die Sonne lacht. Nach Norden rollen wir gut gelaunt hinaus aus der Stadt. Edemisssen, Alvesse, Hillerse – kleine Ortschaften, die irgendwie vor sich hin schlummern. Menschen sind kaum zu sehen, dafür rauscht der Autoverkehr auf der Landstraße.

Die Bauerneiche von Leiferde

In Leiferde wacht seit ca. 300 Jahren die Bauerneiche. Davor steht ein Gedenkstein, dessen Bedeutung mir erst KI erklärt: Er weist auf das hundertjährige Jubiläum der Völkerschlacht bei Leipzig hin. Und die fand im Jahre 1713 statt. So, nun wissen wir das auch. Wenngleich Leipzig weit entfernt ist von diesem Baum, der allerdings wohl schon als noch jugendliche Eiche zu Zeiten der Niederlage von Napoleon hier seine Wurzeln schlug.

Ibbesbüttel, Ausbüttel, Isenbüttel, Allerbüttel… Diese Ortsnamensendung bedeutet so viel wie „Haus“ , „Hof“ oder „Siedlung“.

In Edesbüttel schließlich treffen sich Elbe-Seitenkanal und Mittellandkanal, dem wir ab hier wieder nach Osten hin folgen. Bald kommt die Volkswagenstadt in Sicht.

Das Volkswagenemblem ist neu, der schmucklose Kasten aus den 50er Jahren mit 13 Stockwerken wurde 2016 renoviert und wird weiterhin im obersten Stockwerk für den Vorstand genutzt. Am Mittellandkanal folgen jetzt 1,3 Kilometer Volkswagenwerk. Immer am Zaun entlang rollen wir nach Osten – bis der Weg abrupt endet. Uff! Es gibt keine andere Möglichkeit, zum Bahnhof auf die andere Kanalseite zu gelangen, als den gesamten Schotterweg wieder zurückzurollen. Peter flucht genauso wie ich. Schließlich können wir über eine Brücke auf die Bahnhofsseite wechseln, wo wir in den Zug nach Barleben steigen.

In Barleben nehmen wir Kurs Nord, und schon nach zwei Kilometern sind wir am Kanal, den wir allerdings erst einmal per Treppe erklimmen müssen, bevor wir ihn zu Gesicht bekommen. Ich will Peter unbedingt das Wasserstraßenkreuz zeigen und dann die längste Kanalbrücke der Welt!

Ein Meisterwerk der Wasser- und Brückenbauer! Höchst beeindruckend. Hier endet der Mittellandkanal und wird zum Elbe-Havel-Kanal.

Bis zum Städtchen Burg genießen wir Wasser, Wolkenhimmel und blaue Brücken. Zwischen Kanal und Bahngleisen, inmitten von alten Fabrikgebäuden und Autowerkstätten, finden wir das Hotel „Villa Wittstock“. Die Lage ist nicht gerade einladend, aber das Haus aus dem Jahre 1900 ist aufwändig restauriert und erstrahlt zwischen den anderen grauen Mauern in frischem Gelb. Das Eigentümer-Ehepaar hat dem alten Gemäuer in jahrelanger Arbeit zu neuem Glanz verholfen und mit historischen Möbeln und Bildern ausgestattet. Wir treffen auf den Hausherrn, der uns in Arbeitskleidung begrüßt. „Es gibt immer noch etwas zu tun, und bitte auf keinen Fall mit den Rennradschuhen die Fliesen betreten!“ Wir sind brav. Unsere Räder bekommen einen sicheren Platz in der Garage, die mit Baumaterialien vollgestopft ist. Dann kommen wir aus dem Staunen kaum mehr heraus: Stuck, Deckenleuchter, Riesensessel, verstellbare Betten …

Das Erlebnis Burg findet am Abend den gebührenden Abschluss im griechischen Restaurant Meteora, bei dem zwar der Eingang nur schwer zu finden ist, dafür aber Einrichtung, Essen und Bedienung vorzüglich sind.

Das „Burg-Theater“ hatte ich eigentlich in Wien verortet. Nun staunen wir über die Spielstätte gleichen Namens in Sachsen-Anhalt.

Am Samstagmorgen ist es zwar wieder frisch, aber die Sonne lacht, und der Wind ist zum lauen Lüftchen geworden. Da können wir doch gut noch ein paar Kilometer in Richtung Berlin machen.

Aber halt: Vor den Toren Berlins warten noch Potsdam und der Schlosspark Sanssouci – der mittlerweile für Radfahrer komplett gesperrt ist! Räder und Radler müssen draußen bleiben. Also bleibt uns nur der Blick auf das Neue Palais und die Communs. Peter staunt und schaut. Potsdam hat ja schließlich noch mehr zu bieten:

Der Park um das Schloss Cecilienhof ist erfreulicherweise auf einer Radroute befahrbar. Also radeln wir hindurch und steuern gezielt die „Meierei“ am Jungfernseeufer an. Hier gibt es leckeres Augustiner-Bier.

Gestärkt und guter Laune starten wir auf die Schlusskilometer unserer Allwetter-Tour. Am Wannsee entlang, dann auf den Kronprinzessinenweg, wo reichlich Radler und Randonneure unterwegs sind. Fast schon wehmütige Gefühle ergreifen mich: Wie oft bin ich hier nach den Brevets zielwärts hin zum Amstelhouse nach Moabit gefahren! Angekommen in Berlin, tauchen wir ein ins Großstadtgetümmel.

vor dem ehemaligen Mercedes-Gebäude, in dem ich mein erstes Büro hatte

An der Gedächtniskirche gönnen wir uns noch eine „Original Berliner Currywurst“, um dann in die S-Bahn gen Frohnau zu steigen.

Rot, türkis und grau: unsere Radetappen

Die Bilanz von sechs Tagen Wind, Regen, Sonne und frischen Lüften:

420 Kilometer per Rad und 670 Kilometer per Bahn und Deutschland-Ticket. 63 gut investierte Euro. Peter und ich planen schon die nächste Tour: Im Herbst die Elbe, die Oder … oder so…

Allewetter – zwei Oldies an Havel, Weser und Mittellandkanal

Eine Radtour mit Wind, Regen, Kälte und reichlich Bahnetappen

Teil 1

„Freue dich, wenn es regnet! Wenn du dich nicht freust, regnet es auch“

Gemäß diesem Sinnspruch von Karl Valentin starten Peter und ich zu unser Etappentour an die Weser. Er sollte uns helfen, auch die fiesesten Tage mit einem inneren Lächeln zu meistern. 

Peter wird meinen Ex-Basso-Crosser, den ich 1990 bei Hans Holczer in Herrenberg ursprünglich für meine Frau kaufte, als Reiserad testen. Neuerdings von mir umgerüstet auf Campa-Felgenbremsen, mit neuem, verstellbarem Vorbau und mit Racktime-Gepäckträger von Ortlieb ausgestattet.  

Ich fahre natürlich mit meinem Topstone und den Trägern und Taschen von Tailfin.

Am 24. März rollen wir hinüber nach Hennigsdorf zum Bahnhof und genießen die kurze Fahrt nach Golm. Wetteronline hat für diesen Montag noch Sonne und leichten Ostwind vorhergesagt. So haben wir umgeplant und wollen erstmal ein paar Kilometer machen, bevor das Wetter fies wird. In Werder geht es über die für Radler gemachte Brücke über den Zernsee hinüber auf die Westseite, dann zum Havelradweg. Die Temperaturen sind immer noch einstellig, aber die Sonne lacht. Peter kommt gut zurecht mit dem Basso, das wir kurzerhand nur noch „Alcide“, nach seinem Schöpfer Alcide Basso, nennen. Es rollt gut, bald kommt die alte Stieleiche von Schmergow in Sicht, die ich schon so oft bewundert habe. Irgendjemand hat auf der Südseite ein großes Herz in die Rinde geschnitzt. Sieht schön aus, ist aber nicht gerade ein Beweis für die Baumfreundlichkeit des Schnitzers. 

Das Havelstübchen in Deetz hat noch geschlossen, aber wir haben ja unsere Energieriegel an Bord, dazu kühles Wasser in den Trinkflaschen. Die Havelauen zeigen  sich von von ihrer besten Frühlingsseite. Die Bäume kommen in das erste Grün, auf den Wiesen laben sich  die Gänse und Enten am saftigen Gras. 

Um die Mittagszeit rollen wir in die Stadt Brandenburg ein und gönnen uns am Brückencafe´ Bockwurst mit Brötchen für sagenhaft günstige zwei Euro, dazu einen Riesenmilchkaffee. Die „Bohnarchie“, die der Sohn von Matthias, meinem alten Radlerfreund, am anderen Ufer betreibt, hat leider geschlossen.

Die erste Radeletappe endet am Bahnhof Brandenburg. Der Zug nach Hannoversch Münden soll um halb drei abrollen und gegen 20 Uhr am Ziel eintreffen. Am Zusammenfluss von Werra und Fulda wollen wir unsere Wesertour beginnen. So die Theorie, denn schon in Magdeburg stranden wir und haben keine Chance, mit den Bussen des Schienenersatzverkehrs mitzufahren. An Radfahrer denkt die Deutsche Bahn zuletzt. 

Also heißt es, wieder umzuplanen und wir sitzen schließlich in einem Zug, der uns bis Wolfsburg bringt. In der Volkswagenstadt finden wir ein ideenreich gemachtes Apart-Hotel. Mit einem Code ausgerüstet kommen wir hinein, beziehen unser modernes Zimmer und kehren  am Abend bei einem sehr gut besuchten Italiener ein. 

Die ersten 70 Kilometer sind geschafft, Peter kommt sehr gut mit Alcide zurecht. Das Stahlross rollt gut und profitiert von seiner 40000 km Erfahrung auf vielen Brevets. Es hat sich bewährt.

Tag zwei: Wir können mit Sonne, Wind aus Südwest und dann ein paar Wolken rechnen. Also planen wir fix um. Die DB-App zeigt eine Verbindung nach Höxter, Abfahrt gegen 9 Uhr. Schon sitzen wir auf den Rädern und rollen zum Bahnhof Wolfsburg. Der Zug fährt wider Erwarten pünktlich, und wir erreichen Höxter in der Mittagszeit. Bei der kurzen Altstadtrunde bewundern wir die Ornamente an den alten Fachwerkhäusern und entziffern einige Inschriften.

„Bewar din Ehr, holt di vor Schand. Ehr ist vorwar din hogste Pfand. Werstu de Schand einmal vorlein. So ist es um din Ehr geschehn“

Wir versuchen uns in der Übersetzung in unsere aktuelle Sprache und lassen den Spruch wirken.

Dann setzen wir Kurs Richtung Kloster Corvey und kurven zunächst in den ersten Innenhof ein. Hier war ich schon mal 2019 und hatte im Aktivhotel übernachtet, mit Blick auf das sogenannte Westwerk des Klosters.

Peter und ich posieren vor einer schon reichlich bemoosten und wohl ausrangierten Statue im Werkhof.

Danach schieben wir die Räder durch ein Tor zum sogenannten Remtergarten. Hier werden wir von einer Gärtnerin barsch gebremst. „Erst ab 28. März geöffnet, können Sie nicht lesen…“ Von der Gastfreundlichkeit des Personals beeindruckt, verlassen wir die unwirtliche Stätte.

Nächster Halt ist Holzminden, wo wir nach einem Café Ausschau halten. Die Innenstadt präsentiert sich aber eher spröde und mit viel Leerstand. Wenig einladend!

Also heißt es, weiterradeln weserabwärts, wo wir in die grünen Auen eintauchen und die ersten Störche der Saison entdecken. Enten, Gänse, Rinder… Die Natur versöhnt uns nach den ersten ernüchternden Eindrücken von Innenstädten und Industriebauten.

Die Muschelkalkformationen auf der Westseite der Weser formen eine herrliche Naturkulisse

In der Münchhausenstadt Bodenwerder posiert Peter neben dem Baron auf der Kanonenkugel.

Schließlich entdecken wir am Platz vorm Penny-Markt eine markante Imbissbude und gönnen uns eine Currywurst mit Pommes.

An der anderen Weserseite grüßt die Weser-Renaissance in Form des Wasserschlosses Hehlen, das schon im Jahre 1579 vom Obristen Fritz von der Schulenburg und seiner Frau Ilse von Saldern erbaut wurde. Heute residiert hier das Unternehmen „Machwitz-Kaffee“, in dessen Familie das Schloss sich noch heute befindet.

Hinter dem nächsten Weserbogen erscheinen die Kühltürme des Kernkraftwerkes Grohnde der Preussen-Elektra und werden beim Näherkommen immer höher und größer und höher. 2021 wurde das Kernkraftwerk abgeschaltet und wird für den Rückbau vorbereitet. Seit 2023 liegen Plan und Genehmigung dazu vor. „Gut Ding braucht Weile“ , fällt uns humorig dazu ein.

Hinter der nächsten Weserschleife kommt die Kulisse der Rattenfängerstadt Hameln in Sicht. Hier bin ich schon einige Male in den vergangenen Jahren hindurchgerollt, und übernachtet habe ich auch bei zwei Besuchen. Zuletzt 2023 im Hotel Zur Börse. Also steuern wir auch heute erstmal diese Adresse an. An der Rezeption bin ich noch im Datenbestand und auch heute bekommen wir ein kostenloses Upgrade-Zimmer.

Nach einem frugalen Abendessen und einer Flasche italienischen Rotwein, die wir in unserer Upgrade-Suite genießen, schlummern wir tief und starten dann in den so nass vorhergesagten Mittwoch.

Gerade einmal 150 Kilometer haben wir an den ersten beiden Tagen per Rad geschafft. Dagegen über 300 Kilometer per Bahn und Deutschlandticket. Schon jetzt DIE Investition des Monats!

Ende Teil 1, Teil 2 folgt bald.

Zwei Oldies unterwegs – Im Mai den Neckar hinunter, Teil 2

Der Schlummer war tief in Lauffen, der leckere Primitivo beim überaus freundlichen Italiener hat unsere Gedanken vom sanierungsbedürftigen Lauffener Städtle nach vorn gelenkt auf unsere nächste Etappe. Der Blick aus dem Fenster zeigt um 8 Uhr 18 einen mächtigen Lastenkahn, der Mühe hat, auf dem Lauffener Neckarkanal die enge Kurve zu bekommen.

Wir genießen das Frühstück und sind um 9 Uhr startbereit.

Alle Taschen und der Tailfin-Aeropack wollen jetzt schnell ans Topstone montiert werden.

Die ersten 1o Kilometer in Richtung Heilbronn führen hinauf in die Weinhänge. Ein Weinberg ist auch ein Berg, bemerkt Peter schwitzend. Und nach dem Hinaufkurbeln folgt bekanntlich immer eine schöne Abfahrt. Und der Peter traut sich jetzt auch, die Bremsen mal offen zu lassen.

Weinreben, so weit das Auge reicht. Am Horizont die Kraftwerke von Heilbronn.

Aktuell werden hier noch 4000 t Steinkohle TÄGLICH angeliefert. Der höchste Kamin misst 250 m. Aber die Tage des Kohlekraftwerks sind gezählt. Neben dem alten Block entsteht ein Gaskraftwerk, das mit Flüssiggas gefüttert werden soll.

Links Gewerbebetriebe und Baumärkte, rechts der Neckar und dominierend Industriebauten. Nur noch ein paar Meter bis Neckarsulm, der Heimatstadt von Audi. Die Werksanlagen erstrecken sich über Kilometer am Neckar entlang, wo wir auf einem Info-Panel lesen können, dass es hier schon im Jahre 1905 mit den Neckarsulmer Fahrrädern und Motorrädern angefangen hat.

Auf der Infotafel zur Audi-Historie pappt der Werbeaufkleber einer „Cannabis Business-School“ Wir schnuppern allerdings hier keine süßen Hanf-Düfte, sondern eher miefige Industrieluft.

Endlich rollen wir wieder in die Neckarauen ein. Grün, mit Blütenduft anstelle Industriegestank. Dann urplötzlich stehen wir auf einer Radautobahn, pardon, einem Radschnellweg! Und staunen! Fünf Meter breit, Mittelstreifen, Seitenstreifen… An Fußgänger wurde hier offensichtlich nicht gedacht!

Wer schrauben, pumpen, reparieren muss, hier stehen die Hilfsmittel dazu
Auf dem Radlerzähler sind wir heute Nr. 192 und 193

Wir fahren auf dem ersten Abschnitt eines gerade mit großem politischen Pomp eingeweihten Radschnellweges. Nach etwa einem Kilometer sind wir schon durch… War es das schon? Irgendwann sollen es 18 Kilometer Pendlerstrecke werden. Hoffentlich werden wir das noch erleben. Und hoffentlich dann mit notwendigen Verbesserungen. Denn wenn sich Fußgänger und die Kinder des nahgelegenen Spielplatzes auf die „Autobahn“ verirren, sind sie arg gefährdet.

Schon sind wir wieder auf dem ganz normalen Neckar-Radweg und blicken bewundernd hoch zur Bad Wimpfener Altstadt.

Bad Wimpfen

Wir bleiben ganz nah am Neckar. Gefühlt auf jedem Hügel thront eine mehr oder weniger erhaltene Burg. Hier zu sehen das Heim von Bernolph Frhr. v. Gemmingen-Guttenberg.

Burg Guttenberg

Nur eine Neckarschleife weiter zieht die Burg Hornberg unsere Blicke an.

Im Jahr 1517 kaufte Götz von Berlichingen, der Ritter mit der eisernen Hand, die Burg mit Steinbach und Haßmersheim für 6500 Gulden von Conz Schott von Schottenstein und lebte auf dieser, zusammen mit seiner Familie, bis zu seinem Tode 1562.

Berühmt ist der Satz, den Götz dem Anführer der überlegenen kaiserlichen Truppen zuruft: „Vor Ihro Kaiserliche Majestät hab ich, wie immer, schuldigen Respekt. Er aber, sag’s ihm, er kann mich im Arsch lecken. 

Geschichtsträchtig, aber im überaus negativen Sinne ist auch der hier zu sehende Eingang zum Stollen für den Gipsabbau in Neckarelz. In diesem Bereich sollten gegen Ende des Weltkriegs riesige unterirdische Produktionsanlagen für Flugmotoren entstehen. Die notwendigen Arbeitskräfte wurden von den Konzentrationslagern Natzweiler und Dachau hierhergebracht. Über 5000 KZ-Häftlinge , die schon entkräftet waren, wurden hier gequält. Die beiden Gruben „Friede und Ernst“ wurden umbenannt in „Goldfisch und Brasse“.

Heute wird in dieser Region wieder Gips abgebaut, über 300.000 t werden im größten Untertagebergbau Deutschlands pro Jahr gewonnen und auf Schiffe verladen.

In der nächsten Neckarschleife wartet schon das nächste „Denkmal“ auf uns: das am 11. Mai 2005 stillgelegte Kernkraftwerk Obrigheim. Vor 25 Jahren also. Der Abbau der Anlagen soll in diesem Jahr noch vollendet werden – wer´s glaubt?! Ein Foto der Kraftwerkanlagen spare ich mir.

Dann, in Neckargerach, locke ich Peter auf einen schmalen Weg, der zunächst direkt am Neckar entlangführt, ohne Steigung. Zunächst! Dann aber geht es rauf in den Wald, immer weiter, dann wird der Weg schlechter und schlechter. Das Garmin zeigt immer noch einen fahrbaren Weg, aber der führt vom Neckar weg, auf die Berghöhen hinauf. Schließlich halten wir an, trinken einen Schluck und beschließen den Rückzug. Peter hält sich mit Flüchen zu meinen Navigationskünsten sehr freundschaftlich zurück. „Er hätte es schließlich auch nicht besser gekonnt“, sagt er mir. Danke Peter!

Wir queren hinüber auf die andere Seite nach Neckargerach, wo der offizielle Neckarweg kilometerweit an der Bundesstraße entlangführt. Aber es rollt gut. Wieder staunen wir über eine Burg im Hang, das Schloss Zwingenberg.

Schloss Zwingenberg

Nur noch eine Neckarkurve, dann sind wir in Eberbach und fahren über die mit „Eberflaggen“ geschmückte Brücke in die Altstadt.

Auf der Suche nach einem Quartier kurven wir durch die Gassen, stärken uns mit Weizenbier, fotografieren die Kirche St. Johannes Nepomuk und tun uns schwer, eine Unterkunft zu finden. Peter ist schließlich erfolgreich und stößt auf das Gasthaus Zur Linde in Neckarwimmersbach. Also wieder hinüber auf die andere Neckarseite und rauf auf den Hügel. Hier werden wir freundlich empfangen, das Essen ist preiswert und lecker, und wir wundern uns über das Durchhaltevermögen der beiden Wirtsleute, die praktisch im Alleingang das Geschäft in Gang halten.

Feierabendwein auf dem Balkon des Gasthauses Zur Linde

Die Lüfte sind mild, unsere Laune ist gut, währenddessen hängt der Wirt die Hotelwäsche im Vorgarten auf die Leine: Selbst ist der Mann!

Am nächsten Morgen lacht die Sonne, der Wind bläst uns nicht mehr von Norden ins Gesicht: Radlerglück! Wir sind schließlich hier im Naturpark Neckartal-Odenwald. Noch nie haben wir solche Mengen von blühendem Bärlauch erlebt. Die Luft ist wahrhaft bärlauchgeschwängert.

Schließlich genehmigen wir unseren Rädern eine kurze Pause im Bärlauchbett.

Koga-Burner und Cannondale Topstone im Bärlauchbett

Die Düfte haften noch Stunden später an Sattel und Gepäck. In Ersheim hat der Neckar beschlossen, eine 180-Grad-Wende nach Süden zu machen. Am Ortseingang bewundern wir die kleine, aber höchst sehenswerte Kapelle aus dem 14. Jahrhundert, die mit einer Ölbergdarstellung an der Außenwand beeindruckt. Und drinnen staunen wir über sehr gut erhaltene Fresken und Deckenmalereien aus mittelalterlicher Zeit.

Ölbergdarstellung an der Ersinger Kapelle

Auf dem gegenüberliegenden Hang leuchten das Schloss Hirschhorn mit der darunter liegenden Kirche im Sonnenlicht.

Schloss und Kirche Hirschhorn

Für uns der schönste Abschnitt des Neckar-Radwegs.

Wir können uns kaum sattsehen an so viel geschichtsträchtigen Bauten, reißen uns aber irgendwann los und nehmen unser nächstes Ziel, Heidelberg, ins Visier.

Schon um die Mittagszeit erreichen wir die Karl-Theodor-Brücke, die zur Altstadt hinüberführt.

Wir sind keine Selfie-Fans, aber das hier muss einfach sein. Auf den nächsten Metern tauchen wir ein in das Touristengewimmel. Menschen aus dem ferneren Osten dominieren die Innenstadtachse.

200 Meter weiter nur, und wir stehen vor der Parfümerie Frosch, die schon im Jahre 1942 hier von Frau Frosch eröffnet wurde. Sie hat dann Anfang der 50er Jahre eine kleine Wohnung im Dachgeschoss an meine Schwiegereltern vermietet, mein Schwager kam hier zur Welt. So habe ich einen ganz besonderen Bezug zu diesem Haus, das immer noch genauso ausschau wie vor 70 Jahren.

Mit den 1000 Düften aus dem Laden in der Nase begeben wir uns auf die Suche nach einem Plätzchen, wo wir der Geschichte ein wenig nachhängen können und dazu ein Bier trinken.

Irgendwann reißen wir uns los, gehen über die Neckarbrücke zurück und nehmen Kurs auf die badische Bergstraße. Mannheim werden wir uns sparen und sofort nach Norden in Richtung Bensheim abbiegen.

In Weinheim wähnen wir uns kurz im nahen oder ferneren Osten. Eine Moschee steht mitten in einem Gewerbegebiet. Dann machen wir einfach stoisch Kilometer. Auch in Weinheim können wir kaum Weinreben entdecken. Die Bundesstraße 3 ist gesäumt von wenig attraktiven Gewerbeansiedlungen. Für uns Radler jedenfalls ist das eher langweilig hier. Und den Umweg hinein in die Hänge und Dörfer des Odenwaldes sparen wir uns. Wir sind schließlich auf unserer Schlussetappe. Sulzbach, Laudenbach, Hemsbach, schließlich Bensheim, wo wir auf die Suche nach einem Nachtquartier gehen. Gefühlt jeder dritte Laden ist hier ein Friseursalon. „Josefine, Friseur relax, Ästhetik Beauty, Haargold, Kajaks Hair, Hatice´s hairstyle … “ Aber wir suchen doch nur ein kleines Hotel. Dann wählen wir für unsere letzte Übernachtung das Parkhotel Krone. Schönes Zimmer, prächtige Fahrradgarage. Aber dann auch für uns Gäste kein Platz mehr auf der Restaurantterrasse. „Bin nur allein und kann nicht mehr Tische bedienen“, redet sich der unwillige junge Mann heraus. Wir sind stocksauer und gehen auf die Suche nach einer Alternative. Star Döner, Kebap Haus, Meat Heaven, Rhodos … Und im einzigen Biergarten, der gut aussieht, feiern junge Damen einen Junggesellinnenabschied. Alle Plätze sind besetzt. Langsam macht sich Frust bei uns breit. Die Erlösung finden wir dann im Angebot eines Lidl-Marktes, wo wir uns mit Bier, Wein, Würstchen und Chips eindecken. Für ein wahrhaft frugales Mahl auf dem Hotelzimmer. Wir lassen die Erlebnisse der Woche Revue passieren, schwelgen in unseren Eindrücken, sind zufrieden mit uns und der Welt. Der Schlummer ist gut und die letzten 28 Kilometer hin zum Darmstädter Bahnhof gelingen locker.

Auf geht es nach Darmstadt, Peter!

Letztes Highlight ist ein stolzer Reiher auf der Wiese. Dann stehen wir vorm Bahnhof.

Abfahrt für Peter 12.31 Uhr nach Aschaffenburg und Regensburg , für mich nach Frankfurt und dann nach Berlin um 12.30 Uhr.

Abschied, Schulterklopfen, drücken, herzen, verabschieden – bis zur nächsten Tour in alter Frische, bester Freund!

P.S: Einen kleinen Beitrag zu meiner bisher besten Bike-Package-Konfiguration werde ich in Kürze noch verfassen.

N+1

Mein Titan-Granfondo ist nach der Rahmenschweißung in bester Form, das Canyon Endurace weiß, dass seine Zeit im Frühjahr und im Sommer kommt. Die beiden Oldies Colnago Mexico und der Basso Crosser wissen genau, dass sie auch zukünftig maßvoll bewegt werden. Und das Cannondale Taurine MTB freut sich darauf, demnächst Enkel Justus zu zeigen, wie es noch drauf ist. So klafft bald im Bereich der Geländegeräte eine Lücke.

Also: Zeit für ein N+1. Ein echter Graveller soll es sein. Solide, mit genügend Freigang für Reifen bis 45 mm Breite, mit Scheibenbremsen, aus Alu, stabil und komfortabel zugleich. Die Auswahl ist groß. Gravel Bikes sind von Herstellern und deren Marketing-Abteilungen gepusht worden. Die Produktion wurde hochgefahren. Nun drücken die Lagerbestände. Gut für den Kunden, die Preise wackeln, eine wahre Rabattschlacht ist im Gange. Ich will kein Edelrad, aber Rahmen und Komponenten sollten einen ordentlichen Standard haben. Also durchforste ich meine Zeitschriften, lese -zig Testberichte und weiß am Ende doch: Ich muss nur meine eigene Vernunft und meine Erfahrung befragen. So lande ich bei Ridley, Rose und dann Cannondale.

And the winner is: the Cannondale Topstone Apex 1. Bei Fahrrad Rabe in München habe ich bestellt. Versandkostenfrei. Drei Tage Lieferzeit, top verpackt. Und der Preis von gut 1400 € ist gegenüber dem Listenpreis von 2199 € eine entscheidungsförderliche Reduzierung.

Der Rahmen in der Größe M entspricht in der Geometrie nahezu meinem Titan-Granfondo mit Rahmenhöhe 54 cm. Die Verarbeitung der Schweißnähte ist sauber und sorgfältig. Für die Flaschenhalter gibt es am Unterrohr oben drei Ösen. Gut für eine variable Position. Und unten nochmal zwei Ösen für eine dritte Flasche. Die Carbon-Gabel hat drei Aufnahmepunkte für Forkbags. Da kann ich meine Ortliebs wunderbar montieren. Und auf dem Oberrohr befinden sich zwei Befestigungspunkte für eine kleine Tasche. Endlich kein Verrutschen mehr.

Jetzt wird es Zeit, das Gerät in die nähere und fernere Umgebung auszuführen. Dabei werde ich herausfinden, ob die Einstellungen von Lenker und Sattel passen, wie Schaltung und Bremsen sich anfühlen, wie ich am besten Front-und Heckbeleuchtung anbringe …

Also los. Die erste größere Runde führt in den Krämerforst und über die Alte Hamburger Poststraße. Kilometerlang durch den Wald und über Schotter, Sandwege und weichen Humusboden.

Ich bin gespannt darauf, wie es sich mit der 12-fach-Schaltung und einem Kettenblatt mit 40 Zähnen vorn und hinten 11-44 fahren lässt. Locker und leicht! Nur einmal muss ich den Zug nachjustieren. Am Schaltwerk die Rändelschraube eine halbe Umdrehung raus, und schon ist die erste Längung oder Setzung des Zuges ausgeglichen. Feineinstellung!

Die SRAM Apex hydraulischen Bremsen greifen auf 160 mm Scheiben. Definiert und sehr wirksam.

Da macht das Fahren auf Waldwegen Freude. Mein Taurine-Mtb vermisse ich auf Schotter, Split, festem Sand überhaupt nicht. Die Vittoria Terreno Dry, 700x38c rollen komfortabel und spursicher. Den Druck habe ich bei knapp 3 bar eingestellt. Bei weichem Untergrund sollte man sicher den Druck noch weiter absenken in Richtung 2,2 bis 2,5 Bar. Das werde ich noch testen.

Die ersten 100 Kilometer fühlen sich gut an. Auch, weil ich den Fizik-Aliante-Sattel gegen meinen Fizik-Arione Tri 2, der perfekt zu meinem Hinterteil passt, getauscht hatte. Für zukünftige Fahrten bei nassen Wegen habe ich dann noch Schutzbleche montiert. SKS Schutzblech Set 28″ Edge AL. Passen perfekt und lassen noch genügend Freiraum zu den 42 mm breiten Reifen. Hier noch ein paar Eindrücke von der Tour durch die Barnim-Wellen und Wälder und am Oder-Havel-Kanal entlang.

Obligatorisch ist natürlich ein Besuch meiner Lieblingseiche vor der Kirche in Grüntal. Dieser Baum strahlt Kraft, Wärme und Souveränität aus. In jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Die Stieleiche ist etwa 400 Jahre alt und hat der Erzählung nach schon Napoleon bei seinem Rückzug aus Russland „Obdach“ geboten.

Das Topstone lehnt entspannt an der Eiche von Grüntal, hier schon mit den Edge AL- Schutzblechen von SKS.

Gegenüber im Schaukasten der Herberge hängt ein passendes Schild zum Jakobs-Pilgern. „Reduziere Dein Gepäck auf das Nötigste. Es ist ein gutes Gefühl, mit wenig auszukommen.“ So ist es!

Bei Trampe stürze ich mich dann in den Wald und sauge den Duft von Kiefernharz und feuchtem Laub in meine Lungen. Dem Topstone gefällt es auch sehr gut abseits der asphaltierten Straßen. Wir stürzen uns bei Hohenfinow dann hinunter an den Oder-Havel-Kanal und an den Rand des Oderbruchs. In Niederfinow wird köstliches Bier gebraut, und ein paar Meter weiter ist die skurrile Sammlung eines sehr eifrigen Bastlers zu sehen.

Auf dem Radweg von Niederfinow nach Eberswalde können wir uns noch in der späten Sonne wärmen, und ich schlürfe genüsslich den heißen Ingwertee aus der Thermosflasche. Es wird dämmrig am Finowkanal und dunkel, als ich auf den Berlin-Usedom-Radweg bei Finowfurt in Richtung Bernau abbiege. Ein guter Test für die Beleuchtung. Der Lupine-Akku ist sicher in der Oberrohrtasche untergebracht, die Piko strahlt wie immer breit und weit. Nach hinten blitzt die Lezyne Airstrip Pro. So werden Rad und Reiter nicht übersehen.

Ein kurzer Fotostopp in der beleuchteten Bushalte am Gorinsee, dann noch 10 Kilometer Endspurt bis nach Hause.

Das Topstone ist top! Das kann ich nach den ersten 400 Kilometern Touren durch Wald und Felder zufrieden feststellen. Ein würdiges N+1!

Lost Places in Brandenburg – Bogensee

Mein Basso-Crosser wird bald 35 Jahre alt. Als ich das Rad bei Radsport Holczer in Herrenberg in Empfang nahm, fiel die Mauer in Berlin. Seine Räder rollten zuerst nur in Schwaben, Bayern und auch in der Provence. Erst nach dem Umzug aus dem Ländle ins Brandenburger Land um die Jahrtausendwende durfte es die hiesigen Wälder und Feldfluren erkunden. An uralte Eichen, Ulmen und Linden wurde es angelehnt. Verfallene Bunkeranlagen aus Weltkriegs- und auch DDR-Zeiten durchkurvte es. Alte Flugzeughallen, in denen die Bomber standen, Lungenheilanstalten, in denen schon lange keine Patienten mehr atmen, bestaunte es.

Und vor mehr als zehn Jahren war ich zum ersten Mal mit ihm in Bogensee. Heute, an einem Herbsttag mit klarem Himmel und frischen Lüften, habe ich Lust, wieder durch die bunten Wälder nach Norden zu fahren. In Wandlitz treffe ich an der Anlegestelle am See einen Ex-Rennkajakfahrer, der sein neues Kevlarboot aus dem Wasser zieht. Zufrieden sieht er aus, und er ist es auch. Das Boot ist leicht und nicht so kippelig wie ein Renngerät. Das sei sehr entspannt zu fahren und genussvoll zugleich. Schließlich ist der Sportler gerade in Rente gegangen, wie er mir erzählt. Wir konstatieren, dass die Rentnerzeit geradezu dazu verpflichtet, körperlich und auch geistig aktiv zu bleiben, und wünschen uns in diesem Sinne einen erlebnisreichen Tag. Von Wandlitz bis Bogensee ist es nicht weit. So um die sieben Kilometer. Wenn also die DDR-Granden den FDJ- Schülern in der Kaderschmiede Bogensee einen Besuch abstatten wollten, hatten sie es nicht weit.

Nördlich von Wandlitz führt die Straße hin nach Prenden. Nach drei Kilometern folge ich dem Schild „Bogensee“.

Um halb eins stehe ich vor dem überwucherten Torhäuschen, an dem einst der Zugang zum Gelände kontrolliert wurde. Daneben, offensichtlich jüngst abgefackelt, eine Garage mit undefinierbarem Inhalt. Ein paar Meter weiter begrüßen mich die Hinweistafeln zum längst verlassenen Internationalen Bildungs-Centrum IBC. Seit 1999 wird hier niemand mehr gebildet. Stillstand herrscht, die Natur holt sich die Anlage zurück.

„Herzlich willkommen“ … heute wirkt das wie ein Hohn. Willkommen sind hier bestenfalls Füchse und Wildschweine.

Im einzigen Gebäude, das heute noch genutzt wird, dem ursprünglichen Wirtschaftstrakt der Villa, residiert die „INU“ Waldschule.

Ein paar Meter weiter dann erblicke ich die einstige Göbbels-Villa, die er romantisch seinen „Waldhof“ genannt hat. Schon 1936 schenkte die Stadt Berlin dem Propagandaminister das Nießbrauchrecht für 496 Hektar Land zum 39. Geburtstag. Wahrscheinlich auf Weisung des Führers Adolf H. Dann ließ er das bescheidene Gebäude mit 1600 qm Grundfläche, 30 Privaträumen, 40 Dienstzimmern, einem 100 Quadratmeter großen Filmsaal und 60 Telefonen errichten. Dazu kamen noch Dienst-und Wirtschaftsgebäude für die Versorgung und das Wachpersonal. In den letzten Jahren ist das Gebäude immer mehr von Büschen und Bäumen zugewuchert. Vom bogenförmigen Schriftzug überm Eingang bröselt der Lack, der Putz löst sich in großen Placken.

Die Liebespaar-Skulptur, die erst im Jahre 1986 hier aufgestellt wurde, stammt aus einem Kunstprojekt der DDR. Ute Appelt-Lillack kann ich als die Bildhauerin dieses und auch anderer Werke auf dem Gelände ergooglen. Das Paar ist seit vier Jahren kopflos. Nur ein dicker Stahldraht ragt noch oben aus der Betonskulptur heraus.

Wenn ich mir vorstelle, wie Joseph Göbbels hier seine Rede mit dem Kernsatz: „Wollt ihr den totalen Krieg“ vorbereitet hat, gruselt es mich. Am 18. Februar 1943 wurden die allerletzten Menschenreserven für die Endphase des Krieges mobilisiert,

Alle Männer zwischen 16 und 65 sowie Frauen zwischen 17 und 45 Jahren konnten zur Reichsverteidigung herangezogen werden. Mit der Erweiterung der Wehrpflicht ab August 1943 wurden Hitlerjungen unter 18 Jahren direkt aus Wehrertüchtigungslagern in die Wehrmacht eingezogen . 

Göbbels hat hier zu Kriegszeiten heile Welt samt Familie gespielt und inszeniert.

Heute gibt es auf dem Gelände keinen einzigen Hinweis auf die Historie des Ortes. Keine Informationen, einfach NICHTS! So viel offensichtliche Geschichtsvergessenheit macht mich geradezu zornig.

Auch zur Historie der riesigen Anlage, die Anfang der 50er Jahre als FDJ-Jugendhochschule errichtet wurde, ist nirgendwo eine Information zu finden. Das Ende der DDR bedeutete auch das Ende der FDJ. In den 90er Jahren wurden das Lektionsgebäude, die Wohnhäuser, das Kulturhaus und auch die Ex-Göbbels-Villa von ehemaligen Mitarbeitern der Hochschule als Internationales Bildungs-Centrum bis 1999 weiter genutzt und erhalten. Bis die Kosten zu hoch wurden und die notwendigen Restaurierungsarbeiten das Budget der Organisation weit überstiegen. Die Pleite war die Folge. Ein Nachnutzungskonzept gab und gibt es immer noch nicht. Viele Anläufe, kein Fortschritt. Das Land Berlin als Eigentümer erwägt aktuell den Abriss der Bauten. Der würde aber mindestens 40 Mio. Euro kosten.

Und die hat natürlich Berlin nicht. Stattdessen wird wohl bald eine aktuelle Studie zur möglichen zukünftigen Nutzung erscheinen. Der Einzige, dem das Nutzen bringt, ist wahrscheinlich das beauftragte Planungsbüro. So wird wahrscheinlich Bogensee irgendwann komplett zugewuchert sein. Die nächsten Generationen können dann hier archäologische Abenteuerwanderungen machen.

Mein Basso sieht die Geschichte und die Zukunft von Bogensee mit dem gelassenen Blick eines gereiften Oldies. So wie ich auch. Darauf einen Schluck heißen Ingwertee aus der Thermosflasche.

Nachklapp:

Die bunte Herbstnatur macht dann doch wieder gute Laune.

Herbst

Himmel, Wolken, Farben

Die Luft ist klar, die Luft ist kalt, die Luft duftet nach Erde, feuchtem Gras und Holz. Wir rollen durch die Barnimer Feldmark nach Osten.

Am Ende der herrlichen Lindenallee ist der Kirchturm von Freudenberg zu erkennen. Ein Türmchen wächst schmal aus dem neugotischen Turm in den Herbsthimmel.

Am Giebel einer Feldsteinscheune zwei Davidsterne, dazwischen im Fenster eine halb herabhängende Flagge mit der Aufschrift “ Schwerter zu Pflugscharen“. Gab es hier einmal eine jüdische Gemeinde, eine Synagoge gar? Ich kann nirgendwo eine Information dazu finden… Es ist Mittag geworden, als wir uns die kleine Welle nach Haselberg hinaufarbeiten. Von hier reicht der Blick bis weit in das Oderbruch. Hinunter geht es nach Vevais, einer kleinen Ansiedlung mit hoch interessanter hugenottischer Historie. Nach wenigen Minuten stehen wir vor der kleinen Figurengruppe aus Keramik, die zur Erinnerung an die Kolonistenfamilien, die aus der Gegend von Vevey am Genfer See mit allem Hab und Gut vor mehr als 250 Jahren ins Oderbruch gewandert waren. Die Geschichte dazu habe ich unter dem blau unterstrichenen Link beschrieben.

Eine Viertelstunde später stehen wir wieder vor einem Kunstwerk mit historischem Bezug. Vor der Kirche in Wriezen umkurven wir den Lebensbrunnen des Bildhauers Horst Engelhardt. Offiziell ist es der Marktbrunnen, im Volksmund der Teufelsbrunnen. Je nach Perspektive ein teuflisch-frivoles Kunstwerk. Oben auf dem Granit tanzt ein Fabelwesen. Unten liegt eine Nixe, daneben ein Spielmann und ein Fischer.

Die beiden Titan-Granfondi lehnen an der Bronzefigur mit Helm und Brett vorm Kopf mit der Inschrift „Jeder kann es sich selbst herunter reissen“ . Dem stimme ich einfach mal vorbehaltlos zu.

Nach einer stärkenden Kaffeepause suchen und finden wir den Einstieg auf den Bahnradweg hinüber zur Europabrücke. 10 Kilometer ohne Menschen, ohne Autos. Herrlich!

Herbstfassade in Alt Mädewitz

Die Oder empfängt uns mit einem traumhaften Cumulushimmel über dem noch flutverbreiterten Flussbett. Stehen und staunen.

Auf dem Oderradweg wählen wir die obere Spur auf dem Deich und werden mit den schönsten Ausblicken belohnt, die ein Herbsttag im Bruch bieten kann. Wir rollen und schauen und rollen und staunen. Ein riesiger Cumulus hat sich wie ein Fächer am Himmel ausgebreitet und trägt zur Zierde eine wirbelige, weiße Vorderkante.

In Groß Neuendorf sind die Bahnwaggons des Cafés wieder aus der Flut der vergangenen Tage aufgestiegen und sehen unversehrt aus. An der Wegbiegung leuchtet an der alten Drogeriefassade rot das Herbstlaub.

In Kienitz machen wir halt am Panzerdenkmal, das seit 1970 hier steht. Als Erinnerung und Mahnmal für die Sowjetsoldaten, die hier am 31. Januar 1945 die Oder überschritten und den ersten Brückenkopf auf der Westseite errichteten. Bis zum Ende des Krieges starben danach in der Schlacht um die Seelower Höhen zehntausende Soldaten.

Russischer T 34 – Panzer

Das Titan-Granfondo freut sich über bald 80 Jahre Frieden. Hier jedenfalls.

16 Uhr ist es mittlerweile, 110 Genusskilometer liegen hinter uns. Die Sonne beleuchtet die Oderlandschaft besser, als es die Profis am Filmset vermögen. Der Abschnitt bis Küstrin kommt uns vor wie eine großartige Naturinszenierung. Hier die Stimmungsfotos dazu:

Nach dem zurückgegangenen Hochwasser der vergangenen Woche haben die Bäume immer noch nasse Füße. Ende September, zwei Wochen vor unserer Tour, war der Pegelstand noch zwei Meter höher in Kienitz . Die Kraniche, die Graugänse und die Stare untermalen die beeindruckende Vorstellung mit einem vielfältigen Konzert.

In Neubleyen gelangen wir wieder in die schnöde Realität der Zivilisation. Eine Übernachtung wird hier ab 25 € pro Person geboten. Die Lokalität lockt uns allerdings absolut nicht. Zudem ist der Gasthof geschlossen. Also heißt es weiterfahren, obwohl der Magen knurrt. Aber wir haben ja unsere wohlgefüllten Trinkflaschen dabei. Und Wolfgang stärkt sich mit einer Banane, ich bevorzuge meinen Eiweißriegel. So erreichen wir in lockerer Stimmung den Bahnhof Küstrin-Kietz, wobei wir wissen, dass seit Jahren hier außer dem Bahnanschluss absolut nichts geboten wird. Nur die Luft ist rein und riecht nach Herbst. Ich befrage meine Bahn-App nach der Abfahrtszeit für den Zug nach Berlin. Die erste Zeit leuchtet rot und ist durchgestrichen! Aha! Der Zug fällt aus. Und genau das bestätigen uns zwei nette Mitarbeiter der NEG, die genauso warten wie wir. Nur scheint das für die beiden absolut normal zu sein. Total entspannt unterhalten sie sich weiter. Der nächste Zug geht in 90 Minuten. Eineinhalb Stunden hier herumstehen?! Nein! Also rollen wir hinüber nach Polen, nach Küstrin, dorthin, wo es Bier gibt und auch einen Bahnhof.

Wir haben Glück. Nach zwei Polen, die Schnaps und Bier und noch mehr Schnaps wollen, kaufen wir zwei Flaschen TYSK Bier für den Sparpreis von 3,60 €. Genuss pur. Fast sind wir versucht, noch einen Sixpack für die Bahnfahrt zu ordern. Dann fährt der Zug nach Berlin. Pünktlich. Um 22 Uhr bin ich zu Hause. Ein wunderbarer Tag war das. Natur, Natur, Natur.

Das Titan-Granfondo, der Kettenstrebenschreck und ein versöhnlicher Ausgang.

Der Kettenstrebenschreck: Nach meiner Kienitz-Frankfurt-Tour bekam ich beim Putzen erst große Augen, dann wurde mir ganz anders. Ein deutlich erkennbarer, fast umlaufender Riss direkt neben dem Kettenblatt! Das darf doch bei Titan nicht passieren, dem Rahmenmaterial, dem ewige Haltbarkeit nachgesagt wird. Und doch ist es Realität. Ich drücke die Strebe seitlich weg – der Riß wird breiter. Was habe ich für ein Glück gehabt, dass ich nicht bei der Abfahrt hinunter nach Falkenberg bei 70 km/h einen veritablen Abflug gemacht habe. Erleichterung, Enttäuschung, dann Ärger. Ich mache Fotos vom Schaden und schicke sie an Kinesis UK.

Kinesis meldet sich schnell zurück. „Sorry to see you have a crack in your GF Ti Frame“, und der Service macht das Angebot, einen aktuellen Rahmen mit 25% Rabatt zu erwerben. Leider war die Garantie schon 2020 abgelaufen. Also jetzt 2000 € investieren und den gecrashten Rahmen verschrotten?! Darauf habe ich absolut keine Lust.

Was tun also? Ich suche im Internet nach Spezialisten, die Titan und insbesondere Titanrahmen schweißen können. Die Auswahl in deutschen Landen ist bescheiden. Aber schließlich werde ich in Mecklenburg Vorpommern fündig: „Rotte-Schweißtechnik repariert Fahrradrahmen aus Aluminium, Stahl und Titan“. Die Homepage ist informativ, garniert mit Fotos von geschweißten Rahmen mit unterschiedlichen Schäden. Vielversprechend! Ich rufe also in Waren an. Matthias Rotte ist offensichtlich ein Handwerker aus Überzeugung, einer, der das, was er tut, gerne tut. Und er kommt ursprünglich aus meiner alten Heimat Westfalen. Erst seit zwei Monaten wohnt er am Müritzsee und ist hierher mitsamt seiner Werkstattausrüstung umgezogen. Ich sende ihm Fotos meines Rahmens, und schon in der Folgewoche machen wir einen Termin bei ihm zur Reparatur. Morgens hinfahren und das hoffentlich perfekt geschweißte Titanteil am selben Tag wieder mitnehmen können. Gute Aussichten. Auf der Homepage sehe ich mir das YouTube Video eines Mountainbikers an, der einen veritablen Rahmenbruch hatte. Das überzeugt mich vollends, und meine Vorfreude steigt.

Als ich mir die Fahrtroute zum Müritzsee und die Adresse von Matthias Rotte genau ansehe, erinnere ich mich an eine Tour im Oktober 2020, als ich auf dem Weg zur Ostsee in Waren übernachtete und das Granfondo an eine riesige Schiffsschraube an der Einfahrt zum Campingplatz Kamerun angelehnt habe. Von hier ist die Werkstatt von Matthias gerade mal ein Kilometer entfernt.

Heute habe ich mit dem Auto für die 150 Kilometer keine zwei Stunden gebraucht. Mit dem Granfondo war ich seinerzeit sieben Stunden unterwegs. Pünktlich um 9.30 Uhr stehe ich bei Matthias Rotte vorm Tor.

Hier sieht es mehr nach einem Feriendomizil als nach einer Schweißerwerkstatt aus. Matthias empfängt mich herzlich, und schon sind wir mitten im Thema. Den Rahmen unterm Arm begleite ich ihn in die kleine, aber feine Werkstatt. Wir reden über das Langstreckenfahren, die Ausrüstungen dazu, dann kommen wir so nebenbei zum Riss in meiner Kettenstrebe, Pardon, im Rahmen des Granfondo. Das wird nicht so schwierig, meint Matthias nach genauer Begutachtung. Schon ist der Patient eingespannt, und die Arbeit kann losgehen. Ich verabschiede mich zu einem Rundgang durch das Städtchen Waren, Matthias widmet sich derweil der Kettenstrebe. Er wird mich anrufen, wenn das Werk vollendet ist.

Die beiden Fotos stammen aus der Homepage von Matthias.

Ich spaziere durch Waren, laufe zum Hafen, trinke einen großen Kaffee. Schön hier. Ich nehme mir vor, mit dem wiedergenesenen Granfondo Titan bald wieder hierher zu kommen. Auf dem Weg zur Ostseeküste, als idealer Zwischenstopp. Die Zeit vergeht schnell, um halb zwei ruft Matthias an: Er ist zufrieden mit der Reparatur. Das Ergebnis ist zu seiner Zufriedenheit. Ich bin gespannt und mache mich wieder auf den Weg zur Stillen Bucht in Kamerun. Schon eine wilde Adresse!

In der Werkstatt zeigt mir Matthias die feine Schweißnaht.

Er ist zufrieden, ich bin zufrieden. Ich zahle meinen Obolus für die geleistete Arbeit und mache mich auf den Heimweg. Am frühen Abend bin ich wieder daheim. Jetzt muss sich das Werk nur noch im harten Praxiseinsatz bewähren. Und mindestens eine Woche soll ich dem Metallgefüge Zeit geben, sich zu beruhigen.

Zeit- und Kilometersprung: Heute, zwei Wochen und 250 Kilometer später wieder fertig montiert:

Den Schaltzug habe ich, ausgehend vom Innenlager, außen verlegt, weil wir entschieden hatten, die Eingangsöffnung in der Kettenstrebe zu verschließen. Vielleicht lag genau hier die Wurzel des Übels. Eine Sollbruchstelle möglicherweise.

Vorne wird jetzt mit einer Campa-Super Record gebremst, die ich noch in meinem Bestand hatte. Die hydraulische Felgenbremse von SRAM war nicht mehr ordentlich zu entlüften, nachdem eine Dichtung den Geist aufgegeben hatte.

In dieser Konfiguration habe ich dann in dieser Woche einen Ritt mit Gravel-, Pflaster, Platten- und Waldeinlagen über 160 Kilometer absolviert.

Bravo Matthias, alles hält, alles bestens! Danke dafür.

Ein Bericht über die schöne Tour folgt.